Steuer von Ausgetretenen

Oberhummer: "Die Kirche hat genug Geld"

Interview | Rosa Winkler-Hermaden, 05. Jänner 2012 13:39
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    Foto: apa/hochmuth

    "Im Jahr 2009 waren nur acht Prozent aller denkmalgeschützten Gebäude Sakralbauten, aber die Hälfte des gesamten Denkmalschutz-Budgets wurde dafür ausgegeben."

Kirchenkritiker Oberhummer über den "extrem unfairen" Vorschlag des Bauernbundes, Kirchensteuern von Ausgetretenen einzuheben

50 Prozent des Denkmalschutzes werden für sakrale Bauten ausgegeben, sagt Heinz Oberhummer von der Initiative "Religion ist Privatsache". Er ist der Meinung, die Kirche habe schon genug Geld und sei nicht auf zusätzliche Steuergelder von Ausgetretenen angewiesen. Oberhummer verwehrt sich gegen den Begriff Kirchensteuerflüchtlinge: "Die meisten Leute, die ausgetreten sind, sind es nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil sie mit der Kirche nichts mehr am Hut haben."

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derStandard.at: Sie haben den Vorschlag des Obmann des oberösterreichischen Bauernbundes, Maximilian Hiegelsberger, dass Ausgetretene Kirchensteuern zahlen sollen, als "verfassungswidrige Zwangsfinanzierung" bezeichnet. Warum?

Oberhummer: Man kann Leute, die ausgetreten sind, nicht bestrafen. Das ist sicher verfassungswidrig. Hiegelsberger bezeichnet die Ausgetretenen als Kirchensteuerflüchtlinge und impliziert, dass Leute, die austreten, das nur wegen der Kirchensteuer tun. Und nicht aus ihren Überzeugungen heraus. Die meisten Leute, die ausgetreten sind, sind es aber nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil sie mit der Kirche nichts mehr am Hut haben. Der Vorschlag ist nicht gut überlegt, extrem unfair und unobjektiv.

Die Kirchensteuer von Ausgetretenen einzuheben, wäre außerdem ein enormer organisatorischer Aufwand. Man müsste die Melderegister durchforsten, wer ausgetreten ist. Und was ist mit solchen, die noch nie einer Religionsgemeinschaft angehört haben? Wegen des Gleichheitsgrundsatzes müssten alle steuerpflichtig sein - auch die, die einer anderen Religionsgemeinschaft angehören.

derStandard.at: Hiegelsberger argumentiert, dass ein Finanzierungsproblem entsteht, wenn immer mehr Leute aus der Kirche austreten. Ist das so?

Oberhummer: Das glaube ich nicht. Die Kirche hat genug Geld. Sie erhält etliche Sonderförderungen. Im Vorjahr hat die Stadt Wien 200.000 Euro für die Sanierung der Kirche am Karlsplatz zur Verfügung gestellt. Die Stadt Krems zahlt nächstes Jahr 100.000 Euro für Kirchensanierungen. Es kommt nicht nur auf die Bundeszuschüsse an, es gibt unzählige Landes- und Gemeindezuschüsse.

derStandard.at: Trotzdem brauchen die Kirchen das Geld für die Denkmalpflege, meint Hiegelsberger.

Oberhummer: Das Argument zählt nicht. Im Jahr 2009 waren nur acht Prozent aller denkmalgeschützten Gebäude Sakralbauten, aber die Hälfte des gesamten Denkmalschutz-Budgets wurde dafür ausgegeben.

Die Kirchen erhalten schon genug Gelder - mehr als andere denkmalgeschützen Bauten. Das wird aus dem allgemeinen Steuer-Aufkommen finanziert, von allen Steuerzahlern - unabhängig davon, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. Wir finanzieren jetzt schon mit! 50 Prozent des Denkmalschutzes werden für sakrale Bauten ausgegeben.

derStandard.at: Sie kritisieren, dass auch katholische Schulen und Kindergärten mit öffentlichen Geldern subventioniert werden.

Oberhummer: Da fließt das Geld der Steuerzahler hinein - auch von den Konfessionsfreien. Es handelt sich um zirka eine Milliarde Euro pro Jahr, die für Religionslehrer oder Kindergärten aufgewendet wird. Das wird vom Bund gezahlt und nicht von den Kirchen.

derStandard.at: Wozu werden die Gelder des Kirchenbeitrages verwendet?

Oberhummer: Der Großteil für Personalkosten. Die Kirche zahlt zum Beispiel auch keine Grundsteuer. Sie ist davon ausgenommen. Das ist gar nicht wenig. Dieses Privileg haben nur die religiösen Vereinigungen und sonst keine Institution.

derStandard.at: Wie hoch sind die Ersparungen dadurch?

Oberhummer: Die Grundsteuerbefreiung bringt der katholischen Kirche nach einer Schätzung 60 bis 70 Millionen Euro jährlich. Das ist ungefähr ein Drittel dessen, was die römisch-katholische Kirche nach eigenen Angaben jährlich insgesamt an Baumaßnahmen ausgibt. 

derStandard.at: Sie sind einer der Proponenten des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. Haben Sie schon genug Unterstützungserklärungen?

