Studie an 7.000 Frauen und Männern zeigt Nachlassen des intellektuellen Leistungsvermögens
Paris - Die intellektuellen Fähigkeiten lassen deutlich früher nach als bisher bekannt, nämlich bereits mit 45. So lautet zumindest der Tenor einer aktuellen Studie, die im "British Medical Journal" erschienen ist. Dafür untersuchten Experten vom University College London und dem französischen Inserm-Institut mehr als 7.000 Frauen und Männer zwischen 45 und 70 über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Die Teilnehmer wurden dreimal auf Erinnerungsvermögen, Wortschatz, logisches Denken und sprachlichen Ausdruck getestet.
Dabei ging das intellektuelle Leistungsvermögen bei den Männern zwischen 45 und 49 um 3,6 Prozent zurück. In der Altersgruppe der 65- bis 70-Jährigen waren es dann 9,6 Prozent. Bei den Frauen betrug der Rückgang zwischen 45 und 49 Jahren ebenfalls 3,6 Prozent, in der Altersgruppe der 65- bis 70-Jährigen war der Rückgang mit 7,4 Prozent schwächer als bei den Männern.
Die Fähigkeit zu denken und zu verstehen vermindere sich bereits im mittleren Alter, und nehme dann immer schneller ab, befanden die Experten. Bisher waren die Wissenschafter davon ausgegangen, dass diese Entwicklung erst ab 60 einsetzt. Laut Studienleiterin Archana Singh-Manoux könnten die neuen Erkenntnisse dazu beitragen, das Phänomen auch früher zu bekämpfen, vor allem mit Medikamenten. (APA/red)