Pro Kulturbeitrag statt Kirchensteuer: Geld für weltliche Leistungen

Kommentar | Conrad Seidl , 6. Jänner 2012, 18:48

Die Hohen Tauern vor übertriebenen Begehrlichkeiten von Touristikern und E-Wirtschaft zu schützen ist ein Anliegen, das die Errichtung eines Nationalparks gerechtfertigt hat, der von allen Österreichern mitfinanziert wird, ob sie die Naturschönheiten nun selber besuchen oder nicht. Die ORF-Gebühr muss zahlen, wer auch nur theoretisch in der Lage ist, Radio oder Fernsehen zu empfangen - egal wie mies das Programm oder die Personalpolitik im ORF sein mag. Und die regionalpolitisch wichtige natur- und landschaftsgerechte Agrarproduktion ist sogar so wichtig, dass die EU kräftig mitfinanziert.

Es ist dieser umfassende Ansatz, aus dem heraus der oberösterreichische Bauernbündler Max Hiegelsberger die Idee entwickelt hat, dass jene, die der Kirche den Rücken gekehrt haben (oder auch ihr nie angehört haben), einen Kulturbeitrag leisten sollen, um jene kirchlichen Leistungen zu finanzieren, die jenseits der seelsorglichen Tätigkeit liegen. Schließlich profitiert ganz Österreich davon, dass es Dome und Kirchen, Klöster und die Caritas gibt. Und es profitiert in ähnlicher Weise von den weltlichen Werken anderer anerkannter Religionsgemeinschaften, die aus dem Kulturbeitrag ebenfalls gespeist werden könnten.

Ein praktikables - und erfolgreiches - Modell dafür gibt es längst, wenn auch noch nicht flächendeckend: Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, haben als alternativen Pflichtgegenstand Ethikunterricht. (DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.1.2012)

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Die Kirchenbeiträge, die es jetzt noch gibt, sind die, die von den Nazis eingeführt wurden.
Das Gesetz zur Erhebung von Kirchenbeiträgen im Lande Österreich, GBLÖ Nr. 543/1939, ist immer noch inkraft.

http://alex.onb.ac.at/cgi-conte... e=00001875

Schließlich profitiert ganz Österreich davon, dass es Dome und Kirchen, Klöster und die Caritas gibt.

die caritas außen vorlassend völliger schwachsinn, herr seidl. dass dir da nicht schlecht wird vor lauter mist.

und ethik würde religionsunterrichtsbesuchern auch gut bekommen.

Zum Thema Kulturbeitrag ist dem Argument von princeps legibus solutus nichts hinzuzufügen.
http://derstandard.at/plink/132... id24327824

Der Ethikunterricht als Alternative zum Religionsunterricht ist kein gutes Beispiel. Ethik ist kein Religionsersatz für Gottlose, den Gläubige nicht brauchen.
In Wahrheit geht es dabei doch nur darum, Abmeldungen vom Religionsunterricht weniger Attraktiv zu machen, indem man statt einer Freistunde zu bekommen ein anderes Fach absolvieren muss.

diejenigen die fest daran glauben das kein göttliches wesen gibt nennt man atheisten

also jeder mensch glaubt an einen gott oder er glaubt an keinen gott.
aber alle profitieren von den weltlichen oder kirchlichen kulturgütern. stellen sie sich einen städtetourismus in einem wien vor das zwar gleich groß ist, aber ausschließlich bauten aus dem 20. bzw. 21. jahrhundert vorzuweisen hat. nicht einmal 5% der heutigen besucherzahlen würden erreicht werden. disen kulturschatz zu erhalten kostet unsummen.

WER ABER PERSÖNLICH KULTURLOS LEBT FINDET DARAN AUCH KEINEN GEFALLEN UND ERACHTET UNSERE GESCHICHTE ALS WERTLOS.

Noch einmal: Schmarrn!

Wie soll man an "keinen Gott" glauben?
Glauben ist eben glauben.

Schmarrn!

@Schließlich profitiert ganz Österreich davon, dass es Dome und Kirchen, Klöster und die Caritas gibt.

ich begreife den Katholizismus als einen verheerenden Verlust für die Menschheit.

War eine aggressive und expansive Ideologie die zum Glück eben verweht - kein Schaden für das Land und seine Bewohner.

ist seidl provokant, ignorant oder einfach nur dumm?

Bei diesen Pro-und-Kontra-Beiträgen hat man oft das Gefühl, dass Redakteure dazu vergattert werden, eine Gegenposition zu formulieren, nur damit man halt ein Pro und ein Kontra hat.

das hab ich mir auch gedacht: er hat einfach beim hölzerl ziehen verloren :)

Nona. Irgendwer muß es ja schreiben.

