"ZiB" sah 2011 mehr Schwarz als Rot

6. Jänner 2012, 18:42
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Euro- und Finanzkrise prägten die Nachrichten. Die ÖVP schaffte mehr "ZiB"-Präsenz als die SPÖ - Weil ihr Obmann Josef Pröll ging und der rote Kanzler sehr ungern zu Armin Wolf kommt - Mit Grafik und Daten zum Download

Wien - Der Opposition schlägt wieder einmal erst die Geisterstunde, also die ZiB 24. Mediawatch in seiner Jahresbilanz der ORF-Nachrichten für den STANDARD: "Die beiden Hauptnachrichtensendungen ZiB 1 und ZiB 2 werden deutlich von den beiden Regierungsparteien dominiert", analysieren die Medienbeobachter.

Die ÖVP liegt mit 42,9 Prozent der O-Töne um 19.30 Uhr und 43,2 Prozent um 22 Uhr vor der Kanzlerpartei SPÖ. Nicht alle Auftritte gereichen der jeweiligen Fraktion zur Freude: Neben Steuerdebatte und Schuldenkrise, Euro- und Finanzkrise, also Themen für die schwarzen Finanzminister, war auch der Rückzug desselben 2011 eines der wesentlichen bürgerlichen Themen: Josef Pröll, der Vizekanzler, Finanzminister und Parteiführung aufgab.

Nachfolger Michael Spindelegger spielte seinen Drang zum medialen Auftritt gleich voll aus: In der Gesamtwertung der drei wichtigsten ZiBs liegt er 2011 mit 5617 Sekunden weit voran.

In den weitaus zuschauerstärksten ORF-Nachrichten um 19.30 Uhr freilich rangiert der neue VP-Chef und Außenminister hinter Kanzler und SP-Vorsitzenden Werner Faymann. Spindelegger überholt erst mit vielen Interviews in der ZiB 2. Denen stellt sich Faymann erst, wenn Armin Wolf auf Urlaub ist.

Mehr Frauen am Wort

Unter den Landeshauptleuten schob sich Gerhard Dörfler (Kärnten, FPK) mit Interviews zur Ortstafellösung und zum Urteil gegen Uwe Scheuch auf Rang 1 in den drei ZiBs; unter den Sozialpartnern ÖGB-Chef Erich Foglar.

Frauen kamen in der Zeit im Bild um 19.30 Uhr so lange zu Wort wie selten seit 1997, als Mediawatch begann - und doch nur 23,5 Prozent der Politiker-Redezeit. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 7./8.1.2012)

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