Zentralbank sitzt auf hohen Risiken

8. Jänner 2012, 13:10

Offiziell hat die Zentralbank Staatsanleihen um 212 Milliarden aufgekauft. Faktisch wurde weitaus mehr Geld "verliehen"

Berlin - Die finanziellen Risiken der Europäischen Zentralbank (EZB) sind Medieninformationen zufolge deutlich höher als bisher angenommen. Offiziell hat die Zentralbank Staatsanleihen mit einem Volumen von 212 Milliarden Euro aufgekauft. Sie stützt damit Euro-Krisenstaaten wie Griechenland und Italien. Faktisch habe die EZB den Staaten aber - über eine Finanzierung der dortigen Banken - weitaus mehr Geld geliehen, berichtete die "Welt am Sonntag". Im Falle von Staatspleiten könne der Notenbank deshalb ein zusätzlicher Ausfall von hinterlegten Sicherheiten im dreistelligen Milliardenbereich drohen.

Hintergrund sind staatlich garantierte Bankanleihen, die die Notenbank von Finanzhäusern als Sicherheit für die Ausgabe von Liquidität akzeptiert. Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" haben Banken in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Irland solche staatsgarantierten Anleihen mit einem Volumen von 208,7 Milliarden Euro aufgelegt, die nur mit einer Garantie ihrer wackeligen Heimatländer besichert sind. Von der Möglichkeit, solche Anleihen als Sicherheit beim Euro-System zu hinterlegen, hätten Banken aus den Peripherie-Staaten rege Gebrauch gemacht haben, berichtete die "WamS" unter Berufung auf mehrere Notenbanker.

Einheit und Entschlossenheit gefragt

Das neue deutsche Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen will im EZB-Direktorium nach eigenen Worten Teamspieler sein. Das Exekutiv-Direktorium müsse nach außen geschlossen auftreten, sagte er der Zeitung. Das frühere EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark hatte die innerhalb der EZB getroffenen Entscheidungen auch öffentlich kritisiert. Der frühere Finanz-Staatssekretär Asmussen ist anders als Stark nicht EZB-Chefvolkswirt - diesen Posten bekam in der vergangenen Woche überraschend der Belgier Peter Praet.

Unterdessen kritisierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn im "Spiegel" mangelnden deutschen Einfluss in der EZB. Deutschland sei dort zunehmend "an den Rand gedrängt", sagte er. "All die schönen Sprüche, dass die EZB nach dem Modell der Bundesbank funktionieren würde und Deutschland als größtes Land eine Sonderrolle behalte, erweisen sich als Schall und Rauch." Dass mittlerweile weder der Präsidentenposten noch die Aufgabe des Chefvolkswirts von Deutschen besetzt seien, verdeutliche dies.

Mehr Druck auf die Staaten

Der neue EZB-Präsident Mario Draghi werde zwar nicht unbedingt einknicken im Streit um höhere Staatsanleihen-Käufe durch die EZB. Stattdessen werde er "vermutlich den Druck auf die Staatengemeinschaft erhöhen, die Staatspapiere über den Luxemburger Rettungsfonds ESM zu kaufen", sagte Sinn. "Das ist zwar weniger schlimm, als wenn die EZB kauft, aber schlimm genug, weil Deutschland auch damit zu einem Gläubiger der Südländer wird. Wir sitzen so oder so in der Falle."(APA)

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Posting 1 bis 25 von 36
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Alkolix
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das ist doch totaler unsinn

die EZB kann kein risiko haben, denn sie muss das geld niemandem zurückzahlen

und wenn sie 10Billionen € 1000 Jahre lang im Minus ist kostet das genau garnichts

CEEIT
00
Hier irren Sie leider

Erwin Wolfram
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...

das sind alles gmbhs.

CEEIT
00
Es sind noch viel mehr siehe im link unten:

http://www.synercon.at/de/untern... uchstellen

Mein Grossvater hiess Israel Blank
00
Also keine 200 sondern 500

natoll
01

die ezb hätte diesen schmarrn nie akzeptieren dürfen. das war der anfang vom ende.

Ruben Weil
03
Meine Leitwährung ist inzwischen nicht mehr der €uro!

Kleine und schwere dazu gelblich glänzende Metallstücke erfreuen mein kriesengeplagtes und verängstigtes Anlegerherz!

ratio77
02
Dann gibt es wenigsten noch Vermögen,

das man besteuern kann.

Ruben Weil
00
Das Risiko der Zentralbanken ist

auch mein Risiko. Ein kleiner Bürger!

ratio77
01
Ist es nicht ein politisches Risiko?

Wer verhandelt denn einen Schuldenschnitt?

Umgekehrt sind die Bankeinlagen bei der EZB auf Rekordhoch, da sich die Banken untereinander nichts mehr leihen.

Hat das vielleicht was zu tun mit dem EURIBOR, der ja nur ein Durchschnittszinsatz ist?

Ich hätte mir nach der letzten Zinssenkung der EZB einen deutlicheren Rückgang des Euribor erwartet.

Banken können sich somit billig mit Geld eindecken und zu hohen Zinssätzen, die sie sich untereinander selbst verrechnen, an ihre Kunden weitergeben.

-> Bindung der Kredite an den EZB Leitzins (je nach Laufzeit (3M, 6M, 1J, ...) mit einem fixen Aufschlag.

carbonara
02
Sind ja nur Haftungen, hahaha

So ähnlich stelle ich mir vor, einen Ertrinkenden zu retten - am Ende ersaufen beide.

Thomas turnbichler
015
Griechenland druckt bereits den Euro über die EZB!

Das geht ganz einfach und ohne Einschränkenung seitens der EZB. Denn gibt ein Eurostaat eine Staatsgarantie ab, so kann sich die jeweilige Bank aus diesem Land bei der EZB den Euro holen zu einem Zins von 1%.

