Generation Z: Willkommen in der Arbeitswelt

6. Jänner 2012, 17:54

Und was andere Generationen von ihr lernen können - Von Christian Scholz

Nach den Generationen X und Y sind wir jetzt bei der Generation Z angekommen. Ihre Mitglieder haben zwar altersmäßig gerade erst den Führerschein gemacht, rüsten sich aber schon für das Berufsleben. Generation Z ist anders als ihre Vorgänger: Sie ist hochgradig auf ihre eigenen Ziele konzentriert und definitiv kein Teamspieler. Als "Digital Native" verarbeitet sie selektiv und zum eigenen Nutzen Informationsfluten aus unterschiedlichsten Medien. Sie kommuniziert freundlich lächelnd mit anderen Individualisten über sich selber, über ihre Facebook-Lebenslinie und natürlich über ihren Arbeitgeber. Zu diesem hat sie noch weniger Loyalität als zu ihrer Turnschuhmarke.

Blicken wir zurück. Da haben wir die Generation X (geboren ab circa 1965): skeptisch, materialistisch, "Null Bock" und eigenbrötlerisch. Anders die Generation Y (geboren ab circa 1980): Sie ist idealistischer, positiver und verfolgt Ziele wie Umweltschutz oder globale Gerechtigkeit. Gleichzeitig ist sie teamorientiert. Und jetzt kommen mit der Generation Z (geboren ab circa 1995) wieder Individualisten, die aber anders als die Generation X ein hohes Aktivitätsniveau mit hoher Taktfrequenz aufweisen.

Es kommt eine spannende Arbeitswelt auf uns zu, in der sich entspannte Einzelkämpfer zu virtuellen Teambesprechungen auch deshalb im Internet treffen, weil sie sowieso wenig Interesse an anderen spüren: Man hat als Mikro-Informationsmanager genug mit sich selbst zu tun. Denn die Generation Z sieht sich als digitaler Entrepreneur mit dem Ziel der persönlichen Einkommens- und Lebenslustmaximierung. Dafür ist sie auch bereit, manchmal hart zu arbeiten - aber möglichst nicht am Wochenende.

Auch die Generation Y hatte schon keine Bindung mehr zum Unternehmen, wohl aber zu einzelnen Personen. Generation Z hat auch das nicht mehr, sondern lediglich eine Bindung zu sich und allenfalls zu interessanten Projekten. Generation Z ist cleverer als Generation Y, lässt sich aber leichter beeinflussen als die Generation X. Man wird sich spezielle Führungsmuster überlegen, die wesentlich kurztaktiger und ergebnisorientierter ausfallen. Eines hat die Generation Z mit ihren Vorgängerinnen gemeinsam: Man kann sie nicht exakt am Geburtsdatum festmachen, denn es gibt schon jetzt 50-jährige Vertreter der Generation Z genauso wie 20-Jährige, die den Merkmalen der Generation X entsprechen. Und damit brauchen wir mehr denn je in der Arbeitswelt der Zukunft eine Personalarbeit, die sich differenziert auf mindestens drei "Generationen" einstellt und die Vorteile dieser Vielfalt nutzt.

Die Generation Z steht nicht nur vor der Türe, sie ist angekommen. Vielleicht sollten wir uns nicht nur darauf vorbereiten, sondern von ihr lernen, also die Welt weniger verbissen und weniger ernst nehmen, gleichzeitig aber auch uns selber freundlich lächelnd in den Mittelpunkt stellen. Wäre das nicht einmal ein guter Vorsatz für 2012? (Christian Scholz/DER STANDARD; Printausgabe, 7./8.1.2012)

CHRISTIAN SCHOLZ ist Professor für Betriebswirtschaftslehre und Gründungsdirektor des MBA-Programms an der Universität des Saarlandes.

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der unterschied..

...liegt darin, dass die büroarbeiter in großraumbüros gesteckt wurden und sich ihre bürobox mit einem post-it dekorieren durften.
in einigen moderneren büros werden die smartphone-egomanen in offenen büroräumen, die man nun als "neue arbeitswelt" kennt, zum sozialen kontakt gezwungen.
was so eine offene und lockere arbeits athmosphäre für nachwirkungen zeigt, bleibt abzuwarten.

http://bene.com/bueromoeb... -65a-graz/

ein egoistischer mieser a....sch zu sein, der über leichen geht um sein berufliches ziel zu erreichen - nein danke, sowas will ich gar nicht lernen. bin aber wohl zu alt inzwischen für den ganzen dummen schwurbel.

"Generation Z ist cleverer als Generation Y"

Ja, aber leider nicht intelligenter. Seit ziemlich genau 100 Jahren wird die Intelligenz erhoben, und aus verschiedenen Gründen (Ernährung, Förderung,...) stieg sie beständig an, jede nachfolgende Generation war also intelligenter als ihre Eltern - im Durchschnitt.

Dieser Trend stagnierte Anfang der 90er und hat sich mittlerweile umgekehrt, wer nach 1990 geboren ist hat erstmals in der Geschichte eine Wahrscheinlichkeit >50%, dümmer als seine Eltern zu sein. Großflächige Verdummung also, die ich auch im Betrieb beobachte.

