Österreichs Mobilfunkmarkt wächst zusammen

5. Jänner 2012, 13:47

Roamingvertrag von "3" mit A1 für ländliche Versorgung läuft voraussichtlich Anfang 2013 aus

Österreichs Mobilfunkmarkt gilt als einer der hartumkämpftesten der Welt. Vier Betreiber matchen sich mit niedrigen Pauschaltarifen und günstigen Smartphones um die Handytelefonierer. Nach Meinung der größten drei Anbieter A1, T-Mobile und Orange gehört der Markt konsolidiert - sie würden gerne den kleinsten Anbieter Hutchison 3G Austria ("3") von der Bildfläche verschwinden sehen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Der Hongkonger Konzern denkt nicht im Traum an den Rückzug, hat er doch in den vergangenen Jahren große Summen in das UMTS-Netz (3G) investiert. Gestern gab "3" zudem eine Netzpartnerschaft mit T-Mobile bekannt. Dies ist nicht die einzige Technikkooperation zwischen den heimischen Mobilfunkern. Sinkende Margen durch hohen Preisdruck zwingen zur Zusammenarbeit bei der Netznutzung. Den Kunden sollen dabei keine Unannehmlichkeiten entstehen, wird versichert.

"National Roaming Abkommen"

T-Mobile und "3" haben nun ein "National Roaming Abkommen" geschlossen. Ab Mitte 2012 helfen sich die Provider gegenseitig bei der Netzabdeckung im ländlichen Raum. "3" kann das 2G-Mobilfunknetz von T-Mobile nutzen und T-Mobile das 3G-Netz von "3".

Eine weitere Kooperation gibt es seit April 2011 zwischen Orange und T-Mobile. Die Nummer zwei und die Nummer drei am Markt wollen sich beim UMTS-Netzausbau am Land Antennen und Kosten teilen, die erhoffte Ersparnis wurde mit jeweils 30 Mio. Euro beziffert.

Branchenprimus vom Thron gestoßen

Das größte UMTS-Netz in Österreich nach Branchenschätzung betreibt "3" - die 3G-Abdeckung beträgt rund 90 Prozent. Dafür hat der Konzern in den vergangenen Jahren auch tief in die Tasche gegriffen - und vor kurzem die Ernte eingefahren: Im Handynetztest der renommierten deutschen Fachzeitschrift "Connect" stieß "3" den Branchenprimus A1 knapp vom Thron.

Apropos A1: Die neue Kooperation zwischen den Konkurrenten dürfte dem Marktführer einiges an Einnahmeneinbußen bescheren. "3" zahlt A1 nämlich momentan einige Millionen im Jahr für die Nutzung des GSM- bzw. GPRS-Netzes von A1. Der entsprechende Vertrag besteht seit 2003 und wird voraussichtlich Anfang 2013 auslaufen, wie eine "3"-Sprecherin der APA am Donnerstag bestätigte. Zu den Nutzungsgebühren wollten sich die beiden Konzerne nicht äußern. "Vertragsinhalte geben wir nicht bekannt", so eine A1-Sprecherin.

Konsolidierung am Mobilfunkmarkt

Brancheninsider schließen nicht aus, dass es vor allem in der Übergangsphase vereinzelt zu Empfangsproblemen kommen könnte, sei doch die Umstellung technisch relativ aufwendig. Die Unternehmen freilich versichern, dass der Kunde von den Umstellungen nichts merken wird. "Heuer ändert sich für '3'-Kunden gar nichts", hieß es bei Hutchison. 2012 greife "3" noch das ganze Jahr auf das A1-Netz zu. Die Kooperation mit T-Mobile startet daneben Mitte 2012. "Bis dahin werden die Netze aufeinander abgestimmt", erklärte eine T-Mobile-Sprecherin. "Unsere Kunden werden nicht merken, in welchem Netz sie telefonieren", versicherte auch die Tochter der Deutschen Telekom. "Wir rechnen mit überhaupt keinen technischen Problemen." An dem "National Roaming Abkommen" werden weder "3" noch T-Mobile groß verdienen, wie es heißt.

Sicher ist, dass die Konsolidierung am heimischen Mobilfunkmarkt weitergeht. Selbst die kolportierte Übernahme von Orange durch "3" ist mit dem neuen Netzabkommen nicht vom Tisch. Im Gegenteil. Branchenkreisen zufolge könnte der Deal schon fast in trockenen Tüchern sein. Aus Wettbewerbsgründen soll der Hongkonger Konzern dann die Orange-Billigmarke Yesss! sowie zahlreiche Funkstationen an A1 weiterverkaufen, hieß es Medienberichten.

