Mittelfeldspieler startet nach geplatztem Transfer zu Middlesbrough mit Ried ins neue Jahr
Ried - Mit dem gesamten 23-Mann-Kader hat der Herbstkönig
der Fußball-Bundesliga, die SV Ried, am Donnerstag das Training nach
der Winterpause aufgenommen. Mit ins Jubeljahr 2012, in dem der Club
seinen "Hunderter" feiert, startete auch Mittelfeldspieler Anel
Hadzic, der in heimischen Medien bereits mit einem Wechsel zum
englischen Zweitligisten Middlesbrough in Verbindung gebracht wurde.
Aus dem wird jedoch definitiv nichts.
"Für mich ist das erledigt", meinte ein desillusionierter Hadzic,
der sich nicht zuletzt vom eigenen Manager schlecht informiert fühlt.
Denn erst dessen Aussagen gegenüber dem Internetportal "sport10.at"
am Dienstag ("Middlesbrough ist bereit, eine fällige Ablösesumme für
Anel Hadzic zu bezahlen. Wie es derzeit aussieht, werden wir
übermorgen zu sportmedizinischen Tests nach Middlesbrough fliegen.")
ließen Hadzic an den Wechsel glauben.
Doch die Engländer dementierten und stellten auch keinen
offiziellen Kontakt ins Innviertel her. "Da war mir klar, dass es
nichts wird", sagte der 22-Jährige. "Ich bin sehr enttäuscht worden,
es war ein abgekartetes Spiel." Dass der Transfer ("Es war ein Traum,
als ich das gehört habe") nun geplatzt ist, sei bitter, habe aber
auch seine positiven Seiten. "Ich muss abklären, warum das von seiner
Seite (Manager, Anm.) so aufgeblasen worden ist", meinte Hadzic. "Ich
habe gesehen, wie dreckig das Geschäft ist und mir geschworen, dass
ich keinem Berater mehr blind vertrauen werde. Ich will jetzt zuerst
alles schwarz auf weiß haben."
Trainer Paul Gludovatz nahm die Sache gelassen. "Ich bin im
Training nicht darauf eingegangen, habe auch nie mit dem Transfer
gerechnet", meinte der Burgenländer, der die Ereignisse aber am
Freitag in einem persönlichen Gespräch mit seinem Spieler aufarbeiten
will.
Mit im Training waren am Donnerstag auch die beiden Jung-Rieder
Julian Baumgartner und Thomas Burghuber. Von Präsident Johann
Willminger erhielt Kapitän und Tormann Thomas Gebauer stellvertretend
für die gesamte Mannschaft einen Glücksbringer, einen kleinen
silbernen Fußball an einer Silberkette. "2012 wird ein bedeutendes
Jahr für die SV Ried", betonte Willminger. "Zum einen, weil wir unser
100-Jahr-Jubiläum feiern. Zum anderen aber auch sportlich, weil ich
weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann und sie einen tollen
Teamgeist entwickelt haben."
Am Freitag brechen die Rieder in den nahen bayrischen Kurort Bad
Füssing auf, in dem bis Sonntag ein Lauftrainingslager stattfindet,
folgende Fixpunkte sind Tests gegen den SV Grödig (14. Jänner) bzw.
den LASK (21. Jänner) ehe es von 23. Jänner bis 1. Februar ins
Trainingslager nach Belek geht. (APA)