Wulff fürchtet Veröffentlichung seines Anrufs nicht

9. Jänner 2012, 13:10
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    foto: clemens bilan/dapd

    Am Freitag empfing Christian Wulff im Schloss Bellevue die Sternsinger.

"In einem Jahr ist das alles vergessen" - Der Präsident will die Affären aussitzen

Berlin - Deutschlands Bundespräsident Christian Wulff lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er seine Kreditaffäre ohne Rücktritt überstehen will. Bei einem internen Neujahrsempfang für die Mitarbeiter des Präsidialamts äußerte das Staatsoberhaupt nach Darstellung von Teilnehmern die Zuversicht, dass beim selben Anlass in einem Jahr eine andere Bilanz als derzeit möglich sei. Aus der Koalition wurden Berichte entschieden dementiert, Union und FDP seien bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Wulff. Dafür hat SPD-Chef Sigmar Gabriel angeboten, mit Kanzlerin Angela Merkel im Falle eines Rücktritts Wulffs gemeinsam eine geeignete Persönlichkeit zu finden - das Angebot wurde jedoch prompt zurückgewiesen.

Ungeachtet neuer Details zur Kreditaffäre und seiner Einflussnahme auf die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung will Wulff in dieser Woche Arbeitsroutine demonstrieren. Dazu gehört der Neujahrsempfang für Repräsentanten des öffentlichen Lebens, zu dem Wulff am Donnerstag vor laufenden Kameras Kanzlerin Merkel und Vertreter anderer Verfassungsorgane erwartet.

Anwalt: Keine Angst vor Veröffentlichung der Wulff-Nachricht

Wulff fürchtet nach Darstellung seines Anwalts nicht die Veröffentlichung des Inhalts seiner Nachricht auf dem Mobiltelefon von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann. Wenn die "Bild"-Zeitung "das tun will, dann mag sie es tun", sagte der Medienanwalt Gernot Lehr am Montag im Deutschlandfunk. "Das muss sie selbst in eigener Verantwortung entscheiden."

"Es ist nicht richtig, dass hier eine große Angst besteht vor einer Veröffentlichung, aber es ist Angelegenheit der 'Bild'-Zeitung, diesen Tabubruch zu begehen", sagte Lehr. Wulff habe in seinem Schreiben von vergangener Woche deutlich gemacht, dass die Medien in eigener Verantwortung entscheiden müssten, ob sie ein solches Dokument veröffentlichen. "Er hat ihnen keinen Persilschein dafür gegeben", sagte Lehr.

Merkel rechnet laut Sprecher nicht mit Rücktritt Wulffs

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet nach den Worten ihres Sprechers Steffen Seibert nicht mit einem Rücktritt des wegen der Kredit- und Medienaffäre unter Druck stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff. "Die Bundeskanzlerin sieht keine Veranlassung, über eine Nachfolge für das Amt des Bundespräsidenten nachzudenken", sagte Seibert am Montag in Berlin.

"Spiegel" zitiert aus Abschrift der Mailbox-Nachricht

Unterdessen berichtete "Der Spiegel" über neue Details der Kredit- und Medienaffäre des Staatsoberhaupts. Wulff habe nicht nur dem Chefredakteur der "Bild"-Zeitung mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, sondern auch Springer-Chef Mathias Döpfner. Wenn der Artikel der "Bild"-Zeitung über seinen 500.000-Euro-Privatkredit erscheine, bedeute das Krieg zwischen dem Präsidialamt und Springer bis zum Ende seiner Amtszeit, werde Wulff im Springer Verlag aus dem Gespräch zitiert.

Der "Spiegel" zitierte auch aus einer dem Magazin vorliegenden Abschrift des Wulff-Anrufs bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann. Darin drohte Wulff demnach am 12. Dezember mit einem Strafantrag, bat aber auch um eine Verschiebung des Artikels um einen Tag. Wulff fragte, warum das Blatt nicht akzeptieren könne, "wenn das Staatsoberhaupt im Ausland ist, zu warten, bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen (...)".

