Paris - Frankreich will Medienberichten zufolge Teile der angeschlagenen
Dexia verstaatlichen. Die Großbank war in den Strudel der Schuldenkrise geraten
und im Herbst zerschlagen worden. Es gehe vor allem um den Zweig von Dexia, der
in Frankreich die Kommunen über Kredite finanziert, schreibt Les Echos.
Dexia ist der größte Geldgeber der Städte und Gemeinden in Frankreich - und
kommentierte den Bericht nicht.
Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten die Zerschlagung der Bank im Oktober
beschlossen. Der belgische Staat übernahm den belgischen Teil, der
luxemburgische Zweig ging zu 90 Prozent an eine Investorengruppe aus Katar. In
Frankreich übernahmen die Staatsbanken Caisse des dépôts (CDC) und Banque
Postale das Kreditgeschäft mit den französischen Gemeinden. Laut Les
Echos erwiesen sich die Lasten für CDC größer als erwartet. Schwierigkeiten
gebe es infolge der Schuldenkrise auch bei den staatlichen Garantien für Dexia.
Die EU-Kommission hatte den Staatsgarantien für Dexia in Höhe von 45 Milliarden
Euro im Dezember nur eine vorläufige Genehmigung erteilt.
Dexia entstand durch die Fusion der Crédit Communal de Belgique und Crédit
Local de France. Sie hat acht Millionen Kunden in Belgien, Luxemburg, Frankreich
und der Türkei. Dort ist auch die Tochter Deniz-Bank aktiv. Diese hatte in
Österreich 2010 Einlagen von 758 Mio. Euro von 100.000 Kunden. Und es gibt eine
weitere Verbindung nach Österreich: Bei der Notverstaatlichung der
Kommunalkredit musste Dexia den Osteuropa-Teil der Bank übernehmen; im Gegenzug
für die Hilfen sagte Dexia den Verkauf von Geschäftsteilen und eine Reduzierung
der Bilanzsumme zu. (APA, DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2012)