Der Vergleich mit dem Ethikunterricht statt Religionsunterricht hinkt,

aber beidbeinig.
Übrigens den Kulturbeitrag entrichten wir schon für die zahlreichen Gebäuder der ÖBB, mehr kann wohl kaum verlangt werden.
Es tut mir leid, ich habe wenig Verständnis für solche Vorschläge, solange die Unternehmen, in dem Fall Touristikunternehmen, vom Fremdenverkehr profitieren aber nicht dementsprechend steuerlich zum Budget beitragen. Wichtig wäre einmal zu klären, wofür der Staat aufkommen soll. Darüber muss Einigkeit herrschen. Luxus muss nicht mitfinanziert werden. Private müssen vielleicht bald Vermögenssubstanzsteuer für ihre vielleicht ebenso baufälligen Immobilien zahlen. Aber im Sinne der SPÖ ist ja alles, was die Partei beschließt gerecht, wohl auch immer die Vorschläge der ÖVP, oder?

Bevor der Kirche NOCH mehr Steuergeld in den Rachen gestopft wird, sollte das Konkordat neu geregelt werden (ersatzlos streichen!)

Die Kirchenbeiträge zahlen ohnehin schon die Steuerzahler - ist von der Steuer ansetzbar = wir alle zahlen sie = auch die Nicht Katholiken!

So, damit wäre geklärt, dass wir Österreicher ohnehin schon alle die Kirchensteuer zahlen.

Zur Gebäudeerhaltung: Schon JETZT werden imense Summen von Staat, Ländern und Gemeinden dafür ausgegeben = von und Allen!
Oder glaubt irgendwer, dass das die Fekter von ihrem Privatgeld zahlt? Natürlich nicht, kommt aus dem Staatsbudget!

Dazu noch weitere Förderungen durch Steuerprivilegien ohne Ende!

Jeder Unternehemer wäre froh, wenn er nur die Hälfte dieser Privilegien bekommen würde - aber dann wäre er ja Bauer .....

unter der bedingung,

dass sämtliche kirchen in museen umgewandelt werden weil sie nämlich dann öffentliches kulturgut sind, gerne.

dann werden natürlich die stellen dort öffentlich ausgeschrieben, und die kirche zahlt für eventuellen bedarf an räumlichkeiten saalmieten.

Die Kirchensteuerflüchlinge sollen an den katholischen Feiertagen die Kulturgüter pflegen!

Das wäre die richtige Antwort für diese Trittbrettfahrer.

Geht nicht,

da rutschen schon die Walfahrer auf den Knien entlang und tragen zur alljährlichen Grundreinigung des Kirchenbodens bei.
Poliert wird dann bei der lässig hingeworfenen Priesterweihe.

am besten unter zwang, oder? herrlich diese nächstenliebe....
wo kommen die katholischen feiertage denn her?

hüa!

der katholiban reitet wieder.

"...haben als alternativen Pflichtgegenstand Ethikunterricht",

der wieder in den Händen der Religionslehrer ist...!

Doppelt gemoppelt also, überall wo die Kirche ihre finger im Spiel hat...!

.

Wer Ethik unterrichtet ist ein Ethiklehrer und kein Religionslehrer. Es gelten die Lehrpläne für den Ethikunterricht. Bestellung und Aufsicht der Ethiklehrer liegen zur Gänze beim Staat. Man wird einer Religionslehrerin nicht verbieten können, die Ethiklehrer-Ausbildung zu machen, wenn es die Lehrer aller anderen Fächer auch dürfen.

"Wer Ethik unterrichtet ist ein Ethiklehrer und kein Religionslehrer" -

weil natürlich Religionslehrer, wenn sie Ethik unterrichten, ihre religiöse Überzeugung in der Garderobe aufhängen...!

Lassen Sie sich ein wenig davon inspirieren:

http://www.konfessionsfrei.at/?p=1315

.

Ich konnte in Liessmanns Text nichts erkennen, dass meinem Vorposting entgegenläuft. Lesen Sie mein Vorposting und Liessmanns Text doch noch mal genau durch.

Ihr Posting

habe ich schon im 1. Absatz abgehandelt.

Der Link zu Liessmann war als Denkanstoß über die Modalitäten der Ethiklehrerausbildung gedacht, mein
1. Posting oben steht zu Liessmanns Kritik in direkter Beziehung ...!

.

Okay. Danke für die Richtigstellung!

Ja, das glaube ich, dass die meisten Religionlehrer das können. Ethiklehrer, die keine Religionslehrer sind, haben übrigens auch eine "religiöse" Überzeugung.

Danke für den Link!

Ethikunterricht als Pflichtfach und meine Ergänzung: Religionsunterricht privat in kirchlichen Einrichtungen.