Oberhummer: Es fehlen noch ein paar hundert Unterschriften. Wir sind schon ein bisschen enttäuscht, dass nicht mehr unterzeichnet haben. Aber am Land ist es wirklich schwierig, auf die Gemeinde zu gehen und das Kirchenvolksbegehren zu unterstützen. Es ist einfacher, von der Kirche auszutreten, da braucht man nur ein E-Mail an den Bezirk zu schicken. Man muss nicht persönlich auf die Gemeinde gehen. Die Leute treten eher aus der Kirche aus, als fürs Kirchenvolksbegehren zu unterschreiben. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 5.1.2012)

HEINZ OBERHUMMER (70), emeritierter Universitätsprofessor, ist Physiker und Kabarettist. Er engagiert sich in der Initiative "Religion ist Privatsache".

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Gerhard Schwarz6
 
17.01.2012 01:03

Mein Kirchenaustritt erfolgte bevor ich überhaupt kirchensteuerpflichtig war. Austritsgrund war die Kirche
und nicht die Steuer.
http://www.youtube.com/watch?v=N... creen&NR=1

Dr.Eisenbart
08.01.2012 11:31
Die katholische Kirche ist eine von organisierter Kriminalität geschwächte Institution

Die in kirchlichen Positionen sitzenden Gauner haben aber nichts, gar nichts mit der katholischen Theologie zu tun.
Deshalb bekenne ich mich nach wie vor zur katholischen Kirche.
Religion ist Privatsache ? Stimmt doch nicht, geschriebenes und gelebtes Recht wird von religiösen Wurzeln massiv beeinflusst. Yuan sollte ich seiner Wurzeln nicht schämen müssen.
Ohne Judentum kein Christentum , ohne katholische Kirche keine westliche Kultur.
Der Atheismus wirkt dagegen ziemlich armselig.

Ramto
10.01.2012 20:24
Wenn Sie die Gauner in kirchlichen Positionen

so bezeichnen, bitte ich Sie Namen zu nennen und die Taten die diese Leute Ihrer Meinung nach zu Gaunern machen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass Gauner vor Gericht gestellt gehören und ein entsprechendes Urteil notwendig ist um der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Also erstatten Sie Anzeige oder unterlassen Sie derartige Unterstellungen.

See Tal
10.01.2012 12:26
einäugig!

"...waren nur acht Prozent aller denkmalgeschützten Gebäude Sakralbauten, aber die Hälfte des gesamten Denkmalschutz-Budgets..."
<<<< ein "Stift Melk-Gebäude" braucht eben mehr Unterhalt als z.B. ein Stück "Wartehäusl-Gebäude"!

"...katholische Schulen und Kindergärten...Da fließt das Geld der Steuerzahler hinein - auch von den Konfessionsfreien..."
<<< auch diese schicken dann gerne ihre Kinder hin, weil diese Bildungsstätten zu recht einen guten Ruf haben!
usw...

sitharta
17.01.2012 22:18

seit die schwarz bis rot bekutteten kinderschänder aber zunehmend auffliegen ist es mit der reputation dieser bildungsstätten aber nicht mehr so weit her....

jakov
11.01.2012 15:03

wenn die dann genausoviel bekommen wie die staatlichen kindergärten, okay. Aber bekommen privatkindergärten dieselbe förderung? In meinen Augen ist ein Kindergarten, der im Besitz der Kirche ist und von dieser geführt wird das gleiche wie ein privater Kindergarten.

Sind diese Kindergärten wenigsten gratis?

jakov
11.01.2012 14:52
richtig, eigentlich sollte es kubikmeter Gebäude gehen

oder zumindest nach bebauter fläche oder Nutzfläche. Trotzdem sind 8% vs. 50% krass genug. Ich glaube nicht, dass das durch die größen der Gebäude ausreichend relativiert wird.

Erasmus_01
08.01.2012 20:26

Das, was heute als Christentum durchgeht, hat, zum Glück, mit der katholischen Theologie nunmal recht wenig zu tun. Eine kurze Auseinandersetzung mit dem, was die "Kirchenväter" von sich gegeben haben, lässt jedoch jeden denkenden Menschen des 21. JH darüber frohlocken, dass es auch so auch ist. Und die banale Behauptung "ohne Judentum kein Christentum" kann problemlos auch gegen "ohne Römertum kein Christentum" oder "ohne Griechentum kein Christentum" getauscht werden. Das Christentum hat sich ständig an eine sich verändernde Welt angepasst und unterwegs vieles absorbiert und einiges auch vernichtet. Das Christentum als greifbare Entität ist jedoch eine Fixion. Eine, für die in Österreich alle zahlen müssen. Leider.

aetiology
08.01.2012 16:32

Sie glauben also an die jungfräuliche Geburt oder die leibhaftige Aufnahme Marias in den Himmel? Dann sollten Sie bei Anderen nicht von "armselig" sprechen

Dr.Eisenbart
08.01.2012 11:33
Sollte heißen

Man sollte sich seiner Wurzeln....... (übereifriges Computer -Helferlein ;-))

na dann..
08.01.2012 08:15

wenn menschen die in not sind in den pfarrhaüser schlafen dürfen, taufen usw. nicht gebührenpflichtig sind, priester sich wie solche benehmen lernen und wenn die kirche das tut wozu sie da sein sollte .... dann leute, DANN werde ich kirchensteuer bezahlen !

