Französische Großbank

Dexia vor Verstaatlichung

6. Jänner 2012, 17:30

Paris - Frankreich will Medienberichten zufolge Teile der angeschlagenen Dexia verstaatlichen. Die Großbank war in den Strudel der Schuldenkrise geraten und im Herbst zerschlagen worden. Es gehe vor allem um den Zweig von Dexia, der in Frankreich die Kommunen über Kredite finanziert, schreibt Les Echos. Dexia ist der größte Geldgeber der Städte und Gemeinden in Frankreich - und kommentierte den Bericht nicht.

Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten die Zerschlagung der Bank im Oktober beschlossen. Der belgische Staat übernahm den belgischen Teil, der luxemburgische Zweig ging zu 90 Prozent an eine Investorengruppe aus Katar. In Frankreich übernahmen die Staatsbanken Caisse des dépôts (CDC) und Banque Postale das Kreditgeschäft mit den französischen Gemeinden. Laut Les Echos erwiesen sich die Lasten für CDC größer als erwartet. Schwierigkeiten gebe es infolge der Schuldenkrise auch bei den staatlichen Garantien für Dexia. Die EU-Kommission hatte den Staatsgarantien für Dexia in Höhe von 45 Milliarden Euro im Dezember nur eine vorläufige Genehmigung erteilt.

Dexia entstand durch die Fusion der Crédit Communal de Belgique und Crédit Local de France. Sie hat acht Millionen Kunden in Belgien, Luxemburg, Frankreich und der Türkei. Dort ist auch die Tochter Deniz-Bank aktiv. Diese hatte in Österreich 2010 Einlagen von 758 Mio. Euro von 100.000 Kunden. Und es gibt eine weitere Verbindung nach Österreich: Bei der Notverstaatlichung der Kommunalkredit musste Dexia den Osteuropa-Teil der Bank übernehmen; im Gegenzug für die Hilfen sagte Dexia den Verkauf von Geschäftsteilen und eine Reduzierung der Bilanzsumme zu. (APA, DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2012)

Havarie
30
Österreich muss Sozialleistungen kürzen?

...wegen der DEXIA, ehemals BIL? ...die von F, L und B Übernommen wurde?

Bertel Mann
01
Großartig!

"Teile der Bank"
Dreimal darf man raten, welche Teile: ob die gewinnbringenden oder diejenigen, die Verluste machen.
Anschließend kann man wieder folgendes behaupten:
- Der Staat kann nicht wirtschaften, wie man an dem Teil der Dexia-Bank sieht, den er übernommen hat
- Wir müssen Sozialleistungen kürzen, weil der Staat so hohe Schulden hat

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