16 Menschen in Rathaus erschossen - Sechs Tote bei Anschlag auf Kirche
Addis Abeba/Abuja - Der Terror gegen Christen in Nigeria
nimmt kein Ende: Am Freitag erschossen Unbekannte 16 Menschen in
einem Rathaus in der nördlichen Stadt Mubi. Erst am Donnerstagabend
waren sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche in der Stadt
Gombe getötet worden. Zehn weitere wurden dabei verletzt, einige von
ihnen schwer. Bisher bekannte sich niemand zu den Taten; jedoch wird
vermutet, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram für die
Attacken verantwortlich ist.
Die Schüsse in Mubi galten einer Besuchergruppe aus dem christlich
geprägten Süden des Landes, die zu einem Treffen in das Rathaus im
überwiegend islamischen Norden gekommen waren. In Gombe waren
bewaffnete Männer zuvor in die "Deeper-Life"-Kirche eingedrungen und
hatten die Gläubigen erschossen. Unter den Opfern sei auch die Frau
des Pastors, sagte Ishaya Bako, ein Mitarbeiter der Kirche, der
Nachrichtenagentur dpa.
Zuvor war ein Ultimatum abgelaufen, das die Boko Haram am Montag
den Christen im Norden gestellt hatte: Sie sollten innerhalb von drei
Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen.
Bereits am Mittwoch waren drei Bomben in den nördlichen Städten
Maiduguri und Damaturu explodiert. Dabei gab es keine Todesopfer.
Die Sekte, die sich selbst auch die "nigerianischen Taliban"
nennt, hatte über Weihnachten bei mehreren Bombenanschlägen auf
Kirchen insgesamt mehr als 50 Menschen getötet. Daraufhin verhängte
Präsident Goodluck Jonathan, ein Christ, vorübergehend den
Ausnahmezustand über vier Regionen und ließ die Grenzen zu
Nachbarländern schließen.
Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil und das Christentum
strikt ab. Sie terrorisiert schon seit Jahren den Norden von Nigeria. (APA)