Niederösterreichische Firma bringt "Safeballs" im Jänner auf den Markt
Hirtenberg - Ein österreichischer Erfinder will mit kleinen Kugeln für Furore sorgen: Das niederösterreichische Unternehmen "Safeball Technology GmbH" hat eine Methode entwickelt, die die Gefahr von Explosionen bei Treibstoff- und Gas-Transporten deutlich verringern
soll. die Kugeln, sogenannte "Safeballs", in Treibstofftanks oder Gasflaschen
verhindern nach Firmenangaben das Zünden von explosionsfähigen Gasgemischen.
Das neue System beruht auf rippenartig aufgebauten Kugeln mit einem
Durchmesser von 30 Millimetern, die leicht und gleichzeitig stabil sind. Damit
die Kugeln ihre Wirkung entfalten, müssen die Behälter komplett mit ihnen
gefüllt werden, wie Unternehmensgründer Thomas Stelzl ausführte. Der Volumens- und somit auch der Reichweitenverlust würde aber
trotzdem nur etwa sechs bis sieben Prozent betragen.
Keine Gefahr mehr dank "Quenching"
"Eine mit Safeballs gefüllte Gasflasche kann nicht explodieren", ist Stelzl
sicher, die Explosion werde bereits im Entstehungsstadium verhindert. Die
physikalischen Vorgänge bei einer Explosion seien mit einer Wasserwelle
vergleichbar, die sich annähert. Es handle sich um ein Druckgebilde, das durch
die Kugeln "in Millionen von nicht mehr gefährlichen Druckwellchen" unterteilt
werde. Die Kettenreaktion werde durch die Safeballs unterbunden, dieser Vorgang
wird als "Quenching" bezeichnet.
Der mit Unterstützung der Firma Bayer für die "Safeballs" entwickelte
Werkstoff sei ein "Metall-Kunststoff-Hybrid", der "das Beste aus diesen zwei
Welten vereint", so Stelzl. Aufgrund ihrer Zusammensetzung seien die Kugeln sehr
leicht, verrottungsfest, hitzebeständig, elektrisch leitend - wodurch sich der
Behälter statisch nicht aufladen soll - und trotz ihrer nur etwa einem halben
Millimeter dicken Wände auch sehr stabil.
Stelzl beschäftigt sich seit 20 Jahren mit explosionsverhindernden
Füllmaterialien und hat "als Nicht-Techniker begonnen, zum Techniker zu werden".
Der Hintergrund für seine Überlegungen war, dass mit bisherigen Systemen, wie
etwa wabenförmigen Aluminiumnetzen, Tankexplosionen nicht immer verhindert
werden konnten.
Anwendung im militärischen Bereich
Ein großes Anwendungsgebiet sei der militärische Bereich. Die Safeballs
sollen vor allem in Tanks von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen in Krisen- und
Kriegsgebieten eingesetzt werden. Es gibt nach Ansicht des Unternehmens aber
eine Vielzahl weiterer Vorteile und Anwendungen. So enthalten die "Safeballs"
Silberionen, die die Bildung von Pilzen, Bakterien und Algen in Tanks
verhindern. Zudem könnten die Kugeln mit einem Brandlöschgel befüllt werden, das
im Brandfall freigesetzt wird.
Die Markteinführung soll im Jänner erfolgen. "Wir wissen ehrlich gesagt
nicht, wie groß der Auftragseingang sein wird", so der Unternehmensgründer.
Aufgrund von Vorgesprächen mit Experten erhofft sich das Start-up-Unternehmen
aber einen großen Markt. "Der Bayer-Konzern hat diese Technologie selbst als
eine der interessantesten der letzten zehn Jahre bezeichnet", so Stelzl.
Die Gründung des Unternehmens geht auf die Initiative der im militärischen
und zivilen Sektor tätigen Hirtenberger AG zurück, die auch die Lizenzrechte an
den "Safeballs" hält. Mit an Bord ist auch Niki Lauda, der mehr als 15 Prozent
an der Firma hält. Im Vorjahr erhielt das Unternehmen für ihre Erfindung den
niederösterreichischen Innovationspreis. (APA, red)