Kunden profitieren vom harten Wettbewerb

Vom harten Wettbewerb hierzulande profitieren vor allem die Kunden; in Österreich ist Handytelefonieren viel günstiger als etwa in Deutschland, weswegen das Mobiltelefon auch recht intensiv genutzt wird. Im ersten Quartal 2011 (aktuellste Zahlen, Anm.) hat der durchschnittliche Mobilfunkkunde laut Telekomregulierungsbehörde RTR 446 Minuten telefoniert, 139 SMS und eine MMS verschickt. Rasant im Steigen ist der Datenkonsum: Das konsumierte Volumen belief sich in dem Zeitraum auf 717 MB, das ist ein Plus von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Mobilfunkbetreiber haben im ersten Quartal 2011 im Schnitt 48 Euro Umsatz mit einem Kunden gemacht - 3 Euro weniger als im Vorquartal. Puncto Marktanteile hat sich in dem Zeitraum nicht viel getan. Nummer eins blieb klar A1 Telekom Austria (inklusive bob) mit 5,145.000 Kunden bzw. einem Marktanteil von 41,3 Prozent. Dahinter folgte T-Mobile (inklusive tele.ring) mit 3,832.000 Kunden (30,8 Prozent). 18,7 Prozent oder 2,330.000 Teilnehmer telefonierten mit Orange (inklusive Yesss!), "3" zählte 1,141.000 Kunden (9,2 Prozent). (APA)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Schwalbe
00
14.1.2012, 23:00

Man sollte einen Mischkonzern mergen aus Finanzamt, Sozialversicherung, UPC und einem der 3 Telekom Anbieter. Die könnten sich dann direkt um fast alles kümmern. Blöde Tarifvergleiche und Vertragsfeilschereien blieben uns erspart und der Zahlungsverkehr würde minimiert.
Die Banken wären endlich nur noch fürs Privatbanking und die Rettungsschirmbezüge verantwortlich. Und wir fürs Taschengeld.

Gustav G.
00
14.1.2012, 13:22
Jetzt ist es soweit...

Laut Presse gibt es einen Vertrag zw Orange und Drei! Schnell noch Tarife sichern, billiger wird es nicht mehr

unterwegs in Österreich
00
12,5 Mio Kunden in Österreich

d.h. der Standard-Österreicher hat 2 Handys.

senf mit korn
00
10.1.2012, 00:48

Naja, er hat anteilig mindestens 1,6 SIM Karten.

Von meinen steckt derzeit auch keine in einem Handy.

Der Wappler
00
Der Wappler liebt T-Mobile und die Nina

Was verstehen Sie unter Marge? Das kann ich mir von meinem geliebten T-Mobile nicht vorstellen!

Renegade Hardware Ltd.
01

Ich hab noch immer mein Vierteltelefon!

Von Zeit zu Zeit gehe ich auch noch am Dachboden und tu so als würde ich wen anrufen.

m404
00
wie bitte?

ihnen ist klar, dass sich unsere mobilfunk preise verdreifachen (!) muessten, um das niveau in deutschland zu erreichen?

deutsche handybesitzer heulen, wenn sie sich die tarife in AT anschauen ... da is verdammt viel marge uebrig, die sich die 4 grossen in AT zusaetzlich in die tasche stecken koennen, bevor wir als kunden meckern koennen, dass es doch in D billiger geht ...

Super-Zyniker
10

@m404

> ... verdreifachen (!) muessten, um das niveau
> in deutschland zu erreichen? ...
> deutsche handybesitzer heulen, ...

So pauschal kann man das sicher nicht seriös behaupten und die Zeiten, als Mobilfunk in D teuer war, sind auch schon längst vorbei.
Fakt jedenfalls ist, daß es in D - im Gegensatz zu Ö - auch echte Flatrates gibt, wo es nach xxx Minuten keine Überschreitungs-Mondpreise gibt.
Und da auch Grund der meist kostenlosen Zugabe von Festnetzanschlüssen zu Internet-DSL- und Kabelanschlüssen diese viel mehr als in Ö verbreitet sind, kann man mit einer günstigen Festnetz-Flatrate (auch mittels teils sogar kostenloser Callthrough-Dienste in andere Netze+Ausland) durchaus min. so günstig wie in Ö telefonieren.

m404
00
*seufz*

meinen Sie solche Angebote wie die SuperFlat Wochenende von Vodafone?
14,95/Monat , am Wochenende ins dt. Festnetz und zu Vodafone flat, unter der Woche 19ct/SMS, 29ct/Min, und die herausragende Wahnsinnsmenge von 200MB Daten inkl. ?
Das ist der Preis ohne Handy, wohlgemerkt ... mit Handy kostets bereits 24,95/Monat (für dieselbe(!) Leistung) ...

Danke, ich bleib' bei meinen "unechten 2000 Minuten in alle Netze Flatrate inkl. massig Daten" für dasselbe Geld ...

*augenverdreh*

Super-Zyniker
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@m404

> solche Angebote wie die SuperFlat Wochenende
> von Vodafone?

