Bewaffnete brachten Briten in Quetta in ihre Gewalt
Genf/Islamabad - Ein Mitarbeiter des Internationalen
Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist am Donnerstag nach Angaben der
Organisation in Pakistan entführt worden. Der Vorfall ereignete sich
in der Stadt Quetta im Westen des Landes nahe der Grenze zu
Afghanistan, hieß es in einer Mitteilung der Organisation mit Sitz in
Genf. Der britische Mitarbeiter des Gesundheitsprogramms sei mit
einem deutlich gekennzeichneten Wagen des IKRK auf dem Rückweg von
der Arbeit gewesen. Etwa 200 Meter von einem IKRK-Stützpunkt entfernt
sei er von Bewaffneten ergriffen worden.
Das IKRK hat bisher keine Hinweise auf Identität und Motive der
Täter, heißt es in der Mitteilung. Die Organisation werde auch nach
diesem Vorfall ihr humanitäres Engagement in Pakistan fortsetzen. In
Belutschistan (Baluchistan) unterstützt das IKRK vor allem
Gesundheitsprojekte. Die Provinz grenzt an den Iran und Afghanistan.
Entführungen sind in einigen Teilen der Region verbreitet. Kriminelle
versuchen so von Ausländern, aber auch von Einheimischen, Lösegeld zu
erpressen. Die Geiseln werden manchmal an Gruppen mit Verbindungen zu
den Taliban oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida weitergegeben.
Nach knapp viermonatiger Gefangenschaft haben die Taliban in
Afghanistan 17 pakistanische Kinder freigelassen. Die Vorbereitungen
liefen, die Kinder aus dem Nachbarland zurück in ihre Dörfer im
pakistanischen Stammesgebiet Bajaur zu bringen, teilte die
Regionalverwaltung am Donnerstag mit. Zu den Hintergründen der
Freilassung wurde nichts bekannt. Die Taliban wollten die Kinder
ursprünglich gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen austauschen. Anfang
September waren 20 Kinder aus Bajaur während eines Ausflugs
verschleppt worden. Dabei hatten sie nach pakistanischen Angaben
versehentlich die Grenze zur afghanischen Provinz Kunar
überschritten, wo sie den Taliban in die Hände fielen. (APA)