Kapitalerhöhung

Großbritannien geht auf Euro-Länder zu

9. Jänner 2012, 10:00

Großbritannien will jede Art von EU-weiter Steuer blockieren, könnte aber bei der IWF-Kapitalerhöhung mitziehen

London - Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am heutigen Montag signalisiert Großbritannien laut der britischen "Financial Times" überraschend Kompromissbereitschaft gegenüber den Euro-Ländern. Wie die Zeitung schreibt, könnte die britische Regierung nun doch bei der angestrebten Kapitalerhöhung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mitziehen.

Premierminister David Cameron hatte dies zunächst abgelehnt. Viele Abgeordnete seiner europaskeptischen konservativen Partei lehnen Hilfen für die Euro-Länder strikt ab. Laut britischen Regierungskreisen könnte sich diese Haltung aber ändern, wenn andere wichtige Länder wie China oder Japan ebenfalls den IWF bei der Hilfe für die Euro-Länder unterstützen.

Nein zur Finanztransaktionssteuer

Am Sonntag hat David Cameron der Einführung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer erneut eine Absage erteilt. Er werde jede Art von EU-weiter Steuer blockieren, solange sie nicht gleichzeitig überall in der Welt eingeführt wird. "Was diese Steuer bewirkt: Sie kostet Jobs", sagte Cameron am Sonntag in der BBC.

Frankreich erwägt einen Alleingang bei der Einführung der Finanztransaktionssteuer. "Frankreich wird nicht warten, dass die anderen einverstanden sind", hatte Präsident Nicolas Sarkozy am Freitagabend nach einem Treffen mit Italiens Regierungschef Mario Monti gesagt. Cameron sagte, jedes Land, das innerhalb seiner Grenzen Steuern einführen wolle, solle dies tun. Großbritannien habe bereits Instrumente, die Finanztransaktionen mit Abgaben belegen, etwa eine Steuer auf Anteilsverkäufe. (APA/red, derStandard.at, 9.1.2012)

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hedgehog
01

Eine europaweite Steuer in Höhe von einem halben Promille (0,5 Prozent) auf Finanztransaktionen "kostet Jobs"? Wieviele Jobs frisst denn dann zum Beispiel die Umsatzsteuer bei einem Steuersatz von 20 Prozent, muss man den Mr. Cameron fragen. Wahrscheinlich fürchtet er wohl am ehesten um seinen eigenen Job, wenn er da gegenüber allen anderen EU-Ländern nachgibt.

Walter Bimini
00
selbst, wenn cameron wollte, wäre er damit in england erledigt.

die eudssr ist unbeliebter denn je auf der insel. man kann über das inselvolk denken was man will, aber es gibt wirklich keinen grund bei jedem untergehenden verein bis zum bitteren ende mitzutun.

Anaxagoras
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Dss war doch zu erwarten. Die Zeiten der "splendid isolation" sowie....

...sowie der "entede cordiale" sind endgültig vorbei. Das spricht sogar langsam im Vereinigten Königreich herum.

Walter Bimini
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sie sollten nicht nur die überschrift lesen.

der standard neigt dazu dinge, die er gerne hätte, herbeischreiben zu wollen. ein diplomatisches vielleicht mit vielen bedingungen ist meist ein nein.

also
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Die Politik braucht Mut

zur Finanztransaktionssteuer, damit sich Arbeit wieder lohnt und nicht nur das Zocken ohne Wertschöpfung für das Land!

Walter Bimini
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politik und mut - das ist wie politik und verstand.

außerdem werden alle diese steuern die eudssr nicht mehr retten. die titanik hat den eisberg bereits gerammt und einige compartments sind bereits voll wasser (irland, spanien, portugal, griechenland, italien).

Marcel Baum
01
Kuriose Argumentation von Herrn Cameron

Ebenso gut könnte man argumentieren:
Man kann die Todesstrafe nicht anschaffen !
Das kostet auch viele Jobs, die ganzen Scharfrichter und die Industrien die die Richtstätten erzeugen wären mit einem mal arbeitslos.

Walter Bimini
00
sie übersehen dabei, daß england im wesentlichen ein land der scharfrichter ist um bei ihrem beispiel zu bleiben.

Cognos
03
Ich bin für eine Finanztransaktionssteuer!

Alleine schon deshalb, um die systemischen Bedrohungen, die sich aus dem Hochfrequenzhandel ergeben, zu minimieren. Investmentbanker, die zwar Profit machen, aber keine Werte schaffen, würden so in die Schranken gewiesen! Oder soll dieser spezielle Personenkreis (speziell in London) mit Geld um sich werfen dürfen, nur weil sie dasselbe Wertpapier hundertmal am Tag basierend auf Algorithmen kaufen und verkaufen? Ich sage nein. Die Einnahmen daraus sind eigentlich nur Nebensache, wichtiger ist die Information darüber, wer diese Art von Handel vollzieht und wer nicht.