Ja, das finde ich auch sooooo toll

Da will man von der Religion und ihrem Unsinn weg und bekommt als Ersatz dafür den Relilehrer unter anderem Deckmantel auf Aug gedrückt.

Wann besucht ein Fach und nicht einen Lehrer. Ein Englisch-Lehrer mit Zweitfach Geographie unterricht im Geo-Unterricht auch nicht Englisch.

Und Sie meinen tatsächlich, dass der Ethikunterricht dann nicht von den religiösen Ansichten der unterrichtenden Person beeinflusst ist? Also da kenne ich ganz andere Geschichten von einem Freund der Gymnasiumslehrer ist, und so einen Kollegen hat; Themen wie Schwangerschaftsabbruch oder Genomforschung, Präimplantationsdiagnostik etc. werden dann nicht kontrovers (pro und contra) besprochen, sondern sehr klar entlang der Position der r.-k. Kirche oder eben gar nicht (z.B. Homosexualität). Ich möchte dies nun bestimmt nicht verallgemeinern, aber prinzipielle Bedenken habe ich schon. Andererseits hat Ihr Vorposter Recht, verbieten kann man es natürlich ReligionslehrerInnen nicht, eine Ethiklehrausbildung zu machen.

Da ist der Lehrplan und die Kontrolle der Schulaufsicht wichtig.

Freilich kann es unsägliche Fälle, doch die sind von der Schulaufsicht und dem Direktor abzustellen. Doch so ein Fall list kein Grund, per se einen Religionlehrer MIT Ethikausbildung auszuschließen. Meine Nichte besucht den Ethikunterricht und wird von einer zusätzlich als Ethiklehrerin ausgebildeten Religionlehrerin unterrichtet. Ich habe mich genau erkundigt, ob sie das trennen kann, und sie kann es offenbar. Es können ja auch Ethiklehrer, die keine Religionslehrer sind, durch ihre persönlichen ideologischen oder religiösen Ansichten den Ethikunterricht auf eine nicht akzeptable Weise beeinflussen.

ein umfassender ansatz von einem bauernbündler - schüler die sich vom religionsunterricht abmelden haben eine freistunde

ihr alter entschuldigt sie, jedoch, alter schützt vor torheit nicht - sind betreiben ungeschützten geistesabbau.

in weiterer Folge

bin ich dann dafür eine Österreichersteuer einzuführen:
Jeder gibt 10% seines Einkommens ab und das wird dann gerecht (alo nicht nach "Leistungsträgerklassen unterteilt, sondern jeder bekommt das Selbe) unter den Staatsbürgern verteilt. Es könnte ja sein, dass man mal die Hilfe eines anderen braucht.

Wenn sich der Staat nun für jede erbrachte Leistung eine extra Abgabe einfallen lässt, dann müssen die allgemeinen Steuern (Lohn- u. Einkommenssteuer, Umsatz- und Mehrwertsteuer, etc.) fallen.

da haben sie etwas nicht ganz verstanden

die kirche wird für die erhaltung des kulturguts vom staat und somit auch von nichtreligiösen staatsbürgern ohnehin prächtig gefördert, direkt und indirekt, z.b. durch grundsteuerbefreiung.

die kirchensteuer ist aber ein mitgliedsbeitrag, für den die mitglieder eine metaphysische leistung bekommen. da dafür die kirchen benützt werden, müssen die mitglieder natürlich für den erhalt der gebäude und des kulturguts auch etwas mehr berappen, als andere staatsbürger.

nehmen sie nicht die nationalparks sondern die schigebiete als beispiel. die werden vom staat, also von allen gefördert, weil die allgemeinheit davon wirtschaftliche vorteile erwartet. wenn sie aber selbst schifahren wollen, dann mssen sie natürlich eine karte kaufen

Dynamitsteuer statt Kirchensteuer.

Die ganzen Bet-Buden in die Luft jagen, und es ist endlich Ruhe.

Nicht zu Aushalten, der Gottes-Mumpitz.

Der Herr Seidl

Und der Bauernbund würden wohl andere Töne anschlagen, wenn man selbiges für Moscheen vorschlagen würde.

mal nachdenken - die kirchensteuer wurde vom adolf eingeführt - und nie wieder abgeschafft!
wiederbetätigung?

Das stimmt so nicht und für Österreich schon gar nicht, weil es in Österreich keine durch den Staat eingehobene Kirchensteuer gibt, sondern einen Kirchenbeitrag, der von der Kirche eingehoben wird, so wie auch andere Vereine Mitgliedsbeiträge einheben.

