"Mehr Mut zu höheren Preisen"

Interview | Verena Kainrath, 6. Jänner 2012, 18:04

Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, über Pistenkilometer, die Flucht vor dem Winter und den globalen Wettbewerb

STANDARD: Ein Skiurlaub geht hart ins Geld. Einige Touristiker meinen dennoch, Österreich würde sich im Winter viel zu billig verkaufen. Wer aber kann sich Skifahren bei höheren Preisen noch leisten?

Petra Stolba: Die Preisgestaltung ist Sache der Betriebe. Da spielen viele Komponenten mit, und man muss immer wieder ausloten, was der Markt hergibt. Im internationalen Vergleich hat Österreich ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kein anderes Land hat mehr Pistenkilometer, mehr Schneegarantien, eine so hohe Dichte an Liften und Dienstleistungen der Hotellerie. Mehr Selbstbewusstsein und Mut zu höheren Preisen sollte in manchen Gebieten möglich sein.

STANDARD: Die Branche klagt, dass Urlauber heuer angesichts der konjunkturellen Unsicherheit sparen.

Stolba: Bei Ankünften und Nächtigungen werden wir in der gesamten Saison durchaus auf Niveau des Vorjahres abschließen können, sofern uns der Schnee nicht wegschmilzt, also unter normalen Verhältnissen. Bei den realen Umsätzen sagen Experten für diesen Winter ein Minus von zwei bis drei Prozent voraus. Die Leute sparen bei den Nebenkosten. Es ist daher wichtig für die Betriebe, eine gewisse Preisdisziplin zu halten.

STANDARD: Es wird immer kurzfristiger gebucht. Touristen wollen keine Zeit verlieren und hohe Erlebnisdichte. Ist der Fremdenverkehr in Österreich dafür flexibel genug? Haben einzelne Regionen hier ein paar Trends verschlafen?

Stolba: Die österreichische Tourismuswirtschaft ist in Summe gut unterwegs. Bis vor ein paar Jahren war es etwa nicht möglich, unter der Woche anzureisen. Da gab es samstags den berühmten Schichtwechsel. Das ist mittlerweile alles aufgebrochen. Österreich ist mit großem Abstand Marktführer im Wintertourismus. Es ist ein heiß umkämpfter globaler Wachstumsmarkt. Immer mehr Länder kommen dazu: Der Tourismus wird als Regionalentwicklung gesehen, als eine Möglichkeit, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Gäste werden flexibler: Flugverbindungen sind günstig, durch das Internet nimmt die Kurzfristigkeit der Buchungen zu.

STANDARD: Deutsche sorgen für den Hauptumsatz im österreichischen Tourismus. Aber ihre Nächtigungszahlen gehen zurück. Vernachlässigen wir sie gar im Banne der steigenden Ankünfte aus Osteuropa?

Stolba: Das kann man so nicht sagen. Das Halten des relativ konstant hohen Anteils an deutschen Gästen ist ja an sich schon toll. Ein Drittel aller Ankünfte kommt aus Deutschland, das sind gewaltige Brocken, und es gibt hier auch keinerlei Rückgang. Wir versuchen aber natürlich, neue zusätzliche Gästeschichten anzusprechen, et- wa aus Russland.

STANDARD: Wo sehen Sie die Gästenationen der Zukunft?

Stolba: Im zentral- und osteuropäische Raum. Allein im November, in dem es Schneemangel gab, kamen knapp 30 Prozent mehr russische Gäste - und das in der Nebensaison. Insgesamt werden wir heuer vermutlich wieder ein Drittel mehr Russen haben. In Summe machen sie zwar erst 1,5 Prozent des Nächtigungskuchens aus - das Wachstum liegt aber in den CEE-Ländern. Im arabischen und chinesischen Raum wiederum gibt es zwar weniger Skifahrer, dafür jedoch zunehmend den Trend, zum stimmungsvollen Shoppen nach Österreich zu kommen.

STANDARD: Die Zahl der Touristen, die Österreich besuchen, soll bis 2020 um zwanzig Prozent auf 40 Millionen steigen. Wie soll das gelingen? Ihr Werbebudget wird nicht aufgestockt, für Marketing machen andere Länder weit mehr locker.

Stolba: Wir müssen mit gleichem Geld zielgenauer werden. Zeiten, in denen flächendeckend mit Plakaten gearbeitet wurde, sind vorbei. Wir versuchen pro Markt gezielter zu arbeiten, verbessern das Handwerkszeug, setzen Mittel effizienter ein. Zentral ist auch die bessere Abstimmung: Es gibt neben der Österreich Werbung neun Landesorganisationen, fast 90 regionale Einheiten und dann noch ungefähr 1500 Tourismusverbände. Ein Riesengefüge. Jetzt geht es darum, sich im Ausland strategisch besser abzustimmen.

STANDARD: Ist da nicht auch das Risiko, dass weniger Österreicher Urlaub im eigenen Land machen? Die Konkurrenz durch Billigdestinationen im Winter ist enorm.

Stolba: Es wird immer Österreicher geben, die im Winter in die Sonne und an den Strand fahren. Im internationalen Vergleich haben wir jedoch nach wie vor eine gute Ausbeute im eigenen Land. Die Österreicher sind bei den Ankünften und Nächtigungen gleich bedeutend wie die Deutschen. Sie urlauben gern hier, die Zahlen sind stabil. Aber wer dem Winter entfliehen will, wird man nicht von etwas anderem überzeugen können. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2012)

PETRA STOLBA (47) steht seit 2006 an der Spitze der Österreich Werbung. Sie verantwortet ein Budget von 50 Millionen Euro, das Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer finanzieren. Die Wienerin studierte Publizistik, Politikwissenschaften und Betriebswirtschaft.

