Obama setzt bei Militär den Rotstift an

6. Jänner 2012, 18:47

Schlanker, agiler, flexibler: Präsident Obama hat den Streitkräften striktes Sparen verordnet - Dem Rivalen China will man Paroli bieten

Die Aufgaben der Zukunft orten US-Strategen vor allem in Asien und im Pazifikraum.

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Es kommt nicht oft vor, dass sich ein US-Präsident in den bunkerähnlichen Presseraum des Pentagons begibt, um eine neue Militärstrategie vorzustellen. Barack Obama war am späten Donnerstagabend nach langer Pause der erste, ein Commander in Chief, der einen schwierigen Drahtseilakt zu meistern versuchte.

Einerseits müssen die Streitkräfte das Sparen lernen. Allein die prekäre Kassenlage diktiert Kürzungen, verbunden mit neuen strategischen Ansätzen. Andererseits will sich der Staatschef gerade in einem Wahljahr nicht nachsagen lassen, er setze Amerikas Vormachtstellung aufs Spiel.

"Ja, unser Militär wird schlanker werden" , sagte er. "Aber die Welt muss auch wissen: Die Vereinigten Staaten werden ihre militärische Überlegenheit wahren, mit Streitkräften, die agil und flexibel sind." Die nationalen Verteidigungsausgaben, betonte Obama, seien noch immer größer als jene der nachfolgenden zehn Länder zusammengenommen.

Nach Plänen von Verteidigungsminister Leon Panetta soll die Armeestärke von 570.000 auf 490.000 Soldaten sinken. Noch ist kein genauer Fahrplan bekannt, doch glaubt man Berichten, soll die Reduzierung bis 2020 vollzogen sein. Begleitet wird der Truppenabbau von einer veränderten Militärdoktrin. Demnach werden die USA in Zukunft nicht mehr in der Lage sein, über Jahre hinweg zwei Kriege zugleich zu führen - wie in Afghanistan und Irak.

Das neue Konzept läuft darauf hinaus, nur noch einen größeren Konflikt siegreich zu Ende zu bringen. Darüber hinaus soll es lediglich möglich sein, die Absichten eines zweiten Rivalen in einer anderen Weltgegend empfindlich zu stören. Dass die US-Strategen dabei in erster Linie an China denken, ist längst kein Geheimnis mehr. Auf der weltpolitischen Agenda des Weißen Hauses rangieren Asien und der Pazifik an erster Stelle. Folgt man dem, was hier und da durchsickert, konzentriert sich das Pentagon bei seinen Sandkastenspielen vor allem auf eventuelle Luft- und Seeschlachten im pazifischen Raum.

Um China Paroli zu bieten, verzichten die USA darauf, die Zahl ihrer Flugzeugträger von elf auf zehn zu verringern, wie es einmal angedacht worden war. Obama, schreibt die New York Times, soll diesen Plan abgelehnt haben, weil er dem wachsenden Einfluss Pekings eigene Stärke entgegensetzen wolle. Dafür soll das in Europa verbliebene US-Kontingent weiter ausgedünnt werden, zur Debatte steht offenbar ein Abzug von rund 4000 GIs.

Sicher ist dagegen, dass sich am Sparzwang auf absehbare Zeit nichts ändern wird. In den nächsten zehn Jahren muss das Pentagon im Vergleich zu den Hochrechnungen der Ära Bush mit 470 Milliarden Dollar weniger auskommen. Weitere 500 Milliarden an Einsparungen könnten folgen. (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2012)

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dr.no3
50
hört sich nach einer massiven steigerung

der militärausgaben an

Malkaye
66
Was soll dieses Belügen?

Nur weil Schornalisten nicht nachdenken, heißt das noch nicht, dass der geneigte Leser dies auf nicht kann.

Gerade erst hat Obama den nächsten Rekord-Militärhaushalt über 662 Mrd. Dollar für 2012 abgesegnet (er wollter MEHR - 671 - wurde aber von den REPUBLIKANERN ausgebremst).

Jedes Jahr - auch nach Bush - wurde es immer mehr, aber wir hören immer "Sparen"...

Sepp Depp
20
schornalisten

also,lieber schonalistenkrikker, die rechtschreibung is scho a wiklicha hamma, da felt nix

hurchzua
00
10.1.2012, 11:06
er will offensichtlich der "Zens uHr" ausweichen...

Cucumuch
79
Die nationalen Verteidigungsausgaben--> DAS SIND

aber keine "Verteidigungsausgaben" Herr Nobelpreisbetrüger, sondern zu 99,99% Angriffsausgaben.
Verblöden sie ihre an sich schon blöde Bevölkerung nicht noch durch falsche Wortwahl!

mfg

Peter Sil
00
Natürlich geht es um Verteidigung.

Allerdings nicht von Staaten oder deren Territorien, sondern von Interessen.

quo_vadis_austria
00

"Natürlich geht es um Verteidigung.
Allerdings nicht von Staaten oder deren Territorien, sondern von Interessen."

Das "Interesse" am irakischen Öl zB. erlaubt also die Abschlachtung von zwei MILLIONEN irakischer Zivilisten ohne dass es als ein Angriff gewertet wird? Oder wie sonst ist dieses Statement zu verstehen?