Über die Deutung dieses Anrufs lieferten sich Wulff und die "Bild"-Chefredaktion einen öffentlichen Schlagabtausch. Wulff hatte seinen Anruf als schweren Fehler bezeichnet, für den er sich bei Diekmann entschuldigt habe. Nach Wulffs Darstellung wollte er nur einen Aufschub erreichen. Die "Bild"-Chefredaktion erklärte, der Anruf habe das Ziel gehabt, die Berichterstattung zu verhindern. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Samstag aber, Wulff habe neben der Androhung eines Strafantrages "zudem einen erneuten Aufschub der Berichterstattung" verlangt.

Ein "Bild"-Redakteur hatte nach Darstellung der "Bild"-Zeitung am 6. Dezember im Schloss Bellevue, dem deutschen Präsidentensitz, Einsicht in Wulffs Kreditvertrag für dessen Hauskauf erhalten und dabei erfahren, dass die niedersächsische Unternehmersgattin Edith Geerkens als Darlehensgeberin über 500.000 Euro eingetragen war. Am 13. Dezember berichtete das Blatt über das Darlehen im Zusammenhang damit, dass Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident 2010 jede geschäftliche Beziehung zu Egon Geerkens bestritten hatte. (red, Reuters, APA)

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P. aus B. bei S.
02
10.1.2012, 07:55
Habe soeben den Wulff'schen Wortlaut...

... auf WulffPlag gelesen. Spontaner Gedanke: Armer I....r, der glaubt, dass man sich mit der BILD-Zeitung anlegen kann. Was hat ihn da geritten? Deren Credo lautet sinngemäß: Die Politiker (und Präsidenten), sie kommen und gehen, aber der Revolver-Journalismus, der bleibt bestehen.

Peacefaktor
01
10.1.2012, 07:50
na ja, auch in Deutschland grassert es;)

bei denen ists aber nicht der schönste Bundespräsident aller Zeiten, oder?

Jürgen Rembremerding
00
10.1.2012, 08:28
wenn man Reichs- und Bundespräsidenten zusammen betrachtet,

ist er es nicht

http://upload.wikimedia.org/wikipedia... _1927.jpg:

Redox
01
10.1.2012, 00:19
Warum hat eigentlich

dieser Trottel den Kredit bei der Befragung nicht angegeben?

Vergessen konnte er ihn ja nicht haben!

Also ist wohl was faul dran,
er VW-Aufsichtsratspräsident bei VW
und Geerkens Schrotthändler der den recht wertvollen Abfall der VW-Produktion verwerten wollte???

Ein Schelm wer ......

P. aus B. bei S.
00
10.1.2012, 07:51
Ja, ungefähr so...

... beginnen Verschwörungstheorien.

suboptimal
 
02
Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen

http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Geerkens
Der "Unternehmer" Geerkens gibt nicht aufregend viel her, der ist 67, lebt in der Schweiz und hat überhaupt keine Funktion, weder in der Politik noch in der Wirtschaft. Der Bundespräsi ist auch nicht in der Position, ihn politisch zu "begünstigen". Bundespräsidenten vergeben keine Aufträge ...

OHNE Angabe von QUELLEN klingt auch nicht gut, wenn es die SERIÖSE dpa noch extra betont
zITAT: ... habe er sich zuversichtlich gezeigt, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist", schrieb "Bild am Sonntag" OHNE Angabe von Quellen, sagt die dpa.

Beim Schmierblattel BILD hören sie öfter Dinge, die außer ihnen keiner hört. Das "Stahlgewitter" gehört also auch dazu ....
*rofl*

josefa maier449
01
Wenn die da oben sich so verhalten, warum nicht auch ich?

Dann darf ich auch „wulffen“! Ich muß wirklich mehr an meinem Narzißmus arbeiten! Politiker durchleben anscheinend einen krankhaften Narzißmus und erkennen nie, dass sie falsch gehandelt haben. Siehe Grasser, Guttenberg, Wulff,....