Was diese Bank damit macht, ist ihr überlassen. Es hört sich unglaublich an, entspricht aber den Tatsachen. Somit kann diese Bank wiederum einem Land Kredite gewähren. Im Falle Griechenland kein schlechtes Geschäft, bei einer Rendite von gegen 30% oder mehr!

Ich denke auch dem letzten Eurofanatiker sollte langsam bewusst sein, was für eine selbstmörderische Geldpolitik im Euroraum herrscht. Mit dieser Währung belasten wir nicht nur unsere zukünftigen Generationen, auch der Unfrieden und Zwist in Europa wurden nachhaltig gesät.

higgs - wozu?
24

ist aber gar nicht auf europa beschränkt - ist ein globales problem ausgelöst von der welt(leit)währung us dollar, der ja auch die basis für den euro ist. die grundproblematik ist des verzinste geldwesen in privathand und die verpflichtung jedes staates sich jeden geldschein, der im umlauf ist, bei diesen privaten gegen zinsen ausborgen zu müssen - wenn geld nur durch schuld in umlauf kommt, diese schuld verzinst ist und die geldmenge dadurch permanent wachsen muß wärend sie sich permanent und völlig automatisch vom faktor "arbeit" in richtung des faktors "kapital" umverteilt - das führt zu den verwerfungen auf allen ebenen die wir momentan erleben

Thomas Zehetbauer
 
03
Die Amerikaner

haben die Zinsen defakto unter die Inflation gedrückt und bauen die problematische Verschuldung dadurch ab. Nicht nur beim Staat, sondern auch bei den ebenfalls überschuldeten Unternehmen und Haushalten.

Die USA haben sich 1933 mit dem "New Deal" schon einmal aus einer ähnlichen Situation befreit. In Europa haben die Staaten damals versucht sich aus der Krise zu sparen, das Ergebnis waren bekannte Diktaturen wie Austrofaschismus (Dollfuss), Frankismus (Franko), Faschismus (Mussolini) und Nationalsozialismus (Hitler).

Und auch heute sind in Ungarn wieder bedenkliche Ansätze zur Lösung der Krise zu beobachten...

GreenTwig
00
negativ

Die New Deals waren im Grunde protektionistische Maßnahmen, welche globale Transaktionen und Arbeitsteilung erschwerten, den Wohlstand damit weiter reduzierten und aus einer normalen Depression eine Große Depression machten. Dies wiederum verstärkte die Arbeitslosigkeit in Europa und führte zu den bekannten Entwicklungen.

Post(er)
10

Ja eben, deswegen braucht man ja den Euro, damit nicht schon wieder jeder sein eigenes Süppchen kocht. Ist das so schwer zu verstehen?

Poldi Fesch
10
Es waere an der Zeit

die senilen DM- Nostalgiker zu pensionieren

proteus
00
Ist doch alles kein Problem

Ob 5 oder 50% Inflation ist einem italienischen EZB-Präsidenten auch schon wurscht und die Deutschen werden brav weiter zahlen, die verstehen das als Ablasszahlungen für den 2. Weltkrieg.

Thomas turnbichler
27
Wir sitzen auf hohen Risiken!

Nicht die EZB sitzt auf hohen Risiken, es ist der Steurzahler in den jeweiligen Euroländer. Geht ein Land Pleite oder geht eine Bank Pleite für die ein Land eine Staatsgarantie ausgesprochen hat, schlägt das voll auf die übrigen Euromitgliedsländer durch!

Risikoländer und Banken aus den PIIGS-Staaten stehen bei 209 Milliarden! Alleine Griechenland hat über seine Schrottbanken 50 Milliarden aufgenommen!

Ich habe mehrfach gewarnt vor diesem Lehman-Draghi. Er treibt die gesunden Eurostaaten mit seiner Geldpolitik vollends und unwiderruflich in die Haftungsunion. Was heist treiben, wir sind längst in dem brennenden Eurohaus ohne Ausgang.

Es ist höchste Zeit diesen Euro aufzugeben. Alles brutal schmerzhaft und teuer, jedoch der letzte Ausweg!

Post(er)
10

Ich bin froh, dass es den Euro gibt und es würde sowieso nicht anders gehen.

Wer wie Sie von "brutal" redet, der weckt bei mir nicht wirklich Vertrauen. Sie haben nicht verstanden, dass der Euro genau deshalb existriert um diese Krisen besser zu bewältigen. Sie vergessen die vielen Optionen, die es noch gibt, und gehen von einer wenig kreativen Zukunft aus.

Sie brauchen keine Angst haben, solange es hier den Euro gibt. (siehe die von Ihnen erwähnte Geschichte)

CEEIT
00
Die Idee des EURO war und ist ja gut -

nur die Umsetzung war äußert mangelhaft.

higgs - wozu?
12

richtig - allerdings muß zeitgleich die grundproblematik unseres geldsystems, nämlich die permanente umverteilung durch den zins und das damit verbundene permanente geldmengenwachstum abgestellt werden - sonst können wir gleich den euro=us dollar behalten und einfach einen reset wie vor 70 jahren machen.

Peter_23
32
"Offiziell hat die Zentralbank Staatsanleihen um 212 Milliarden aufgekauft. Faktisch wurde weitaus mehr Geld verliehen".

Richtig.

Nennt man in Klartext auch Bilanzfälschung. Betreibt natürlich auch die EZB.

Poldi Fesch
61
Bloedsinn

da muesste man erst wissen, wie die SpringerAG die sache sieht. Wenn dort auch so kindische DM _ Nostalgiker sitzen, was zu vermuten ist, da sie immer auf den Kasperl Sinn zurueckgreifen, kannst den gesamten Artikel vergessen

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