Bevor weiter diskutiert wird

müßte einmal Klarheit geschaffen werden, was die r.k. Kirche jetzt schon an staatlichen Zuwendungen wofür bekommt, wie die Steuerprivilegien aussehen und ob eine ausreichende Kontrolle gegeben ist. Sind diese und weitere Fragen geklärt, erst dann kann weiter verhandelt werden und das Verhältnis Staat - Kirche neu geregelt werden (Konkordat-NEU).

Nicht herumreden

Wie immer das Kind genannt werden mag, letztlich wäre damit eine neue Steuer erfunden, mehr Geld für den Staat, wenn auch zweckgebunden. Steuer bleibt Steuer!

Was bitte hat die Caritas mit einem Kulturbeitrag zutun?

Ich spende für die Caritas und das Vinzidorf in Graz, aber "die" katholische Kirche bekommt seit Laun, Krenn usw. keinen Schilling/Cent mehr von mir.

Ich bezahle bis zu 50% ESt und wenn ein nationales Interesse an bestimmten Bauten besteht, dann soll das doch bitte der Staat bezahlen. Dafür bekommt der Staat natürlich entsprechende Eigentumsrechte und über das Konkordat sollten wir dann auch noch reden.

wow, und für so einen undifferenzierten müll bekommen sie auch noch geld? nice job herr seidl!

Ja zum Kulturbeitrag!

Funktioniert in Italien hervorragend. Wer keiner Kirche angehört, widmet seinen Beitrag sozialen, karitativen oder kulturellen Einrichtungen. Eine "gerechte" und solidarische Lösung und Nichtkirchenmitgliedern mehr als zumutbar!

Nein zum Kulturbeitrag

Warum soll ICH einen zusätzlichen Obolus an den Staat entrichten, nur weil SIE einem privaten Verein angehören (=Kirche), der leider mit unserem Staat so gut verbandelt ist, dass die Vereinsgebühr automatisch eingezogen wird?

Die "Vereinsgebühr" wird in Österreich nicht automatisch eingezogen, nur in Deutschland.
Hierzulande zahlen Sie die wie an jeden anderen Verein selbst.

ja, aber der muss dann genauso wie der Kirchenbeitrag voll von der Steuer absetzbar sein und muss vom "Spender" gewidmet werden können = nicht nur der Kat. Kirche!

Und dann bringt es natürlich nichts - außer Mehrkosten für den Staat, der dann eben auch andere Vereine mit Steuergeldern fördern muss - die Gelder wurden ja gewidmet und können dann der Kirche nicht einfach so in den Hals gestopft werden.

Da (wie der Kirchenbeitrag) voll absetzbar, wird es ja dann ohnehin effektiv vom Staat bezahlt. Kann man sich also sparen. (Und die Absetzbarkeit der Kirchensteuer schleunigst wieder abschaffen!!!)

ein seidl ist ein seidl zuviel -

warum hab ich vom herrn bierpapst noch nie einen vernünftigen kommentar gelesen?

Das ist einfach:

Es könnte wegen der vielen, vielen Krügel sein.... :-)

Ein Nationalpark bei dem es um den Erhalt und den Schutz von Naturreservaten die wirklich jederman offen zugänglich sind geht, ist aber nicht mit in Privatbesitz befindlichen Kirchen vergleichbar.

Die Kirche als privater Verein kassiert ohnehin schon Denkmalschutz Förderung vom Staat die wir alle zahlen. Weiters ist die Kirche der größte private Grundeigentümer in Ö. Also sollen sie sich halt von ein paar Liegenschaften trennen wenn Sie dringend Geld brauchen.

Es ist nicht mal ansatzweise Diskussionsbedarf für die Idee einer Kultussteuer vorhanden. Ich nutze die Leistungen der RKK nicht und zahle daher auch keinen cent dafür. Wenn ich wirklich mal zum Sightseeing in ne Kirche gehe werf ich ein paar Euro in den Opferstock und fertig.

ich weiß ja nicht, wer dieser Conrad Seidl ist, ...

aber seine Argumentation deutet darauf hin, dass er nicht besonders gescheit ist. In seinem Artikel unterschlägt er vollkommen, dass bereits ein Anteil meiner Steuern über die Denkmalpflege für den Erhalt der Kulturgüter aufgebracht wird.
Jetzt kann man darüber diskutieren, ob das Budget mehr für Denkmalpflege bereitstellen soll oder nicht.
Eine Kirchensteuer für Nicht-Mitglieder zu erheben, bedeutet eine weitere Steuer für den selben Zweck. Das gibt es beim Alkohol.
Ich schlage aber bei Einführung einer solchen Steuer vor, dass gleichzeitig ein Schmerzensgeld für Nichtmitglieder ebenfalls aus öffentlichen Mitteln ausgeschüttet wird. Denn wie kommen die dazu, sich salbungsvolle Worte von Kinderschändern anhören zu müssen. (Groer)

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