Zukunftsforschung

Jobtrends 2012: Künstliche Intelligenz, Digividuen und Turbostudenten

9. Jänner 2012, 09:56
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    foto: reuters/kim kyung-hoon

    Neue Technologien könnten zwischenmenschliche Kommunikation durchschaubarer machen

Was Trendforscher für die Arbeitswelt 2012 voraussagen

High-Speed-Studenten, künstliche Intelligenz und Manager als Trendsetter: Die Forscher des deutschen Zukunftsinstituts haben in ihrem neuen Trend-Report 2012 das soziokulturelle Stimmungsbild begutachtet und dabei auch aktuelle Trends in der Arbeitswelt gesammelt.

Künstliche Intelligenz bei Gehaltsverhandlungen

Ruft man heute in einem Callcenter an, muss man damit rechnen, dass der versteckte Ärger in der Stimme nicht verborgen bleibt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass eine künstliche Intelligenz mithört und an der Art, wie wir sprechen, unseren emotionalen Zustand erkennt, schreiben die Forscher.

Die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft hat sich die Anwendung einer ähnlichen Technologie zur Emotionswarnung bei Geschäftsbesprechungen patentrechtlich schützen lassen. Freilich noch Zukunftsmusik, aber nicht unmöglich: so könnte feinstes Zittern in der Stimme eines Verhandlungspartners bei Preis- oder Gehaltsverhandlung wahrgenommen und interpretiert werden.

Vom Individuum zum Digividuum 

Die Autoren des Trend-Report fragen sich außerdem, ob sich aus dem "postmodern fragmentierten Individuum" über die elektronischen Datenbestände am Ende ein komplettes digitales Individuum, sozusagen das Digividium, errechnen lasse. Die Elemente der so genannten Me-Cloud wie E-Matching, E-Health oder E-Career mit Daten aus Recruiting- und Jobprofilen wie Lebenslauf oder Karrierewege könnten es möglich machen, ein ganzes Leben sichtbar zu machen. Ein Beispiel ist Facebooks Timeline. Smart Phones sorgen dafür, dass wir wandelnde Datenquellen sind. "Zunehmend werden wir das menschliche Sein erheben und erfassen", folgern die Forscher. Die Faszination laute "Self knowledge through numbers" mit der Konsequenz einer crowd-basierten Psychologie.

Generation Generosity in den Firmen

Laut Umfragen war die Bereitschaft Gutes zu tun, noch nie so hoch wie heute. Die erhöhte Engagementbereitschaft unterstreiche die Verbreitung von Idealen der "Generation Generosity", so die Trendforscher. Diese Entwicklung zeichne sich besonders unter Jungen ab.

Als neue Form des Ehrenamts identifizieren die Forscher das so genannte Mikro-Engagement: Online-Plattformen wie Sparked, Help From Home oder IfWeRanTheWorld decken verschiedene Interessen und Aufgaben ab. Damit können Menschen weltweit zusammenarbeiten und ihr Wissen für einen guten Zweck spenden - oder sich selbst ein Projekt ausdenken und andere dafür begeistern.

Auch für Firmen ist das interessant: 2011 ging mit Sparked Enterprise die erste Micro-Volunteer-Plattform für Firmen online und bietet diesen die Möglichkeit, Micro Volunteering für Corporate-Social-Responsibility-Programme, Marketing und PR-Zwecke sowie für Employee-Volunteer-Programme zu instrumentalisieren. Unternehmen wie Google, SAP und Kraft Foods nutzen dieses Tool bereits.

Manager als Trendsetter

Bis vor kurzen noch das Handy der Wahl bei Managern, wird das Blackberry unter Teenagern immer populärer. In den USA und England spricht man bereits von der "BB Generation". Dass ausgerechnet das Telefon gestandener Manager, steifer Banker und gestresster Meilenjäger zum neuen Statussymbol von 16-Jährigen werde, habe aber nur am Rande mit praktischen Vorteilen wie dem integrierten Messenger zu tun, mit dem man in Echtzeit gratis Chat-Nachrichten rund um den Globus schicken kann. Es sei vielmehr die professionelle Aura, die das Blackberry umgibt, meinen die Trendforscher.

Turbostudenten

Deutsche Studenten können schneller studieren: Das High-Speed-Programm der TU München ermöglicht es Studierenden, binnen eines Semesters den Lehrstoff des ersten und zweiten Fachsemesters zu absolvieren. Die meisten erhoffen sich vom schnellen Studium auch Vorteile bei späteren Bewerbungen um einen Job: Zügiger Start und Bachelorabschluss mit 22 Jahren gelte unter vielen Jugendlichen als Ausweis für Engagement und Leistungsbereitschaft.

