Jeder will einmal König sein

  • Leo Timmers, "Ich bin der König" 12,30 Euro/ 32 SeitenBohem Verlag, Zürich 2011
    foto: bohem verlag

    Leo Timmers, "Ich bin der König"
    12,30 Euro/ 32 Seiten
    Bohem Verlag, Zürich 2011

Eine gefundene Krone lässt verschiedene Tiere zum König werden - bis dieser tatsächlich auftaucht

Beim gemeinsamen Spielen tritt immer wieder das gleiche Problem auf. Es entzündet sich meist daran, wer welche Rolle übernimmt oder ob und warum welches Spiel gerade zu spielen ist. Die Tochter nennt das dann der oder die "Bestimmer/in" . Ist es immer das gleiche Kind, nie man selbst, gibt es naturgemäß Knatsch.

Über Macht und Anführertum geht es auch in der Bildgeschichte Ich bin der König von Leo Timmers. Eines Tages entdeckt eine Schildkröte eine Krone auf ihrem Rückenpanzer. "Und sie passt mir auch noch" , freut sie sich. Jetzt ist für die Schildkröte klar: "Ich bin der König!" Ihre Freunde sehen das freilich anders. Die Ziege etwa findet, dass vielmehr sie der wahre König ist, denn "ein echter König hat einen langen weißen Bart, so wie ich". Auch die Ziege wird sich nicht lange als König fühlen dürfen. Denn da kommen Flamingo, Schlange, Schwein, Krokodil usw. Jedes Tier ruft: "Ich bin der König!" Bis der tatsächlich auftaucht.

Timmers Buch richtet sich an Kinder ab dem dritten Lebensjahr, es ist daher sehr auf die Illustrationen fokussiert. Die oftmalige Wiederholung der König-Passage prägt sich derart stark ein, dass sich ein Kind nach der Lektüre vielleicht selbst zu Höherem berufen fühlt. Eines zeigt das Buch auch sehr deutlich: Wahre Macht braucht nicht unbedingt Insignien. Aber dafür sind die Kinder wirklich noch zu klein. (Peter Mayr, DER STANDARD, 7.1.2011)

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