Ramto
10.01.2012 20:27
Was sollte Ihrer Meinung nach die Kirche tun, damit

Sie Kirchenbeitrag bezahlen???????

Heavyweather
06.01.2012 20:32

War sagt eigentlich der ÖVP Chef dazu? ^^

sitharta
07.01.2012 22:31
chef?

was ist chef von ÖVP? gott?

erxxich
06.01.2012 19:34
Dummkopf

Hiegelsberger ist ein mit Fördergeldern und Steuerprivilegien gemästeter dummer, schwarzer Bauer !!!

F. Croma
06.01.2012 18:55
1 Milliarde Euro kosten

Religionslehrer und kath. Kindergärten? Stimmt das wirklich?
Bezüglich Grundsteuer -"Dieses Privileg haben nur die religiösen Vereinigungen und sonst keine Institution"
http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeF... r=10003845

Es gibt schon noch Institutionen Hr. Oberhummer.

sitharta
07.01.2012 01:03
1.000.000.000

für kinderschänder?
(die uns in den aufklärugngverfahren wieder millionen kosten)

was hat bitte mein staat mit diesen wahnsinnigen zu tun
zahl ich meine steuern immer noch für religiös ab abartige?
DANN ZAHL ICH BESSER KEINE MEHR!!
trennt mir (bitte) sofort diese Verbindung zwischen der "kath. Kirche" und "meinem" Staat
wutürger

sitharta
07.01.2012 00:43
sparen

ja, ja, wir suchen einsparungspotential:
bei den mittel- und kleinunternehmen (die die bärenlast unserer wirtschaft tragen)
bei den pensionisten (die ihren beitrag zum volkswohl schon geleistet haben)
bei den arbeitnehmern (niedrigere löhne, höhere steuern)
im erbrecht (wozu strengen sich eltern an, als für ihre kinder ???)
usw usw usw
den parsiten dieser gesellschaft stecken wir die milliarden ungeprüft hinten rein....
bist du auch ei wutbürger ? .............

jakov
11.01.2012 15:07

Jawohl. Ich frage mich wieso noch keine Partei dieses Einsparungspotential erwäht hat. Aber haupttsache Absetzbetrag für Kirchenbeitrag (!) auf 400€ verdoppeln (!)

unterm Standard
06.01.2012 17:43
Trennung von Kirche und Staat, anyone?

warum setzt sich da ein (Provinz-)Politiker für die Interessen der Kirche ein?

Ich kann ja nur raten: keine Aussicht auf Erfolg, aber jede Menge Medienecho... er wird doch wohl keine populistischen Absichten gehabt haben?

mMn die besten Reaktion zu Higelsbergers Vorschlag: don't feed the troll :D

sitharta
07.01.2012 01:15
ach wär ich nur franzos

ich liebe dieses volk
gott ist nicht tot, aber privateigentum
dort gehört er hin
und alle anderen soll er weiters nicht kümmern
leider kommt ihnen der gute Allah jetzt von hinten rein
Vive la France,
oder ist die menscheit überhaupt noch zu retten?
Honnit soit qui mal Y pense

dizzkutant
06.01.2012 17:05
"Behaltet die Reichtümer und Güter, ...

... die Ihr im Schweiße Eures Angesichts erarbeitet für Euch. Gebt nichts davon an diese prächtigen und unnützen Faulenzer, nichts an all diese Mönche und Kleriker, die unnütz auf der Erde wohnen, nichts an diese hochmütigen Tyrannen, die Euch verachten..."
(Jean Meslier)

sitharta
07.01.2012 22:28
nicht alle

nicht alle, um IHRES gottes willen, nicht alle sind taugenichtse. die, die im nahmen IHRES gottes gutes wollen und tun, die verachtet mir nicht. aber all jene, die im namen dieses gottes ( und es sind die meisten) nach macht und reichtum, nach vorteil und pfründen gieren, die sollten gerichtet sein. aber es sind die meisten.
was wollen wir noch..............?

TT1
06.01.2012 16:42
Ich bin zur Zeit des Kurt Krenn ausgetreten.

Denn ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, Kinderschänder zu unterstützen. Ich Spende jedoch einen gleichwertigen Betrag an amberMed.

maus 14
06.01.2012 16:04

kirche hat genug geld

nein-sie hat viel mehr , als genug geld

immerhin das geld gescheffelt und reichtümer von armen und den ärmsten unter der androhung , dass sie nicht in den himmel kommen
und das seit mindestens 1500 jahren
der vatikan soll auch einmal sein vermögen offenlegen

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