Nick Tameer
00

Ich fürchte sie - ich fürchte sie nicht - ich fürchte sie - ich fürchte sie nicht ...

Irma la Douce
01
1-2 Wochen noch ...

Mr.Matze
32

um im Kriegsjargon des BP Wulff zu bleiben war es sein persönliches Stalingrad, dann kamen die Frontbegradigungen die 3,5 Jahre andauerten.

suboptimal
 
12
für den Kriegsjargon des BP gibts leider KEINE Quelle

…. habe er sich zuversichtlich gezeigt, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist", schrieb "Bild am Sonntag" OHNE Angabe von Quellen.

Beim Schmierblattel BILD hören sie öfter Dinge, die außer ihnen keiner hört.
*rofl*

PERLENQWIEN
 
02
Als Minister wäre er schon weg. Als Kanzler gäbe es ein Mißtrauensvotum....

Wenn er bleibt, wird er den Rest der Amtszeit an dem Umgang mit dieser Affaire gemessen werden. Jede Rede, jeder Auftritt um Transparenz oder Vertrauen wird zu einer neuerlichen Feuertaufe. Und das Eis bleibt dünn für ihn. Wird er das aushalten?

I Am WEASEL
01
In einem Jahr ist das alles vergessen

Und in 5 Jahren dann so Zustände wie bei uns

regenfeldbau
11
Die 'wichtigste' Meldung aus dem Präsidentenamt

Der Präsident empfing die Sternsinger. Seit Tagen berichten die Medien über den gleichen Unsinn. Das ist weder eine Schlagzeile, noch die ständigen Wiederholungen wert.

Irma la Douce
01
In Heute auf ZDf brachten sie -- nicht unwitzig --

ein Pendant- Bericht über Joachim Gauck, und wie den die Leute lieben.

Elén
03
Abgesehen davon …

dass es inhaltlich wenig Bedeutung hat wer im Schloss ein und aus spaziert, begrüße ich es stets wenn das kollektive Umfeld die Dinge mal konretisiert haben will und konseqent bleibt. - Es gibt Dinge die gehen und es gibt Dinge die gehen nicht. von Guttenberg bis Wulff, von Grasser bis Hildebrand, von Merkel bis Obama und anderen weißen Westen - man gewinnt den Eindruck das Gesetz wird nicht mehr als Gesetz betrachtet sondern als rhethorische Herausforderung und Auslegungssache bis zur Entstellung …

Never missed a meal
14
Es soll Menschen in hohen Ämtern geben,

die verstehen, was geht und was nicht geht, ohne dass Ihnen ein Gesetzestext unter die Nase gehalten werden muß.

meresi
00
lach ...ich weiss...die sind vom aussterben bedroht...

und unsere vorzeige-granden in der öffentlichkeit tun alles um dieses verhalten zur neuen kultur zu erheben...

werwolfi
02

Der schaut nicht nur aus wie der Onkel von KHG und Guttenberg, er benimmt sich auch exakt so.

Und da soll noch einer behaupten, Verbrecher erkenne man nicht am Gesicht ;oP

Thomas Zehetbauer
 
02
Trauriges Sittenbild für Zustand der Demokratie

Niemand kann ihn absetzen, er müsste freiwillig gehen und hat dabei alles zu verlieren (Immunität, Bezüge) und nichts zu gewinnen. Er wird nicht freiwillig gehen und das deutsche Volk kann nichts dagegen tun. Der bedeutungslos gewordene Volkssouverän.

Raphael Hythlodeus
00
er würde bei einem rücktritt ja nicht einmal etwas verlieren.

prado
00
Nicht sein Rückzug, sein Bleiben könnte zur Staatskrise werden.

<O> <O>
00
ist der wulff erst ruiniert, lebt sich gänzlich ungeniert.

system1
01
in 1 jahr ist hoffentlich ER vergessen....

system1
00
Tabubruch ?

wohl eher pflicht, die leser zu informieren!

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