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Eine EU-Kampagne ermutigt junge Europäer sich selbstständig zu machen.
Befristete Jobs, unbezahlte Praktika und jahrelange Selbstausbeutung - die Jungen von heute müssen damit leben, dass sie es niemals so gut haben werden wie ihre Elterngeneration. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, fast jeder fünfte Jugendlichen in der Europäischen Union ist derzeit ohne Job. Trotz oft hoher Qualifikation bleibt vielen nichts anderes übrig, als auf die Straße zu gehen und, so wie die jungen Spanier, auf mangelnde Chancen aufmerksam zu machen.
Die neue EU-Kampagne Youth@Work will nun zeigen, wie junge Menschen aus ganz Europa ihre Chancen und Möglichkeiten trotz schwieriger Umstände erfolgreich erkennen und kreativ verwirklichen können. In kurzen Filmen werden junge, gut gebildete Europäer porträtiert, die nicht mehr darauf angewiesen sind, dass man ihnen Arbeit gibt. Diese Menschen reagieren auf veränderten Arbeitsbedingungen mit Selbstständigkeit und verdienen dabei nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern erfüllen sich ganz nebenbei auch den Traum von Freiheit und Selbstverwirklichung - wenn auch um den Preis einer mangelnden sozialstaatlichen Absicherung im Vergleich zum klassischen Angestellten.
Etwas aus eigener Kraft schaffen
So wie Orestis Matsoukas. Der 28-Jährige ist Grieche, seine Heimat hat eine der größten Jugendarbeitslosenraten der EU, jeder dritte junge Mensch ist ohne Beschäftigung. Um selbst diesem Schicksal zu entgehen, gründete Matsoukas vor kurzem seine eigene Firma. Mit der Orama Group fungiert er als Berater für neue Unternehmen, die versuchen, in Social-Media-Kanälen Fuß zu fassen.
Der studierte Ökonom hatte im Ausland als Freelancer bei Klein- und Mittelbetrieben gearbeitet und Erfahrungen gesammelt, erzählt er. Dann ging er zurück nach Griechenland, um dort etwas aufzubauen. "Als dein eigener Chef muss man vielleicht länger arbeiten," sagt Matsoukas. "Aber es gibt dir das Gefühl, dass du etwas aus eigener Kraft geschafft hast, dass du etwas zur Gesellschaft beiträgst und dass du etwas Eigenes hast."
Baby bringt Geschäftsidee
Fast 3000 Kilometer weiter nördlich sitzt Diana Mawaumba an einer Nähmaschine und schneidert ein Tragetuch für Neugeborene. Kaum jemand würde die Belgierin mit Nadel und Faden vermuten. Schließlich hat die 27-Jährige Bachelorabschlüsse in Anthropologie, Soziologie und Tourismus. Doch diese Arbeit gibt "mir die Möglichkeit, mich selbst zu verwirklichen, das zu tun was ich will und selbst die Kontrolle über meine Zeiteinteilung zu haben", sagt sie.
Angefangen hat alles damit, dass Mawaumba selbst Mutter geworden war und sich ein Tragetuch für ihr Baby genäht hatte, das ein wenig so aussieht wie ein T-Shirt. Bald darauf wurde sie immer wieder von Fremden auf der Straße darauf angesprochen mit der Frage, wo sie es denn gekauft hätte. Also beschloss Mawaumba, Tragetücher professionell herzustellen und sich damit selbstständig zu machen. "Anfangs hatte ich Angst," erzählt sie. Bald aber bemühte sie sich bei MicroStart, einer Initiative des UN-Kapitalentwicklungsfonds, um einen kleinen Kredit in der Höhe von 3.000 Euro, den sie auch bekam. Die junge Mutter ist zufrieden mit ihrer Situation, nicht zuletzt, weil sie als ihr eigener Chef Beruf und Familienleben gut vereinbaren kann.
Potenzial kreativer Jugend erkennen
Neben der Möglichkeit, Einblicke in die Selbstständigkeit zu gewinnen, will die Kampagne Youth@Work auch Kontakte zwischen Jugendlichen und Kleinunternehmen fördern. Dies soll Jugendlichen helfen, "Stellen bei kleinen Unternehmen zu finden und rasch Erfahrungen und Kompetenzen zu erwerben", heißt es in der Beschreibung des Projekts. Gleichzeitig sollen auch kleinen "Unternehmen die Vorteile der Anstellung erfindungsreicher, dynamischer Jugendlicher" verdeutlicht werden.
Cecilia Hertz muss davon nicht mehr überzeugt werden. "Meistens haben Menschen unter 30 Jahren die kreativen Ideen und stellen die unerwarteten Fragen." Hertz ist CEO von Umbilical Design, einer schwedischen Firma mit Sitz in Stockholm, die sich mit Raumdesign, unter anderem für Weltraumtechnologien beschäftigt. Hertz sagt, sie suche Menschen, die ungewöhnliche Zugänge haben und eine "Why-Not-Attitüde" an den Tag legen.
