Caritas-Präsident

Landau wehrt sich gegen Begriff "Ankerkinder"

8. Jänner 2012, 13:03
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    foto: apa/hochmuth

    "Wer solche Menschen auf die Straße stellt, schafft Obdachlosigkeit und riskiert Sicherheitsprobleme", sagt Caritas-Präsident Michael Landau.

"Schäbig, herzlos und inhaltlich falsch" - Landau warnte davor, "Menschen unversorgt auf die Straße zu stellen"

St. Pölten/Wien - Die Asyl-Debatte der vergangenen Woche ist bei Caritas-Wien-Direktor Michael Landau in einigen Punkten auf Missfallen gestoßen. Vor allem der Begriff "Ankerkinder", der zuletzt in mehreren Medien auftauchte, sei "schäbig, herzlos und auch inhaltlich falsch", betonte er am Sonntag im Gespräch mit der APA. Mit "Ankerkindern" sind Minderjährige gemeint, die alleine ins Land reisen, Asyl beantragen und nach positivem Abschluss ihre Familie nachholen. "Ich verwahre mich gegen die generelle Diffamierung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als 'Ankerkindern'."

Dass Eltern und Geschwister nach Bewilligung des Asyls nachkommen dürften, sei "nicht nur im Hinblick auf das Kindeswohl sinnvoll", meinte er. Es sei schließlich davon auszugehen, dass nicht nur Kinder und Jugendliche etwa politisch verfolgt würden, sondern auch der Rest ihrer Familie.

Landau warnt davor "Menschen unversorgt auf Straße zu stellen"

Die Ankündigung von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die Grundversorgung nur mehr so lange auszuschütten, bis eine rechtskräftige Entscheidung gefallen ist, sah Landau mit gemischten Gefühlen. Er warne davor, "Menschen unversorgt auf die Straße zu stellen", nicht jeder sei abschiebbar - etwa wenn das Heimatland die Papiere verweigere. "Wer solche Menschen auf die Straße stellt, schafft Obdachlosigkeit und riskiert Sicherheitsprobleme." Man müsse in solchen Fällen "sehr behutsam vorgehen".

Die 2011 im Vergleich zum Jahr davor um 31 Prozent gestiegene Anzahl von Asylanträgen werde statistischen Vergleich relativiert, so der Caritas-Direktor. "2010 war das Jahr mit der geringsten Anzahl von Flüchtlingen im Zehnjahresvergleich", stellte er fest. 2002 etwa habe es über 39.000 Anträge gegeben, 2011 rund 14.400. Eine Ergänzung der Bund/Länder-Vereinbarung zur faireren Aufteilung von Asylwerbern sei aber dringend nötig, bemerkte Landau. "Es kann nicht sein, dass hier Wien und Niederösterreich die Hauptlast tragen."

Zudem sei sicherzustellen, dass Minderjährige nach Zulassung zum Asyl-Verfahren in für sie spezifischen Einrichtungen mit Betreuung untergebracht würden: "Kinder gehören nicht in Großlager, da hat die Innenministerin Recht". Deren Überlegung, das mit der Grundversorgung gewährte Taschengeld von 40 Euro in Form von Gutscheinen oder als Quickcard zur Verfügung zu stellen, hielt der Caritas-Direktor hingegen für "relativ unpraktikabel" und "Stimmungsmache". 40 Euro im Monat seien ein "eher geringer Betrag in Österreich". Dass jemand davon viel sparen könne, sei "eher nicht anzunehmen". (APA)

Kommentar posten
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das ist fix
00
12.1.2012, 18:15

kannte diesen (unnötigen) neuen begriff gar nicht - bis zur überflüssigen wortspende von herrn landau...

eowyn eowyn
12
11.1.2012, 07:50
grad die caritas...

mich regt diese pseudomoral der caritas so auf, ich kann es gar nicht sagen....
wer pflegeanvertraute in seinen altenheimen - verhungern lässt - weil sie aufgrund eines schlaganfalles nicht essen können - der hat für mich keinen anspruch auf moralische denkanstösse.
Ja mir ist klar, das es nicht dieser Herr persönlich ist, aber nach vielen vorwürfen in diese richtung sollte man sich vielleicht darum kümmern und nicht um moralische ansprachen an die nation!!

johannes schenk1
12
11.1.2012, 16:56
Bitte mehr Infos: woher haben Sie das, wie ist das

belegt, was sagt die Staatsanwaltschaft? So etwas ist doch keine Kleinigkeit - wenn das stimmt, muss es dazu doch Berichte und Urteile geben?
Bitte um nähere Info. Wenn Sie die allerdings nicht haben, dann finde ich es höchst bedenklich, so etwas zu posten - denn hier geht es um einen Kriminalfall - zumindest so wie Sie es bringen!

