Auch Gewerkschaft Öffentlicher Dienst gegen Regierungspläne
Ein weitreichender Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst dürfte ein zentraler Bestandteil des geplanten Sparpakets werden. Wie schon der oberste Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer (ÖVP) hält auch der Chef der SPÖ-dominierten Gemeindebediensteten-Gewerkschaft Christian Meidlinger nichts davon, berichtet das Ö1-Mittagsjournal.
Gestern bezeichnete Bundeskanzler Werner Faymann auf seiner Facebook-Seite Spindeleggers Vorschlag zum Aufnahmestop im öffentlichen Dienst als "Schritt in die richtige Richtung". Aber Meidlinger zeigt sich wenig begeistert von Faymanns Zustimmung. "Ich kann mir das zur Zeit überhaupt nicht vorstellen. Wer glaubt dass Bürgermeister Kollegen und Kolleginnen nur aus Jux und Tollerei anstellen, der ist fehlgeleitet. Da stehen immer Leistungen dahinter."
Härtere Auseinandersetzungen
Er könne sich nicht vorstellen, dass in einem Spital ein Aufnahmestop verhängt werde. Auch Müllabfuhr, Kindergartenpädagoginnenn oder die Schneeräumung seien betroffen. Der Vorschlag sei nicht zu Ende gedacht, deswegen stellt der Gewerkschafter "härtere Auseinandersetzungen" in den Raum.
"Zunächst muss einmal das Sparpaket auf den Tisch und wenn es ausgewogen ist, dann kann man darüber reden. Aber wenn man glaubt, nur auf der Seiter der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Belastungen ansetzen zu müssen, dann werden die Auseinandersetzungen sicherlich härter geführt werden." Meidlinger zieht da mit der ÖVP-dominierten Beamtengewerkschaft an einem Strang, die ihrerseits den Vizekanzler vor Übereifer in Sachen Aufnahmestopp gewarnt hat. (red, derStandard.at, 5.1.2012)