Neuer Ansatz

Physiker verbessern Messung seltener Teilchen

5. Jänner 2012, 20:26

Laser soll unerwünschten Partikeln ihre überschüssigen Elektronen rauben und sie damit neutralisieren

Wien - Will man Proben mit Hilfe eines Beschleuniger-Massenspektrometers (AMS) untersuchen, etwa mit Hilfe der C14-Methode, muss man sicherstellen, dass die Ergebnisse nicht durch andere Teilchen mit ähnlicher Masse beeinflusst werden. Wiener Physiker haben nun einen neuen Ansatz entwickelt um dies zu verhindern. Mit Hilfe von Laserlicht soll den unerwünschten Teilchen ihre überschüssigen Elektronen geraubt und damit die Messung der gesuchten Teilchen ermöglicht werden.

Weltweit gibt es nur rund 100 AMS-Anlagen, wo vor allem organische Proben mit Hilfe der C14-Methode datiert werden. Anhand der Konzentration des Kohlenstoffisotops C14 kann das Alter eines organischen Materials bestimmt werden. Die österreichische AMS-Anlage, der Vienna Environmental Research Accelerator (VERA), befindet sich an der Universität Wien.

Beim Kohlenstoff funktioniert diese Analysemethode sehr gut, da andere Elemente keine negativ geladenen Teilchen ähnlicher Masse bilden. Schwierig werde es aber, wenn die Forscher Proben untersuchen, in denen unterschiedliche Teilchen mit fast gleicher Masse vorkommen und dadurch die Messung seltener Partikel unmöglich gemacht wird, wie Oliver Forstner vom Fachbereich Isotopenforschung der Universität Wien erklärt.

Die Analysemethode "baut darauf auf, dass man negative Ionen nimmt, sie dann in einem Beschleuniger zu positiven Ionen umlädt und dann misst", so Forstner. Könnte man die ebenfalls negativ geladenen unerwünschten Teilchen vor diesem Vorgang neutralisieren, würden sie das Messergebnis nicht mehr beeinflussen.

Neutralität per Laser

Hier kommen den Wissenschaftern neue Erkenntnisse von Forschern der Universität Göteborg (Schweden) zugute. Diese untersuchten laut Forstner die Wechselwirkungen von Laserphotonen mit negativ geladenen Ionen. Bestrahlt man die Ionen mit Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge, geben sie ihr überschüssiges Elektron ab und werden zu Partikeln mit neutraler Ladung.

Das könne man "gezielt ausnutzen", so Forstner, wenn man das Energieniveau des Lasers so einstellen könnte, dass nur die unerwünschten Teilchen neutralisiert werden. Die Forscher arbeiten im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts zusammen mit Kollegen aus Schweden und den USA nun daran, die richtigen Schwellenwerte für die verschiedenen Teilchen zu bestimmen. Diese Erkenntnisse sollen dann für die Verbesserung der Analysemethode AMS genutzt werden.

Ionen in der Falle

Um ihre Annahmen zu überprüfen, sind die Wiener Physiker nun mit dem Aufbau eines Messstands beschäftigt. Um die Effizienz der Methode zu erhöhen, müssen sich die Ionen lange genug im Laserstrahl aufhalten, um genügend Zeit zur Wechselwirkung zu haben. Deshalb wollen die Forscher sie in einer sogenannten Radiofrequenzfalle speichern. Wenn die nötige Effizienz erreicht wird, würde die Anlage mit einem Massenspektrometer verbunden, "um in realen Anwendungen zu zeigen, dass das auch wirklich funktioniert", so Forstner.

Dadurch könnte es möglich werden, seltene Teilchen zu untersuchen, die bisher nur in sehr großen Anlagen oder gar nicht untersucht werden können. Ein solches Teilchen wäre zum Beispiel das Isotop Eisen-60, das bei der Explosion von Sternen entsteht. Mit einem Nachweis dieses Isotops auf der Erde, könnte man erdnahe Sternenexplosionen belegen. Bisher konnte Eisen-60 allerdings erst einmal nachgewiesen werden. Bis April 2013 wollen die Forscher zeigen, ob der Ansatz auch hält was er verspricht. (APA, red)

Martin Müller10
 
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Als Teilchen würde üblicherweise Protonen, Neutronen,

Leptonen, respektive Quarks als Bauteile der Hadronen bezeichnet. Ein Fe60 Kern ist eben ein Atomkern und wird auch so genannt.

Jakob60
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Teilchen ...

in einigen Gegenden Deutschlands werden nicht nur Quarks, sondern auch Quarkbrötchen* als Teilchen bezeichnet. Und die sind noch viel größer als ein Fe-60-Atom. Also bitte nicht so streng sein ...

(* eine Art schwer verunglückter Topfenstrudel)

und i hob in kalender g'schaut, heit geht da wind
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11.1.2012, 13:44

Und das Higgs Bosom hab ich jetzt endlich wieder gefunden. Es war unter meinem Sofa.

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