Großbritannien will jede Art von EU-weiter Steuer blockieren, könnte aber bei der IWF-Kapitalerhöhung mitziehen
London - Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am heutigen Montag signalisiert Großbritannien laut der britischen "Financial Times" überraschend Kompromissbereitschaft gegenüber den Euro-Ländern. Wie die Zeitung schreibt, könnte die britische Regierung nun doch bei der angestrebten Kapitalerhöhung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mitziehen.
Premierminister David Cameron hatte dies zunächst abgelehnt. Viele Abgeordnete seiner europaskeptischen konservativen Partei lehnen Hilfen für die Euro-Länder strikt ab. Laut britischen Regierungskreisen könnte sich diese Haltung aber ändern, wenn andere wichtige Länder wie China oder Japan ebenfalls den IWF bei der Hilfe für die Euro-Länder unterstützen.
Nein zur Finanztransaktionssteuer
Am Sonntag hat David Cameron der Einführung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer erneut eine Absage erteilt. Er werde jede Art von EU-weiter Steuer blockieren, solange sie nicht gleichzeitig überall in der Welt eingeführt wird. "Was diese Steuer bewirkt: Sie kostet Jobs", sagte Cameron am Sonntag in der BBC.
Frankreich erwägt einen Alleingang bei der Einführung der Finanztransaktionssteuer. "Frankreich wird nicht warten, dass die anderen einverstanden sind", hatte Präsident Nicolas Sarkozy am Freitagabend nach einem Treffen mit Italiens Regierungschef Mario Monti gesagt. Cameron sagte, jedes Land, das innerhalb seiner Grenzen Steuern einführen wolle, solle dies tun. Großbritannien habe bereits Instrumente, die Finanztransaktionen mit Abgaben belegen, etwa eine Steuer auf Anteilsverkäufe. (APA/red, derStandard.at, 9.1.2012)