Hamas und Fatah wollen Gefangene austauschen

8. Jänner 2012, 08:31

Koordinator: Auch Zeitungen sollen wieder erscheinen

Gaza - Die beiden wichtigsten Palästinenser-Bewegungen, Hamas und Fatah, haben sich auf einen Austausch ihrer politischen Gefangenen geeinigt. Die radikalislamische Hamas und die säkulare Fatah von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) wollten bis zum 15. Jänner eine Liste mit den betroffenen Häftlingen vorlegen, sagte der Koordinator des so genannten Freiheitskomitees, Khaled al-Batch, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Zudem hätten sich beide Seiten bei ihren Gesprächen in Gaza darauf verständigt, dass die Zeitungen aus dem Westjordanland wieder im Gazastreifen und die Zeitungen aus dem Gazastreifen wieder im Westjordanland erscheinen dürften. Die Presseerscheinungen aus dem jeweils anderen Palästinensergebiet waren seit Jahren verboten gewesen.

Die Palästinensergebiete sind seit 2007 politisch geteilt: im Gazastreifen regiert die Hamas, im Westjordanland die Fatah. Die verfeindeten Bewegungen schlossen im vergangenen Frühjahr überraschend ein Versöhnungsabkommen. Dieses sieht die Bildung einer Übergangsregierung aus Unabhängigen vor, die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen organisieren soll. Das Freiheitskomitee wurde mit dem Abkommen eingesetzt und koordiniert die Gespräche zwischen beiden Parteien. (APA)

Dani B.
03

niemand regt sich auf darüber, ob diese politischen gefangenen rechtmässig gefangengehalten wurden. niemand stellt die frage nach den haftbedingungen in den gefängnissen in gaza oder nablus.

solche "details" interessieren eben nur im zusammenhang mit israel.

zur not kann man ja immer noch die schuld an eventuellen missständen israel in die schuhe schieben.

Reddogg
 
30

Natürlich interessiert(e) es die Menschen, ok nicht in unserer hemisphäre. Aber z.B. die Palästinenser als sie wählten, oder als die Hamas ca. 1-1.5Jahre nachdem sie die Wahl gewonnen hatten und der Innenminister immer noch nicht die Hoheit über die Sicherheitskräfte hatte (sondern die Fatah) die fast täglich nicht nur gegen Mitglieder der pol. Hamas sondern auch gegen Zivilisten vorgingen, Inhaftierungen, Folter und Totschlag. Aber davon wollte der Westen nichts wissen, aber umso näher dürften wir sein als mil.Fatah-Mitglieder(ok bei uns waren sie dann pol. Fatah-Mitglieder) von Dächern gestürzt wurden oder andersweitig selbst im Kugelhagel getötet wurden (bei uns hieß es dann natürlich Hamas geht gegen die fatah vor, niemand fragte warum)

miss chicken
54
Versühnung - Übergangsregierung - demokratische Wahlen

Das klingt verheissungsvoll.
Ob der letzte Akt auch zustande kommt, das hängt stark vom guten Willen Israels ab.
Und Israel hat die Demokratisierung in Nachbarländern bis jetzt primär als Bedrohung erlebt. Soll es jetzt wirklich eine weitere Demokratisierung Palästinas zulassen?

Carlito336
55
Versöhnung sieht Israel nicht gern

Das bringt Stabilität und Frieden und damit weniger Möglichkeiten die Gegner gegenseitig auszuspielen.

rock a boogie beaten
 
02
???

Jetzt ist I. sogar noch daran Schuld, dass sich Hamas und Fatah die Birne einhauen

der Rabe
36
Innerer Friede und Einigkeit

sind die Voraussetzung, wenn Palästina sich erfolgreich gegen die Besatzungmacht behaupten will.

der Rabe
44
Einigung -

das ist das, was Israel am meisten fürchtet und mit allen Mitteln zu vereiteln versuchte.
Wird Israel jetzt eine noch fundamentalistischere Gegenbewegung zu PLO und Hamas ins Leben rufen?

Israel kann aber auch alle Gesprächsansätze torpedieren, das hat sich in den letzten Monaten bewährt. Die Doppelstrategie hat funktioniert: keine vertragliche Bindung mehr eingehen, und bestehende Verträge einfach ignorieren.
Da können sich die Palästinenser brausen gehen.

rock a boogie beaten
 
01
???

Also wenn sich die P. so leicht gegenseitig durch I. aufhetzen lassen, dann spricht das aber nicht für deren IQ.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.