Peter Sil
00

Das dürfen Sie verstehen, wie Sie wollen.
Seien Sie aber bitte so nett und versuchen nicht, in meinem Posting eine Wertung zu sehen.

denke
11

Ein US-Chinese sollte am. Außenminister werden.
Das stärkt die Demokratiebewegung in China.

zimbo
 
32
Villeicht sogar in den USA.

quo_vadis_austria
00

Halte ich nicht für wahrscheinlich ... die wissen ja noch nicht einmal wer die letzten echten Hoffnungsträger amerikanischer Demokratiebewegungen (John F. Kennedy, Malcolm X, Marting Luther King, ...) mittels Kopfschuss ins Jenseits beförderte!

supermike
42
Obama setzt bei Militär den Rotstift an

Dann werden die US Geheimdienste schon fleissig zündeln (Iran, Syrien) damit das nicht passiert.

quo_vadis_austria
01

"Darüber hinaus soll es lediglich möglich sein, die Absichten eines zweiten Rivalen in einer anderen Weltgegend empfindlich zu stören. Dass die US-Strategen dabei in erster Linie an China denken, ist längst kein Geheimnis mehr."

Hoppala, was sind denn das für neue Regeln!??
Wirtschaftlicher Erfolg durch Strafe bei US-Militär verboten!??

Totaler Durchblicksstrudel
31

Mit dem wirtschaftlichen Erfolg in China werden naturgemäß auch die imperialistischen Gelüste dort größer. Diesen muss jemand entgegen treten und es ist bei weitem besser die USA tut das, als Japan.
Man darf dabei nicht ausblenden, dass China viele ungelöste territoriale Streitigkeiten mit seinen Nachbarn im Süd- und Ostchinesischen Meer hat.

quo_vadis_austria
20

"...werden naturgemäß auch die imperialistischen Gelüste dort größer."

Sie sollten von der räuberischen Natur der bisherigen Kolonialmächte nicht auf die Natur des friedliebenden Chinesischen Volkes schliessen! Dass die - friedliche und mit wirtschaftlichen Mitteln erfolgende - Sicherung der elementarsten Bedürfnisse wie zB. Rohstoffe schon als "imperialistisch" betrachtet wird während man selber aus genau dem Grund zB. im Irak zwei MILLIONEN Zivilisten abschlachtet zeugt von einer aggressiven Ignoranz die ihresgleichen sucht!

eolith421
00
11.1.2012, 10:24

Was war nochmals 1986 am Tian’anmenplatz, was ist mit Tibet passiert, was passiert mit Kritikern des Regimes?

Totaler Durchblicksstrudel
00

Das klingt ja sonderlich vernünftig. Ruf sie doch bitte an und erzähl ihnen, dass sie gar keine Flugzeugträger brauchen!

quo_vadis_austria
00
Ruf sie doch bitte an und erzähl ihnen, dass sie gar keine Flugzeugträger brauchen!

Jedes Land dieser Welt das auch nur irgendetwas von Wert besitzt oder wirtschaftlich aufsteigen will ist äusserst gut beraten massivst aufzurüsten weil ansonsten

1. die Zwangsdemokratisierer ihre Propagandamaschinerie anwerfen

2. das Land unter Handelssanktionen stellen und nachdem die Sanktionen das ihre getan haben

3. die Mordindustrie anwerfen und den Rest in Grund und Boden bomben

4. bevor schlussendlich die Rohstoffe den Besitzer wechseln und ein paar dutzend neue Militärbasen der imperialen Armada entstehen!

Totaler Durchblicksstrudel
00

Ein Flugzeugträger dient aber offensiven Strategien. Zur Verteidigung braucht wirklich keiner einen solchen!

quo_vadis_austria
00
"Ein Flugzeugträger dient aber offensiven Strategien. Zur Verteidigung braucht wirklich keiner einen solchen!"

Was ist das? Logik für Downsyndrompatienten?

Eine territoriale Verteidigung und eine Verteidigung der wichtigsten nationalen Interessen muss dort erfolgen wo Angriffe zu erwarten sind. Sei dies nun zu Land, zu Wasser oder im Weltraum!

Bertel Mann
35
"Die nationalen Verteidigungsausgaben, betonte Obama, seien noch immer größer als jene der nachfolgenden zehn Länder zusammengenommen."

Wäre auch eine gute Schlagzeile.
Passt aber nicht zu dem Bild der friedliebenden US-Amerikaner, die bloß Frauenrechte und Demokratie bringen wollen und durch ganz, ganz böse Russen- und Chinesenmilitäers daran gehindert werden.
"Setzt den Rotstift an" ist da viel besser geeignet.

Totaler Durchblicksstrudel
10

Ganz so übel ists nicht, wenn man diese Kosten kaufkraftbereinigt. Würden die Chinesen nach Kosten in der USA rechnen, wären allein ihre Militär-Ausgaben fünf mal höher ;)

quo_vadis_austria
00

Aber nur wenn man nicht rechnen kann und wenn man es mit der Wahrheit etwa gleich hält wie die Kronenzeitung!

Alder
 
10

Gespart wird beim Personal, den Pensionen, der medizinischen Versorgung. Bei der Hardware wird noch eins draufgelegt.
http://rt.com/usa/news/... ategy-251/

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