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Isaac N.
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Super

Dann fahren die Österreich wohl ab jetzt in die Slowakei zum Skifahren, und machen Platz für Araber und Russen.

Sportgott
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Kann schwer kleine familienfreundliche Skigebiete abseits der Wahnsinnigen in Tirol und Salzburg empfehlen, da passt das Preis/Leistungsverhältnis ganz gut, und man muss weder den Russen beim Ko*zen noch den Inselaffen beim Schlägern zuschaun.

gomaxgo
 
01
wie waers mit mut zu niedrigeren preisen ?

wenn der liftbetreiber / hotelier die leute abzockt damit er sich dann 8 monate in der karabik auf die faule haut legen kann dann ist was megafaul. ich bin frueher oft nach st.anton, st.moritz usw. gefahren aber die typen haben einfach die proportionen gesprengt, das was hier heute noch geboten wird ist nur noch abzocke. mein tip: http://www.phuketnightlifecentral.com/Beach-Phu... aches.html
und vergesst die abzocker.

Poldi Fesch
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und wer

tut das ?

Kalvarienberg
01
Mehr "Mut" zu besserem Preis-/Leistungsverhältnis !

Prostetnik Vogon Jeltz
00
Mehr Mut zum Flug in die Karibik.

Da gibt's wenigsten ned so viele Russen.

LGL
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irrtum, auch dort sind manche Destinationen (z.B.DomRep) stark von ihnen frequentiert

manniat
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Irgendwann wird auch jeder Hotellier und Gastronom in Österreich erkennen, das man seine Zimmer / Essen /Trinken nicht über den Preis, sondern über die Qualität verkauft.
Es ist nicht entscheident, was der Urlaub gekostet hat, sondern ob er seinen Preis Wert war.

cyber ferkel
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...und genau daran werden Preiserhöhungen in Ö scheitern.

Walter Kaiser.
02
Mehr Mut zu höheren Preisen

Warum nicht gleich: "Mehr Mut zum Konkurs"?

Felix Paul
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Wenn die Tagesliftkarte 45 €,

das kleine Bier über 5 € und Leitungswasser mit etwas Sirup so um die 2 € kostet, dann braucht man wirklich mehr Mut zu höheren Preisen.

cyber ferkel
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und iss die Leit'n noch so steil, a biss'l was geht alleweil.

michih144
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ja sicher, das wird doch eh schon fleißig praktiziert, der mittelstand hat doch in den alpen als urlauber nichts verloren - man wechselt ihn gegen neureiche russen, polen, tschechen,... aus, momentan findet sich noch wer, der diese und noch höhere preise bezahlt! und wer braucht denn schon normale familien mit kindern, die können ruhig zu hause bleiben!
ich persönlich erholte mich in den letzten jahren im winter in ägypten, genoß 5* qualtiät, kultur, wärme, schöne korallenriffe für weniger als 50% der kosten eines tirolurlaubes

Isabella Conceicao
10

ist sie mir jetzt wegen ihrer visage oder wegen ihrer aussagen extrem unsympathisch. ist ja auch egal, ich fahre lieber in warme gefilde, ist billiger und macht mehr spass, als sich mit alpindodeln umgeben zu müssen.

Befreier von Butter und Eier
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Die Dame sollte sich mal wieder entspannen und sich duchbürsten lassen. Das hilft und wirkt Wunder, gnädige Frau.

Der Österreicher
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Jetzt würd mich das aber schon interessieren. Welche Alternativen gibt es überhaupt? Die Schweiz ist z.b. in keinster Weise teurer als Österreich. Service und Qualität ist aber extrem hoch. Vielleicht hat der ein oder andere einen Tipp!?

Interloper
00
nicht teurer?

Die Schweiz ist bei gleichem servicelevel deutlich teurer bzw kriegt man dort unseren servicelevel gar nicht... uralte infrastruktur (lifte etc...)

JohnP
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langlaufen.....

081547112
01
heliskiing in kamtschatka

radioxenon
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Kann Südtirol/Trentino nur wärmstens empfehlen

und da am besten die Skigebiete die nicht direkt an die Sella ronda angebunden sind. Traumhafte Kulisse, freie perfekt präparierte (auch noch um 4 am Nachmittag) Pisten und super Service und Qualität.

Billiger ist es im Algemeinen nicht, aber besser.

Poldi Fesch
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perfekt präparierte

es waren diese Pisten, die mich aus Suedtirol wieder vertrieben haben. Da kannst nur Schusz fahren

radioxenon
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Konkurrenz durch Billigdestinationen?

radioxenon
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Mir ist egal ob die Tageskarte ein paar Euro mehr oder weniger kostet, aber wenn ich nach jeder Abfahrt eine viertel Stunde anstehen muss, dann lass ichs gleich bleiben...

Pipilotta
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Sie können meinenentwegen verlangen was sie wollen, aber:
1) Für Liftbetreiber keinen Cent Förderungen mehr von öffentlicher Hand
2) Keine Sklavenanstellungen mehr
3) Keine Verbauung von unseren schönen Alpen, damit wenige davon profitieren

HoRuck
00

und keine Österreich Werbung auf Kosten der Steuerzahler

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