Die Trendforscher glauben generell, dass es noch nie eine so ambitionierte Jugendgeneration wie heute gab und zitieren dazu ein Ergebnis des Trendmontors 2011: Auf die Frage "Wo werden Sie in zehn Jahren wohl am ehesten sein - im Chefsessel oder im Vorzimmer?" antworten immerhin 35 Prozent der 16- bis 25-Jährigen klar "im Chefsessel". (mat, derStandard.at, 9.1.2012)

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14 Postings
Reich sein muss sich lohnen!
01
11.1.2012, 15:52
Ein Blackberry wollt ich auch immer haben

vor etwa 5 Jahren, bevor es Android oder iOS gab.

Und was den Chefsessel angeht: So einen bekommt man für 50€ bei Ikea.

Fritz Meyer
00
10.1.2012, 13:52
"Jobtrends"...

die vor allem Unternehmen nutzen?

Gobi Todic
01
10.1.2012, 12:07
Vorhersage

1. "Es werden immer mehr Roboter die Arbeit übernehmen"

-> Stimmt - aber nicht zum Wohle der Allgemeinheit, sondern zum Wohle von 1% der Menschheit.

Niemand weint mehr dem Arbeitsplatz hinter einem Pflug-Esel gespann am Acker nach. Aber bei den heiligen Arbeitsplätzen, da wird gejammert. Weg mit dem Brett vor dem Kopf - Automatisieren wir die Welt auf Teufel komm raus, teilen den Erfolg aber mit allen anderen.

Wie das geht? Bedingungsloses Grundeinkommen.

Für alle Wirtschafter: Was glaubt ihr wird ein Fabriksmitarbeiter (Facharbeiter, Ingenieur, Logistik) machen wenn er einen Geistesblitz hat der auf einen Schlag 10 Arbeitsplätze unnötig macht?

Genau, eher mal nichts sagen sofern er kein Soziopath ist. (trotz Prämie usw.)

's koite Sopherl
00
10.1.2012, 11:58
Dampfplauderer...

Carlos Clementin
00
10.1.2012, 07:07
Kotttan Kooootaaan !

Jeder liebt, jeder kennt, den Horx, denn der ist Trend.
Jeder liebt, jeder kennt, den Pilch, unser Präsident.

Und: Wer schneller Studiert muss aber länger arbeiten !

Management Quatscher
00
10.1.2012, 01:43

Äusserst interessant ist es, die Prognosen der Zukunftsforscher und Tendberater der letzten 50 Jahre mit der Realität zu vergleichen.

Die Zukunftsforscher und Trendberater schneiden da nicht gerade gut ab.

Es horxelt.

Stiflers Mum
00
10.1.2012, 01:41
Gehirnwäscheartikel?

Kann es sein, dass ich grad übermotiviert bin, an mich selbst glaube und mit meinem Bachelorstudium in 6 Semestern schon als Owizara gelte?
Das Hamsterrad ruft! Und Sparked? lol? das is doch ein unkoordinierter unverpflichteter Chaoshaufen.. Ehrenamt ist nur am Anfang sexy, aber sobald mal der Realitätssinn einsetzt ist es aus damit und man fühlt sich wohl eher ausgenutzt.

Postingname1001
 
00
Zukünftige Lobbyisten sagen natürlich

Vorzimmer!
...weil Lobbyist kein Hobby ist...

Past
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Trendforscher nennt sich das also

Was würden Sie antworten auf die Frage wo Sie in 10 Jahren stehen. Chefsessel oder Vorzimmer. Conclusio > ambitioniert???
Wer Vorzimmer antwortet ist ein Versagen, d.h. man hat sich selbst bereits aufgegeben; ich denke doch die meisten haben eine optimistische Lebenseinstellung und antworten eher Chefsessel. Das ganze nennt sich also Zukunftsforscher, wohl eher „nicht methodischer Forscher“

HenningvonTresckow
01
..

ich habe mir mal ein Buch gekauft, wo drinnen stand, dass im Jahr 2000 jeder eine kleine Vorrichtung im Rucksack hat, mit der Skiliftfahren und Schlangen davor der Vergangenheit angehören.

Und in den 50er Jahren glaubte man, dass bald in jedem Haus ein Atomreaktor stehen wird....

Und dann war auch noch, dass.....

:-:¦¦¦¦:+_†_+:¦¦¦¦:-:
00
Im Kindergarten dachte ich noch

im Jahr 2000 die Autos fliegen können. Daraus würde natürlich nichts, dafür schaun sie jetzt alle gleich aus.

nukularteilchen
02

Was man nicht alles so prophezeit.
Am Ende ist das Leben eh wieder wie eine Karrikatur von Deix.

Sonata
00
Der Chefsessel ist auch der mit der Verantwortung...

und damit diese nicht nur bei den kleinen sondern auch bei größeren Unternehmungen vom Geschäftsführer wahrgenommen werden muß sollte man die diesbezüglichen Gesetze endlich verschärfen. Danach bin ich gespannt ob die ganzen Möchtegern-Anschaffer sich den Chef-Job noch zutrauen.

leser 4712
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jahresbeginn ist hochsaison

für astrologen und trendforscher ... na wunderbar

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