Mehr Infos gibt es unter
www.re-define.org/publications

zeitfuchs
01
potenzierte Scheinheiligkeit.

Die Briten sehen endlich ein, daß sich ihre Europapolitik der letzten Jahre als sehr kurzsichtig herausstellt, und ihr Pfund nicht nur am Dollar gemessen wird...

Cognos
01
Ich bin für eine Finanztransaktionssteuer!

Und zwar aus dem Hauptgrund, dass die systemische Bedrohung minimiert werden sollte, welche sich aus dem Hochfrequenzhandel ergibt.

Mehr Informationen dazu gibt es auf
http://re-define.org/publications

Cameron hat schon recht, dass er sich nicht dieser Budgetkontrolle der EU unterwirft. Aber seine Motivation ist falsch.

Das Kapital ist die wahre Macht
00
Wenn die Briten nicht mitmachen, funktioniert die Steuer am Kontinent um so besser!

Wer sagt, dass es ein Problem ist, dass die Briten abweichen. Ich sage ohne die Briten wird die Steuer in der ganzen EU besser funktionieren!

Cognos
00
Ich glaube...

...Sie sollten einmal das Grundprinzip dieser Steuer besser studieren, bevor Sie solche Behauptungen aufstellen :-)...

Das Kapital ist die wahre Macht
00
Sie kennen die inneren Vorbereitungen in London nicht!

London bereitet sich ernsthaft vor, mit Geld überrant zu werden. Man will Geldflüsse künftig verhindern! Weil die Angst so groß ist, dass wenn der Euro in die Knie geht und alle nach London flüchten, das Pfund so aufwertet, dass England nichts mehr exportieren kann.

Davor hat die Regierung echt Angst.

Aber das steht halt nicht im Standard.....

Cognos
00
11.1.2012, 08:55
Sondern?

...
Warum sollte man in das Britische Pfund flüchten, wenn das Vertrauen in den Euro schwindet? Bitte ziehen Sie Ihre Quellen zu Rate und nennen Sie mir den Anteil an Europäischen Anleihen, die in UK gehalten werden. In den Pfund flüchten würde gar nichts bringen :-)...

Plinius
02
die Jobs die das kosten würde,...

...sind die einiger Börsenspekulanten.

EU-Austretter
03

Cameron, ein Knecht der Banken. Ich wuenschte, er waere damit allein auf weiter Flur.

Also weiter schoen auf GB schimpfen.

Johnny Chicago
01
BETTER OF ALONE

bis jetzt wollte ich es nicht, aber so langsam wünsche ich der ukip viel glück!

17+4
10
die engländer werden noch nachziehen, anders können sie sich das selbst

nicht leisten.
Die brauchen selbst so viel Geld, das sie anders gar nicht bekommen werden.

Aguirre74
 
01

Hitlers Sturz hätte 1944 auch einige Jobs gekostet.

Jürgen Rembremerding
00
Blöderer Quatsch ist Dir nicht eingefallen?

Timagoras
 
04

blöder vergleich.

Camerons bankenfreundliche haltung kann man auch anders kritisieren.

Aguirre74
 
00

Eigentlich ein recht guter. Nicht alle Jobs, die erhalten werden können, sind auch erhaltungswürdig. Und das herrschende Wirtschaftssystem hat vermutlich mehr Leute am Gewissen, als Hitler und vielleicht sogar Stalin gemeinsam.

Totaler Durchblicksstrudel
22

naja bankenfeindlich...London ist eben der europäische Bankenplatz. Merkel würde sich auch wehren, wenn man auf die Idee käme, Steuern auf Exporte ein zu heben. Wobei die extreme Exportorientierung Deutschlands mit der Euro-Schieflage vermutlich sogar mehr zu tun hat, als die Finanz-Transaktionen durch Banken ;)

flotter denker
21
No na ned.

Der wird doch die goldene Gans nicht schlachten.
Und die Grossmaulhelden von anderen EU-Regierungschefs beten jede Nacht heimlich aber inbruenstig, dass der Cameron ja nicht weich wird, weil sie vor ihren dummen Waehlern dann voll Stolz behaupten koennen, sie wuerden ja bis zum letzten Blutstropfen fuer die FTS kaempfen. Aber leider leider, die boesen sturen Briten ....

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