Washington - Die Arbeitslosenquote in den USA ist zum
Jahreswechsel auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Das schürt
die Hoffnung, dass die größte Volkswirtschaft der Welt stärker in Fahrt kommt,
während die Euro-Zone wegen der Schuldenkrise schwächelt. Die Arbeitslosenquote
fiel im Dezember auf 8,5 von 8,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag
mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2009.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 200.000 und
damit doppelt so hoch wie im November. Befragte Fachleute hatten nur ein Plus
von 150.000 erwartet. "Der Rückgang der Arbeitslosenquote ist eine gute
Nachricht für Barack Obama", sagte Citigroup-Analyst Greg Anderson.
Der US-Präsident, der sich im November zur Wiederwahl stellt, hatte die
Schaffung von mehr Jobs zur Chefsache erklärt. Zuletzt galt der schwache
Arbeitsmarkt als größtes Hindernis für ein stärkeres Wachstum. Nach den
überraschend positiven Daten warnten Experten vor zu viel Euphorie. "Es ist noch
ein sehr langer Weg vor uns, bis wir überhaupt annähernd wieder da sind, wo wir
von einem gesunden und normalen Jobmarkt reden können", mahnte Nomura-Volkswirt
David Resler. Denn seit der Rezession von 2007 bis 2009 gibt es mehr als 20
Millionen Amerikaner, die arbeitslos oder unterbeschäftigt sind. "Der
US-Arbeitsmarkt erholt sich langsam aber stetig von seiner tiefen Krise",
betonte Postbank-Experte Thilo Heidrich.
Für den Aufbau neuer Stellen sorgte zum Jahresende aber ausschließlich die
private Wirtschaft, die 212.000 Jobs schuf. Der Staat hingegen baut per saldo
12.000 Arbeitsplätze ab.
Ökonomen setzen darauf, dass die guten Nachrichten die Verbraucher bei Laune
halten. "Ein fortgesetztes Beschäftigungsplus ist positiv für das US-Wachstum,
denn vor allem der private Konsum profitiert von größerer Jobsicherheit", sagte
Christian Schulz von der Berenberg Bank. Zudem stiegen die durchschnittlichen
Löhne im Dezember um 0,2 Prozent. (APA/Reuters)