Regisseurin soll geheime Informationen über den Tod Osama bin Ladens erhalten haben
Washington - Im Zusammenhang mit den Dreharbeiten für
einen Film zum Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat das Pentagon
Ermittlungen wegen möglichen Geheimnisverrats eingeleitet. Der
republikanische Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im
US-Repräsentantenhaus, Peter King, gab am Donnerstag eine Nachricht
des Verteidigungsministeriums vom 10. Dezember an die Presse weiter,
derzufolge das Ministerium "umgehend" Ermittlungen anstellen wollte.
King hatte zuvor einen entsprechenden Antrag beim Pentagon und beim
Geheimdienst CIA gestellt.
King gab an, er fürchte, dass die Regisseurin Kathryn Bigelow und
ihr Team für den Film über die jahrelange Verfolgung und
abschließende Tötung Bin Ladens durch US-Spezialkräfte geheime
Informationen aus dem Pentagon erhalten hätten. Auch die CIA hatte
offenbar auf Kings Antrag reagiert und im November angekündigt, ihre
Verbindungen zur Filmindustrie strenger zu überwachen. Der Sprecher
des Weißen Hauses, Jay Carney, hatte Kings Verdacht im vergangenen
Sommer indes als "lächerlich" zurückgewiesen.
Der Film der Oscarpreisträgerin Bigelow soll King zufolge im
Oktober in die Kinos kommen - kurz vor den Präsidentschaftswahlen,
die am 6. November stattfinden werden. Präsident Barack Obama will
sich zur Wiederwahl stellen, die Tötung Osama bin Ladens Anfang Mai
2011 war einer seiner größten außenpolitischen Erfolge. Bigelow hatte
für den Irakkriegs-Film "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" 2010
den Oscar für die beste Regie erhalten. (APA)