CDS gehen hoch

Ungarn-Krisensog bedroht auch Österreich

5. Jänner 2012, 16:14

Investoren entziehen Ungarn immer stärker das Vertrauen - Renditen für kurzlaufende österreichische Staatspapiere schießen in die Höhe

Budapest/Wien - Österreich bekommt als stark in Ungarn engagiertes Land die Nöte des Nachbarn mittlerweile hautnah zu spüren. Die Kredit-Ausfallversicherungen für österreichische Schuldtitel stiegen auf den höchsten Stand seit Ende November. Dahinter steckt die Furcht, dass auch die heimischen Banken von der Ungarnkrise in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Renditen für zweijährige österreichische Staatsanleihen schossen heute um 10,7 Prozent in die Höhe, sind aber mit 1,533 Prozent auf insgesamt niedrigem Niveau.

Die Zinsen für zehnjährige österreichische Staatspapiere liegen derzeit bei 3,316 Prozent. Zum Vergleich: Deutsche Papiere notierten am Donnerstagnachmittag bei 1,870 Prozent. Am kommenden Dienstag will die Republik Österreich via der Bundesfinanzierungsagentur (Öbfa) rund 1,3 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Emittiert werden Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 4 und 10 Jahren.

Das klamme Ungarn gerät an den Märkten immer stärker unter Druck und setzt trotz eines Konflikts mit EU und IWF auf rasche Milliardenspritzen. Der Chefunterhändler für die Gespräche mit den potenziellen Geldgebern, Tamas Fellegi, sagte am Donnerstag, sein Land wisse um den Ernst der Lage. Er wolle "so rasch wie möglich" eine Übereinkunft. Für Ungarn drängt die Zeit, da sich die Talfahrt der Landeswährung rasant fortsetzt. Wegen der geringen Kreditwürdigkeit des Landes sind zudem die Kosten am Kapitalmarkt kaum mehr zu schultern. Selbst für einjährige Bonds werden mittlerweile happige Zinsen von fast zehn Prozent fällig.

Schadensbegrenzung

Die Schuldenagentur bemühte sich um Schadensbegrenzung und setzte das Zuteilungsvolumen einer ohnehin nur lau nachgefragten Anleihe kurzerhand herab. Der Käuferstreik bei der Auktion gilt als deutliches Warnzeichen, dass das Land bei den Investoren immer mehr Kredit einbüßt. Gleichzeitig stiegen die Kosten für die Absicherung ungarischer Staatsanleihen per Credit Default Swaps (CDS) auf einen neuen Höchstwert. "Es gibt nur zwei Akteure, die diese Entwicklung stoppen können", sagte ein Börsianer. "Die Notenbank mit einer Intervention oder Zinserhöhung und die Regierung, indem sie sich mit dem IWF einigt."

Bereits in der kommenden Woche will Fellegi zum IWF nach Washington reisen und noch diesen Monat in Brüssel vorsprechen, um die dringend benötigten Finanzmittel loszueisen. Weder die EU noch der IWF seien aber bereit, die Gespräche über die Ende November erbetene Finanzhilfe fortzusetzen, solange die politische Unabhängigkeit der Notenbank nicht gesichert sei, bekräftigte ein EU-Sprecher in Brüssel. Bei den Treffen mit Fellegi werde nicht über die Kredithilfen gesprochen. Die EU argumentiert, dass sie sich als Geldgeber nicht auf den Werterhalt der Kredite an Ungarn verlassen kann, wenn die Zentralbank nicht unabhängig von politischen Weisungen für Preisstabilität sorgen kann.

Ungarn gilt mittlerweile als echter Problemfall für Brüssel: Die EU-Kommission hat die von Ministerpräsident Viktor Orban angestoßenen Verfassungsänderungen und die damit verbundenen neue Gesetze scharf als Verstoß gegen EU-Recht gerügt. Nicht nur die Unabhängigkeit der Notenbank, sondern auch von Richtern, Medien und der Datenschutzbehörde ist nach Befürchtung der EU in Gefahr. Die Kommission prüft, ob sie Ungarn zu einer Korrektur der Gesetze über Vertragsverletzungsverfahren zwingen kann. Fellegi deutete zumindest in Sachen Notenbank Kompromissbereitschaft an: Sollten Punkte am Zentralbankgesetz beanstandet werden, lasse er mit sich darüber reden, sagte er auf einer Pressekonferenz in Budapest. "Wir sind bereit, ohne Vorbedingungen zu verhandeln und alles zu besprechen, was auf den Tisch kommt." Ungarn war bereits 2008 mit Notkrediten über 20 Milliarden Euro von EU und Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten worden. Nun hofft die Regierung in Budapest auf Hilfen in ähnlicher Größenordnung. (APA/Reuters)

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Tintininafrica
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Ungarn

Die Regierung in Bp. hat am. 3.1. 2012 einen Vertrag über die weiteren Zahlungen an die Überlebenden des Holocausts unterschrieben.
Das ist natürlich den öst. Zeitungen keine Zeile wert.

black fazer
 
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Hat jemand eine Ahnung wie günstig shoppen in Ungarn momentan ist? Damit man wenigstens fürs eigene Geld noch was bekommt

081547112
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##V+##
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Die Preise sind ähnlich wie in Ö, ausgenommen lokale Molkerei- und Backprodukte. Auch Fleisch ist im allgemeinen etwas günstiger.