"...wer pflegeanvertraute in seinen altenheimen - verhungern lässt - weil sie aufgrund eines schlaganfalles nicht essen können..."

mir is powidl
23
11.1.2012, 13:08

Denken Sie sich einmal Österreich ohne alle kirchlich motivierten/initiierten Sozialinitiativen. Na bravo ... da hätten wir ein Problem.

Abgesehen davon: Inhaltlich hat er doch Recht, oder? Und dann find ich jede Stimme gut.

johannes schenk1
01
10.1.2012, 21:27
Es gibt einige Postings, die zwar bei mir im email

landen, die ich aber mit dem link nicht aufmachen kann und bei über 300 posts nicht suchen möchte, beziehungsweise die hier auch noch nicht aufgetaucht sind.
Einige davon sind mehrere Stunden alt - es ist also nicht nur eine Zeitfrage.
Ich entschuldige mich bei jenen, denen ich so eine Antwort schuldig bleibe und frage die Standard-online-Redaktion oder wer immer hier zuständig ist, ob man mir erklären kann, was das bedeutet.

Pierre d´Aubusson
00
10.1.2012, 23:25

Schuld sind Sie, denn da stimmt irgendwas am Inhalt nicht. Ich kenne das.

johannes schenk1
00
11.1.2012, 07:12
Ich rede nicht von meinen Postings, die verschwinden,

sondern von Reaktionen, die ich bekomme, die bei mir in den emails landen, aber im Forum nicht zu finden sind und auf die ich daher nicht wieder reagieren kann.
Und es sind Beiträge dabei, die wohl kaum der Zensur zum Opfer fielen.

Arbeiter
14
11.1.2012, 15:54
Also meine Repliken enden sicher in der Zensur, Johannes!

Ich bin kein Linker und nicht blöd und nicht ganz ungebildet. Also widerspreche ich oft der Blattlinie oder was z.B. "SprachwissenschafterInnen" sagen. Wenn ich Glück habe, kommt mein Posting und nicht selten gibt es dann viele Reaktionen und ich konnte einer spannende Diskussion anzünden. Aber weiter geht es nicht. Die Werkstätte mancher muss geschützt werden.

strangerinastrangeland
 
00
11.1.2012, 10:47

Ich denke, dass Sie bei Ihren Postings die Option "Ich möchte Reaktionen auf meinen Kommentar per E-Mail erhalten." angehakt habe.

Fallen diese Reaktionen dann der Zensur oder einem Foromat-Bug zum Opfer, dann bekommen Sie das Mail, obwohl das Posting nicht im Forum sichtbar wird und daher auch der Permalink nicht funktioniert.

johannes schenk1
00
11.1.2012, 11:54
Es muss wohl der Foromat-Bug sein, was immer das ist

denn keines der betroffenen Postings ist in irgendeiner Weise zensur-bedürftig - oder wenn doch, dann frage man sich, wieso andere, ärgere nicht zensiert worden sind...
Da ich aber in diesem Forum - versehentlich - "ich will alle Kommentare zu diesem Artikel" geklickt habe und mindestens bei zehn der Link nicht funktioniert hat, würde das heißen, dass der erwähnte Bug immerhin jedes 35. posting verschwinden lässt - also immerhin ca. 3% das ist nicht wenig.

binnenischmarrn
 
00
11.1.2012, 18:13

ja, passen sie auf sensible schlüsselwörter auf...schreiben sie ihr post etwas um..dann stehn die chancen ganz gut...

johannes schenk1
00
11.1.2012, 18:24
Es sind nicht meine Posts, die nicht durchgehen -

es sind Antworten auf meine posts - die ich zwar bekomme - via email - und lesen kann, die aber im Forum nicht auftauchen und auf die ich daher nicht mehr antworten kann - offensichtlich setzt die Zensur erst nach der Weiterleitung ein - wenn es denn die Zensur ist. Und das kommt mir seltsam vor.

binnenischmarrn
 
00
11.1.2012, 19:53

ja, das ist auch klar, dann gilt für die antworter das gleiche. dort sind schlüsselw. drinnen, auf grund derer der forom. das raushaut. der weg über die mailbenachrichtigung ist davon nicht betroffen. ...entweder der antwortpost ändert und schickt nochmals oder sie leben leider damit...

strangerinastrangeland
 
00
11.1.2012, 12:58

Die Zensur wird es kaum schaffen alle Postings genau zu lesen, also wird wahrscheinlich mit Keywords gearbeitet und Postings, die diese enthalten zur genaueren Begutachtung zurückgehalten.

