Gruber als bester Österreicher auf Rang sechs
Oberstdorf - Der Norweger Mikko Kokslien hat am Sonntag beim
Weltcup der Nordischen Kombinierer in Oberstdorf seinen ersten
Saisonsieg gefeiert. Kokslien setzte sich im Zielsprint des
10-km-Laufs gegen seinen Landsmann Magnus Moan (0,5 Sekunden zurück)
und den Deutschen Björn Kircheisen (+1,2) durch. Als bester
Österreicher belegte der nach dem Springen zweitplatzierte Salzburger
Bernhard Gruber Rang sechs (4,9). Der Franzose Jason Lamy Chappuis,
zuletzt in Österreich dreimal Erster, festigte mit Rang sieben seine
überlegene Führung in der Gesamtwertung.
Die Österreicher hatten einmal mehr das Springen dominiert.
Christoph Bieler war als Führender mit neun Sekunden Vorsprung auf
Gruber in den Langlauf gestartet. Bis zur Hälfte des Rennens konnte
der Tiroler einen knappen Vorsprung halten, wurde dann aber von einer
13-köpfigen Verfolgergruppe eingeholt.
Im letzten Anstieg vor dem Ziel setzten sich schließlich Kokslien,
Moan und Kircheisen ab. Im Finish hatte der 26-jährige Kokslien das
bessere Ende für sich und feierte seinen zweiten Einzel-Sieg nach
Lillehammer im Dezember 2010. Norwegens Kombinierer, die im Springen
vom Österreicher Klaus Huber trainiert werden, holten damit den
vierten Saisonsieg nach den Premieren-Erfolgen von Magnus Krog,
Haavard Klemetsen und Jan Schmid.
Im Sprint um Rang vier musste sich Gruber knapp dem Japaner Akito
Watabe und dem Deutschen Eric Frenzel geschlagen geben. "Das Springen
war wieder absolut in Ordnung. Im Rennen habe ich zu wenig riskiert.
Meine Position für den letzten Anstieg war nicht ideal - da wurde ich
von einigen Gegnern blockiert. Aber die Form stimmt und das Podest
lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten", meinte Gruber, der
sein fünftes starkes Ergebnis in Serie (Plätze 5, 5, 4, 4, 6) holte
und sich im Gesamtweltcup auf Rang sieben schob.
Die Tiroler Bieler (12.) und Wilhelm Denfil (13.) verpassten die
Top Ten um über 13 Sekunden. "Der Sprungsieg war ein schöner Erfolg.
Beim Laufen fehlt noch ein Quäntchen, damit ich dann auch bis zum
Schluss ganz vorne mitlaufen kann. Das wird aber noch kommen und dann
sind auch Topplatzierungen möglich", sagte Bieler. Mario Stecher war
nach dem Springen (32. mit 1:51 Minuten Rückstand) ohne Chance auf
einen Spitzenplatz und landete schließlich noch hinter Tomaz Druml
(19.) auf Platz 24.
ÖSV-Cheftrainer Bard Jörgen Elden bilanzierte nach Einzel und
Platz drei in der Staffel zwiespältig. "Am Samstag beim Teambewerb
haben wir sportlich und taktisch geglänzt. Heute ist uns das leider
nicht mehr so gut gelungen. Wie schon vor Weihnachten ist unsere
Ausgangsposition wirklich gut, aber es läuft noch nicht alles so
zusammen, wie ich mir das vorstelle, damit auch Podestplätze im
Einzel entstehen können", erklärte der Norweger. (APA)