Bei importierten Lebensmitteln, Textilien, Elektronik, etc. lässt sich vielleicht vom günstigen Wechselkurs etwas profitieren, das zahlt sich aber beim Einkauf in Haushaltsmengen auch nur dann aus, wenn man nahe an der Grenze wohnt, ansonsten fressen die Anfahrtskosten bereits die Ersparnis auf.

Das ist ja das Absurde an der Gesamtsituation: Das Durchschnittseinkommen ist weit geringer (bei ca. 500 Euro netto, 12mal!), die Preise hingegen annähernd gleich hoch!

DirtyHarry
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Die "Wir retten Griechenland & Co" -

Politik bedroht Österreich

Bluestone
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Egal was es dem Steuerzahler wieder kosten wird.

Treichl wird seinen Bonus trotzdem bekommen-nur, falls sich wer darüber Sorgen machen sollte.

uncle sam3
20
die osterweiterung

ist zu schnell gegangen.

demokratie braucht ein wenig zeit.

##V+##
02
Einspruch!

Wir, die Bevölkerung hier in den "alten" EU Ländern, haben seit 1989 ganz massiv von der Expansion der westlichen Banken und Konzerne nach Osteuropa profitiert, die (noch immer) viel niedrigeren Lohnkosten ermöglichten uns eine noch nie da gewesene Kaufkraft.

Gleichzeit war uns das Schicksal der Menschen "im Ostblock" vollkommen egal, dass für jene die Lebenshaltungskosten extrem ansteigen, die Löhne hingegen kaum, wird gar nicht wahr genommen.

Fahren Sie mal nach Ungarn einkaufen, Sie werden vom Preisniveau der Güter des täglichen Gebrauchs überrascht sein.

Jetzt zu sagen, dass die Osterweiterung zu schnell gegangen sei, halte ich für vermessen - uns hat es mehrheitlich nämlich überhaupt nicht interessiert, OB sie funktioniert!

Gunslinger
01

Stimmt. Denn die funktioniert nicht einmal im Westen.

systemfehler1
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Was für´ne Demokratie?

hexe caracas
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und Krugman hat doch recht gehabt

aber die Gier im Osten war zu groß - das wird uns jetzt nach unten reißen...

Keine Atempause
01

Ja Krugman hat recht gehabt mit seiner ersten Einschätzung, die er aber später revidiert und fast widerrufen hat, wenn ich mich richtig erinnere (warum auch immer).

Meiner Meinung nach ist Ihr Statement "die Gier im Osten war zu groß" ganz genau der Punkt.

whitelawyer
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Panikmache und Unwissen

Bedenklich ist, dass sowohl Medien als auch (selbst ernannte) Wirtschaftsexperten (wissentlich) Äpfel mit Birnen vermischen:
Zwei simple Beispiele:
vor 20 Jahren waren Sekundärmarktrenditen von 6 % nichts ungewöhnliches - und Österreich war von Pleite weit entfernt.
Der Euro notierte zu Beginn seiner Einführung gegenüber dem US-Dollar unter 1 (d.h. damals war der USD mehr wert) - jetzt liegt der Kurs bei weit über 1 (d.h. 1 Euro ist nun mehr wert als 1 USD).

Keine Atempause
04

Leider ist der Vergleich der Renditen vor 20 Jahren (vor der Euro-Einführung) mit den Renditen nach der Euro-Einführung, eher das klassische Apfel-Birnen-Mus, weil die Renditen für alle Euro-Länder mit der Euro-Einführung bekanntlich stark gesunken sind. 6% waren damals nicht arg - sind jetzt aber ca. die Grenze der Todeszone. Darüberhinaus hatten vor 20 Jahren die österreichischen Banken nicht 200 und mehr Mrd. Kredite in hirnrissigster Gier nach Osteuropa verscherbelt.

Thomas turnbichler
03
Der EU-Krisensog bedroht Österreich

Was wir schon bei der Eurokrise beobachtet haben, wird auch auf die EU übergreifen. Die Staaten werden gezwungen sein oder gezwungen werden, auch marode Länder der EU-Zone zu unterstützen.

Fassen wir noch einmal kurz zusammen wofür Österreich bürgen wird und Haftungspflicht besteht. Übrigens, das dürfte sich dann totale Haftungsunion nennen:

Griechenlandrettung
ESFS - Beteiligung
ESM - Beteiligung
IWF - Beteiligung

Das sind die sogenannten Vorläufer der wirklichen Krise. In Brüssel, besser gesagt in Berlin, Rom und Paris wird heftig an der gemeinsamen Haftungsunion hingearbeitet. Und die wird kommen. Da könnt's euch sicher sein.