Ressourcen sind knapp, sodaß sich das mit der Begutachtung wahrscheinlich auch nicht immer ausgehen wird und so wird wohl ein Teil der Postings nach einer Frist, wahrscheinlich 24h, ungelesen gelöscht.

Wie genau geprüft wird, hängt vom Thema des Artikels ab, Wissenschaft geht meistens sofort durch, Ausländer und andere sensible Themen werden auf der Goldwaage geprüft.

Timagoras
 
82
10.1.2012, 12:46
dieses forum

scheint ein tummelplatz blauner wiedergänger zu sein ...

johannes schenk1
00
11.1.2012, 07:17
Ich habe schon ausdifferenziertere Kritik von Ihnen gelesen.

Mit diesem braun hin oder her kommen wir auch nicht weiter.
Es ist doch offensichtlich, wenn man hier so die Beiträge liest, dass bei Vielen eine Mischung von mangelnder Information, irrationaler Angst und reflexartiger Abwehr vorliegt. Kurz: Xenophobie.

Aber eine Angst ist noch keine politische Haltung und Ängste kann man nehmen, oder schüren - diejenigen, die die Ängste bewusst schüren um damit politisches Kleingeld zu machen, ja die würde ich auch als angebräuntes Gesindel bezeichnen.

Hellcat
23
10.1.2012, 11:37
Ich würde es auch machen

Wie kann in afghanisches oder somalisches Familienoberhaupt, das ein paar Tausend Euro zur Verfügung hat, sein Geld besser investieren als in die Schleppung eines Sohnes nach Österreich?
Wenn es funktioniert, dann ist die Rendite fantastisch: Es winkt ein sozial abgesichertes Leben für die gesamte Familie in einem der reichsten Länder der Welt, erkauft mit einer Einmalinvestition von ein paar Tausend Euro.
Jeder ist dumm, der stattdessen versucht, seine Familie durch Viehhaltung oder Gründung eines kleinen Handwerksbetriebes über die Runden zu bringen.
Hütte und Kühe verkaufen, und ab nach Österreich, das ist ist die rationalste Alternative.

Hudri Wudri
52
10.1.2012, 11:49
Verstehe

Afghanen und Somalier sind Kuh- (und Kamel-)treiber, haben ein reiches Familienoberhaupt mit vielleicht noch vielen Kindern.
Leute, glaubt Ihr wirklich immer noch, dass Asylanten (fast) nur Wirtschaftsfluechtlinge sind?

Lassiter
 
00
13.1.2012, 18:30

JA!!!!!!!!!

Hellcat
24
10.1.2012, 12:33

Wenn eine Familie keine Geld und keine Kühe hat, dann kann sie logischerweise auch keinen Sohn nach Österreich bringen. Wenn sichs jeder leisten könnte, dann würde es ja jeder machen.

dieDritteGeneration
00
22.1.2012, 22:18

Die Kühe hat die Familie vielleicht daher, dass sie ihre Tochter verkauft haben.

strangerinastrangeland
 
27
Zynisch, herzlos, aber inhaltlich nicht falsch.

Gibt es einen Vorschlag für einen politisch korrekten Begriff, den ich benutzen darf, um die Tatsache zu beschreiben, dass Menschen ihre Kinder benutzen, um in ein wohlhabenderes Land einzuwandern?

Michael Bakunin
53
10.1.2012, 12:55

Dafür braucht man keinen Begriff.
Wenn nämlich jemand als Flüchtling anerkannt wird, dann wird er aus den gesetzlich anerkannten Gründen verfolgt und hat einen Rechtsanspruch auf Asyl. Egal, ob ed ein Kind oder ein Erwachsener ist. Dass es sinnvoll ist bei Kindern die Eltern nachreisen zu lassen, versteht sich ja von selbst. Dazu braucht man keine diffamierende Ausdrücke verwenden.
Es sind einfach Flüchtlinge.

binnenischmarrn
 
21
11.1.2012, 04:53

das ist genau das perfide- kinder werden benutzt . es zählen eben nicht nur asylgründe sondern auch tränendrüsen um in der öffentlichkeit entsprechend druck zu machen...

Michael Bakunin
12
11.1.2012, 13:11

was heißt benutzt? wenn es flüchtlinge sind, dann haben sie eben ein recht auf asyl. egal ob es dir passt oder nicht. wir sollten froh sein darüber, dann junge menschen ins land kommen.

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