So etwas habe ich nicht wirklich gemeint.
Es gibt beispielsweise von Discountern (allerdings auch von den "Original"-Netzbetreibern) echte Flatrates, die man mitunter sogar monatlich buchen/stornieren kann.
Ein bekanntes Beispiel ist z.B. BASE, wo man sich sein(e) gewünschten Pakete jedes Monat ändern kann.
So zahlt man dabei keine Grundgebühr, wenn man in einem Monat z.B. keine Flatrate bzw. ein anderes kostenpflichtiges Paket gebucht hat.
Und sonst zahlt man eben "nur" die Flatrate- bzw. Paketgebühren und ggf. zusätzlich jene nicht nicht enthaltenen + genutzten Dienste.
Natürlich gibt es dazu kein "Gratis"Handy, das schließlich auch (von dir) bezahlt werden will.
...

Super-Zyniker
00

...
> bleib' bei meinen "unechten 2000 Minuten in
> alle Netze Flatrate inkl. massig Daten"

Die deutschen Tarife sind nun mal nicht 1:1 mit Ö vergleichbar und man muß sich eben (auch in Ö) entsprechend Gedanken zur Nutzung machen, wobei das Festnetz in Deutschland eben viel stärker verbreitet ist und sich (nicht nur durch die bekannten Möglichkeiten einer "bundesweiten Homezone") sehr gut dazu eignet, zu Festnetzkosten Handys erreichen zu können bzw. erreichbar zu sein.

In Ö hingegen KANNST du mit beispielsweise "unechten 2000 Minuten in alle Netze Flatrate inkl. massig Daten" gut fahren, doch bei Überschreitungen je nach Tarif mitunter ruinöse Rechnungsbeträge bekommen, wenn die Minute/SMS € 0,30 und das MB(!) bis zu € 4,-- kosten.

sepp77
10
dafür kosten Lebensmittel und....

..andere Dinge des täglichen Gebrauchs bei uns das doppelte....

was solls also.
Unterm Strich ist AT teurer als DE...

m404
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selbstverständlich!

DE ist definitiv nicht ein Land, in dem ich teurer Lebe als in AT ! Das war nicht mein Statement, da gebe ich ihnen absolut Recht (hab selbst noch vor 3 Jahren in Hessen gewohnt).

Mir ging es _rein_ um den Mobilfunk Bereich. Es gibt viel mehr Gründe als Lebensmittel, wieso es in DE viel billiger geht (insgesamt). zB Autoversicherung/Steuer, Förderungen für Familien, Strom/Gas Preisstrukturen und Wettbewerb etc etc ...

werwolfi
24

“... einer der hartumkämpftesten der Welt.“, my ass...

HÄRTESTUMKÄMPFTEN!

Wurde das womöglich von einem der “bestangezogensten“ Journalisten geschrieben?

Hallloooo Qualitätszeitung! Wen wundern noch die PISA-Resultate gar nicht mehr?

Super-Zyniker
02

@werwolfi

> Qualitätszeitung!

Die "Qualität" beruht im Journalismus - und besonders in Österreich - auf dem "copy & paste"-mäßigen Übernehmen von Agenturmeldungen und dem bestmöglichen Lukrieren der bekannten Journalisten-Vorteile wie 50% Rabatte bei Firmen/Dienstleistern (notfalls mit der sanften Drohung mit negativer Berichterstattung), kostenlosen Einladungen bzw. als Seminare etc. getarnte Urlaubsreisen, kostenlose Fahrzeuge als "Dauerleihe", etc. .
Außerdem darf man sowohl zahlende (Inserate-)Kunden nicht vergrämen und auch nicht kritisch gegen jene schreiben, die zukünftig noch Inserate buchen könnten.
Deshalb haben wir schon lange ein einheitliches journalistisches "Qualitäts"Niveau - nur leider sehr nahe der Null-Linie.

arsen hitrach
00

Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass sich der OnlineStandard keinen Lektor leisten will.

##V+##
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Mach dir nicht ins Werwolfhoserl

hobsch
01

Jojo, Pisa und so ...

APA-Artikel.

werwolfi
00

Da war einer schneller als du, daher siehe gleich unterhalb ;o)

Analytische Tänzchen
01

(APA) ..

werwolfi
00

Ja und ein mal durchlesen ist zu viel verlangt?
Da könnte man sich abheben vom Lumpenpack, indem man die Volksschulfehler aus den APA-Praktikantenartikeln entfernt...

hobsch
00

Also ich hab kein Problem, wenn eine gratis zu lesende Onlineplattform (derstandard.at) Artikel anderer Plattformen (APA) ohne weitere Aktivitäten einbindet und anzeigt.

Ich bin anhand der Kennzeichnung der Artikel durchaus in der Lage allfällige Fehler dem "richtigen" Autor zuzuordnen.

werwolfi
00

Und inwiefern ist das besser, dass die Journalisten bei der APA solche Volksschulfehler machen?

hobsch
00

Hab ich das irgendwo behauptet?

Ich habe mich darüber amüsiert, dass jemand derstandard.at für Fehler in APA-Artikel verantwortlich macht, und das Ganze mit "Wen wundern noch die PISA-Resultate gar nicht mehr?" garniert.

werwolfi
00

Speziell in dem Posting das du beantwortet hast war davon die Rede, dass hier schlampig und wurschtig der APA-Blödsinn übernommen wurde, und dafür ist niemand anderer verantwortlich als derStandard selbst.

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