Proteste gegen drastische Benzinpreiserhöhung

5. Jänner 2012, 15:56

Maßnahme von Präsident Goodluck Jonathan unter Beschuss

Addis Abeba/Abuja - In mehreren Städten in Nigeria gehen seit Beginn der Woche viele Menschen wegen einer drastischen Erhöhung der Benzinpreise auf die Straßen. In der nördlichen Stadt Kano kamen am Donnerstag in der Früh mehrere Hunderte Demonstranten zusammen, um ihrem Ärger über die Entscheidung von Präsident Goodluck Jonathan Luft zu machen. Die Regierung hatte am 1. Jänner alle Treibstoffsubventionen abgeschafft, was zu einer Verdoppelung der Preise geführt hatte. In der kommenden Woche ist ein von den Gewerkschaften ausgerufener Generalstreik geplant.

Obwohl Nigeria das größte Öl-Förderland Afrikas ist, leben die meisten Menschen weiter in Armut. "Die Atmosphäre ist ohnehin schon angeheizt. Jede weitere Protestaktion könnte eine Krise auslösen", sagte der Polizist Emmanuel Ataku, der mit seinen Kollegen versuchte, die Demonstranten zu vertreiben. Ein arbeitsloser Demonstrant erklärte: "Die Preiserhöhung hat unsägliches Leid über die Menschen gebracht. Die Entscheidung muss rückgängig gemacht werden."

Präsident Jonathan hat dies jedoch bisher strikt abgelehnt. Er erklärte, mit dem frischen Kapital werde er die Infrastruktur des Landes verbessern. Als ersten Schritt will er 1.600 neue Busse bereitstellen. Kommentatoren meinten dazu, in einem Krisenland mit 160 Millionen Einwohnern sei dies, "als würde man einem Toten Medizin geben". (APA)

Moondancer
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Viele wissen leider nicht, was in Nigeria wirklich los ist...

Nigeria hat 4 eigene Raffinerien. Davon waren 2 bereits vor dem Sommer defekt, die anderen beiden sind seither kaputt gegangen. Dadurch wird das Öl an die großen Konzerne verkauft, die es aus Nigeria rausbringen, auswärts raffinieren und den Diesel schweineteuer zurückverkaufen. Bisher wurde von der nigerianischen Regierung der Preis gestützt, damit die Leute sich den Sprit leisten können. Jetzt wird das Aussenhandelsdefizit so groß, dass sie es sich nicht mehr leisten können, die Stützung durchzuführen. Für Montag ist in Nigeria Generalstreik ausgerufen, weil die Leute nicht einmal mehr Strom haben und auch zum 3fachen Preis keinen Diesel mehr kaufen können. Ja, Korruption ist ein Teilproblem des Landes. Der Rest gehört den Ölkonzernen.

Moondancer
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Moderner Kolonialismus

Die großen Ölfirmen produzieren hier eine Krise, denn sie arbeiten radikalen Organisationen wie Boku Haram durch ihre Preispolitik direkt zu. Außerdem geht jede Entwicklungshilfe voll daneben: Die einzige Entwicklungshilfe, die Nigeria bräuchte, wäre die Ausbildung für ihre Leute und Unterstützung in der Schaffung einer Infrastruktur, um z.B. das Öl selbst zu raffinieren und zu vertreiben.. Das ist aber nicht gewünscht, weil es den Ölfirmen einen Markt und viel Geld wegnimmt...

Martin Müller10
 
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Korrumpiert bis in die Knochen, Nigeria ist nicht zu retten!

M. P.1
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Wenigstens verlangen sie keine Mineralölsteuer für Fussgänger.

Gemäß diesem Vorbild:

http://derstandard.at/132548568... chtraucher

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