Ebba Kierkegaard ist so jemand. Seit anderthalb Jahren arbeitet sie bei Umbilical Design als Projektkoordinatorin. Für die 28-Jährige ist es spannend, für eine kleine Firma zu arbeiten. Hier sei Flexibilität gefragt, neue und kreative Wege, erzählt sie. "Hier kannst du noch was bewirken." (Nina Brnada, derStandard.at, 9.1.2012)
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...sich die "Bundesregierung" auch endlich mal was überlegen, um es den "neuen selbstständigen" leichter zu machen! Allein haufenweise prekäre Arbeitsverhältnisse zuzulassen wird wohl zu wenig sein. Zur Zeit wird man in Ö nur bestraft, wenn man selbstständig ist/wird. Stichwort z.B. Sozialversicherung.
es gab ja viele modelle, alle vom tisch. am witzigsten war leitl, der einenm selbstständigen auf sein klagen bezüglich sva (er könne sich gar nicht leisten krank zu werden, und das bei schon 60+ wochenstunden..) erwiderte: dann sinds doch froh, wie sie sehen, arbeit hält gesund.
merke: als selbstständiger hat man in A keine vertretung oder. augen zu und durch.
Und das ist ein Naturgesetz.
Und deshalb sollen die Jungen von Heute auch niemals hinterfragen, warum dies so ist, und was sie ändern sollen, damit es ihren Kindern nicht so geht.
Es ist typisch für diese EU, dass es zwar eine Kampagne für Selbständigkeit gibt, aber keine Kampagne für ordentliche Arbeitsverhältnisse von deren Lohn man auch leben kann.
Und es ist typisch, dass wieder einmal die EU für etwas verantwortlich gemacht wird, dass auf Einzelstaatebene zu lösen wäre.
Außerdem: Die EU-Initiativen und Förderprogramme (z.B. im Bildungsbereich) zielen gerade auf die Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstkompetenz ab. Es hängt eben von Jedem/Jeder selbst ab, ob Gestaltungschancen ergriffen werden oder lieber gejammert wird.
Teil 2: Selbstständigkeit ist die Kür, "normale" Erwerbsarbeit die Regel die den allergrößten Teil der Gesellschaft betrifft. Hier müsste sich viel mehr tun, nur wie oft hören wir hier von wundersamen Initiatven, gesponsert von EU-Steuergeld?
Man kann auf sie schimpfen wie man möchte, aber ohne Gewerkschaften sähe d. Lage weitaus drastischer aus, nationalen wie supranationalen Regierungen ist, was überzeugten Einsatz für Arbeitnehmer angeht, nicht zu trauen.
Ach ja, und was Gestaltungschancen und Selbstständige angeht, widmen sie sich mal d. Thema SV-Beiträge...sie werden sich wundern wie astronomisch die Kosten auf einmal werden wenn man nicht mehr über einen Arbeitgeber versichert werden. Feilschen mit den Kunden über d. Stdsatz: Gratis
Stimmt so nicht ganz...z.b. zur Regelung (der Bezahlung von) Praktika gab es immer wieder Vorstöße, getan hat sich schlussendlich aber nichts.
Fazit: Unbezahlte Praktika kann nur machen, wer es sich auch leisten kann...ein Hohn.
Darüber hinaus ist es ziemlich billig, berechtigte Kritk (die Entwicklung und Verteilung von Lohneinkommen können sie gerne selbst nachsehen) als "Gejammere" zu bezeichnen.
Weiters können sie mir vielleicht weiterhelfen: Wo genau wird in dem Posting auf welches sie antworten, die EU für was genau "verantwortlich gemacht"?
("Die EU" trägt übrigens trotzdem Verantwortung, schließlich konnte sie ja auch die Erwerbsfreiheit, Zollunionen und milliardenschwere Bankensponsorings durchsetzen...nur als Beispiel.)
kaufen kaufen kaufen!!
arbeiten arbeiten arbeiten!!!
kaufen kaufen kaufen!!
arbeiten arbeiten arbeiten!!!
aber bloß nicht kritisch hinterfragen, oder gar protestieren. reiht euch ein, arbeitet, reproduziert die gesellschaft (kriegt kinder) und sterbt, aber bitte alles jeweils relativ unauffällig.
nicht nur für Behinderte, auch für gesunde Jugendliche, die aus welchem Grund auch immer keinen Lehrplatz finden und dann halt überbetrieblich ausgebildet werden. Umstieg in ein reguläres Lehrverhältnis wird angestrebt ist aber nicht notwendig.
Gerne wird auf EU-Ebene, aber ebenso auch auf Kammer-Ebene in österreichischen Schulen jungen Menschen die Selbstständigkeit nahegelegt und dafür Initiativen gestartet.
Auf von EU-, Regierungs- oder, österreich-spezifisch eben Kammerseite initiierte Bemühungen zum Thema - Jobchancen - gerechte Bezahlung und gegen Ausbeutung in klassischen Angestellten/Berüfsverhältnissen wartet man dagegen vergebens.
Ein Schelm, wer...
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