Die Regierung wird zahlen und freudig vom friedlichen und sicheren sprechen, während das Haus Europa brennt!

vgnuser
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bedroht...

zusätzlich noch haften für :

den AT Anteil an den EZB Schrottpapieren !

V995
02
das ist wohl wieder mal ein problem der banken

für das wir zahlen sollen

super web checker
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Bankenwahnsinn endlich abstellen

Es gibt ein paar größenwahnsinnige Banken, die ihren Sitz in Österreich haben und die riskante Geschäfte in Ungarn gemacht haben. Unsere Regierung muss SOFORT dafür sorgen, dass es keine Steuergelder mehr für diese Banken geben wird. Diese Banken gehören nicht "Österreich", nicht einmal österreichischen Investoren! Das sind nicht "unsere" Banken!!
Anlegerschutz ist ok aber es darf nicht noch mehr Steuergeld für Ostspekulationen vergeudet werden.

Andreas Prucha
00

Najo, aber Österreicher haben in diesen Banken ihr Erspartes liegen. Und österreichische Unternehmen, Häuslbauer etc haben dort Kredite. Ein Kollaps würde die Ersparnisse gefährden und auch die Kreditlinien.

Es ist schon gut, dass die Banken "gerettet" werden - nur sollte das auch an Bedingungen geknüpft werden.

Meiner Ansicht nach müsste bei Notwendigkeit von Unterstützung durch den Staat der Vorstand ausgetauscht werden, die Bank teilverstaatlicht werden und keine Dividendenzahlungen ausgesetzt werden.

MUNGO1
00
Der Crash ist nicht aufzuhalten!

Den Vorstand austauschen bedeutet zusätzlich hohe Abfindungen und wenn stattdessen einige Politheinis in den Vorständen Platz finden würden, dann bedeutet das Stillstand und noch mehr Kosten!

Man sollte den bisherigen Vorstände sämtlicher Banken Regeln auferlegen für welche sie persönlich haften müssen, nicht nur mit ihrem Gehalt und den dazugehörenden Bonis, sondern mit ihrem bereits ersessenen/ergaunerten kompletten Besitz!

Und wer noch nicht hat, der sollte sein Geld rasch in Sicherheit bringen und in "trockene Tücher" legen, es könnte in absehbarer Zeit sein dass man es nicht mehr findet, bzw. nur mehr einen Bruchteil an Wert besitzt!

Verpflichtungen abbauen, erprobte Werte erwerben, ohnehin notwendige Ausgaben vorziehen, sonst.....

org.com
 
00

das würde ja heisen, dass die politiker agieren und zu dem noch intelligent.
würde dem so sein, könnte man auch darauf vertrauen, dass sie die geeigneten kandidaten für einen bank job in den dann verstaatlichten banken finden.

und damit kann man, so meine meinung, beide szenarien bis auf weiteres ausschließen.

schlitzohrlinski
41
Eine Spitzenmeldung eigentlich - leider eine negative!

Dank des Engagements unserer Banken und des rechtswidrigen, und Enteignung ist rechtswidrig, Verhaltens der ungar. Regierung sowie dessen Unberechenbarkeit für die Zukunft - Abschaffung der Unabhängigkeit der Nationalbank, wird es auch für AUT eng.

Bereits bei der Beurteilung durch die Ratingagenturen wurde vor allem auf die starke Exponiertheit der heimischen Spitzenbanken in Ungarn hingewiesen.

Wenn hier nach dem Prinzip "too big to fail" die systemrelevanten Banken gestützt werden müssen, dann ist das Spitzenrating dahin.

Die ganze Sachlage wäre/ist mMn eine Spitzenmeldung wert - leider!

Genauso wie eine kritische Würdigung der Handlungen der heimischen Banken, der Bankenaufsicht - der OENB -, und der Regierung.

MUNGO1
00
@schlitzohrlinski...

Wie bereits seit Jahren ist es mir schleierhaft, warum ein Artikel wie Ihrer mit viermal "unnötig" (z.Z.) abgestraft wird.

Ich stimme voll mit Ihnen überein, mein Beitrag etwas weiter oben beweist das auch!

MUNGO1
00
So sieht die neue Verfassung Ungarns aus;

http://www.pesterlloyd.net/2012_01/0... ssung.html

Marcus Maccabaeus
45
Rechtskonform ist folgendes:

Bei der EZB tipfelt irgendwer eine Zahl mit 9, 10 oder gar 11 Nullen in den Computer und erklärt diese Zahl zu Geld. Die EZB leiht dann dieses "Geld" irgend einer Bank zu 1% Zinsen, die es dann zu z.B. 7% an Italien oder 9% an Ungarn weiterverleiht!

Orban wird jetzt unberechenbar und zeigt der Finanzmafia den Stinkefinger, was wiederum Hiafler in diesem Forum entsetzt!

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