Siehe Wikipedia: Flynn-Effekt

Generation X, Y , Z ... [

... was kommt nach Z chr(90).....Generation "[" (chr(91)) ... und wie gut, dass der ASCII Satz schon längt nicht mehr auf 255 Zeichen beschränkt ist, haben wir noch Unicode usw..

Hm, die Beobachtung und Beschreibung dieser "Generation" finde ich gut.
Aber unter den heute ca. 20 jährigen gibt es genug, welche eindeutig zur Gen X oder Y passen.
... Vielleicht wäre es also besser, anstatt ständig Generationen "herbei zu schreiben", sondern von Lebenseinstellungen zu sprechen, die zu manchen Zeiten eben mehrheitlich auftreten.

Generation ist nicht identisch mit Geburtsjahr

Das stimmt.

Geburtsjahr ist kein eindeutiger Indikator für "Generation" - es gibt aber eine gewisse Tendenz, die man jedoch nicht überbewerten soll.

Das Wort "Lebenseinstellung" kann man genauso verwenden. Es hat sich aber "Generation" eingebürgert; deshalb habe ich es verwendet.

Egal ob "Lebenseinstellung" oder "Generation": Unternehmen und Gesellschaft als ganzes werden lernen müssen, sich auf Veränderungen einzustellen.

Das bedeutet, dass man sich zum Beispiel in guten Unternehmen genau und sehr differenziert überlegt, wie man mit den jeweiligen Lebensentwürfen umgeht.

Denn obwohl es gewisse altersspezifische Tendenzen gibt: Bei jeder Bewerbung muss geprüft werden, ob hinter ihr der Lebensentwurf Gen X, Gen Y oder Gen Z steckt.

Rechts von dem Posting steht: 300K Mobbing-Opfer in Österreich --> Generation M

Die ganze Generation-irgendwas-Personalarbeits-Diskussion ist mit Verlaub rein akademisch, weil Sie da draußen keinen Firmenlenker finden, den das in irgendeiner Weise kratzt. Denn vor der Moral kommt das Fressen, um mit einem bekannten Deutschen zu sprechen. Was zählt ist das G-Wort und zur Maximierung dessen spielts – bis hin zu den DAX-Unternehmen – vor allem Theorie-X Herangehensweisen – und oft genug von der ganz üblen Sorte. Man hat da dann schon eher das Gefühl, dass sich das Unternehmen wie Generation Z verhält, aber auch das wissen Sie als Personalprofessor sicher genauso gut bzw. noch besser wie ich als Personalerrädchen.

Es ist gewinnsteigernd, auf die Lebenskonzepte der Mitarbeiter einzugehen.

Paralleluniversen, die noch kein lebendes Wesen betreten hat...

Ganz spannend, in welcher Welt ich offenbar lebe. Sie ist anders, als die in diesem Text angedeutete, denn in dieser Welt gibt es Banken, Industrieunternehmen, Dienstleister etc. mit z.T. Tausenden Mitarbeitern, wo Sie sich verdächtig machen, wenn Sie beginnen, von Zielgruppenspezifischer Personalarbeit, geschweige denn mit Fokus auf irgendeine Generation zu sprechen.
Letzthin habe ich von einem Personalentwickler eines Infrastrukturunternehmens gehört (immerhin vierstellige Mitarbeiteranzahl), dessen hauptsächliche P-Entwicklungsaufgabe in den letzten Jahren darin bestand, Altersteilzeitvereinbarungen auszuarbeiten. Seine Sorge war, dass er selber im Arbeiten schleichend dequalifiziert ... so schaut das aus.

Danke für die nette Antwort!
Habe gerade einen Satz bemerkt, den ich wohl vorher überlesen habe:

Und damit brauchen wir mehr denn je in der Arbeitswelt der Zukunft eine Personalarbeit, die sich differenziert auf mindestens drei "Generationen" einstellt und die Vorteile dieser Vielfalt nutzt.

Der bringt's imho wunderbar auf den Punkt.

Generation Z

klingt nach egoismus in reinkultur.

unser gesellschaftssystem prägt, motto: "wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht"

schlechte zeiten also für solidarisch denkende und gutmenschen.

ich glaub's nicht

ich habe es bis zum Ende gelesen. wieder ein Paar Minuten meines Lebens, die nicht zurückkommen werden.

daemlicher geht's wohl kaum...

"Sie ist hochgradig auf ihre eigenen Ziele konzentriert und definitiv kein Teamspieler [..] mit dem Ziel der persönlichen Einkommens- und Lebenslustmaximierung."

Kein Wunder, wenn es heute schon normal ist, Angestellte mit lächerlichen Pauschalen zu kostenlosen Überstunden zu zwingen, bis sie entweder selbst weg wollen oder weg müssen, weil sie nicht mehr können.

Aktenzeichen XYZ

Wie sollen dann eigentlich die um 2010 geborenen heißen?

Mit Generation Z

ist der Prozess der Verdinglichung/Verwurstung aller zwischenmenschlichen Beziehungen unter die Kapitalakkumulation nun wohl endgültig erfolgreich abgeschlossen. Schöne Welt...

dieser artikel.....

dient der abschreckung aller die glauben das ein bwl-studium sie geistig weiterbringt.

...

lol ... ja stimmt. was da teilweise an heißer luft produziert wird. manchmal denkt man, das gequatsche mancher bwl´ler erzeugt mehr heiße luft, als die firmen, bei denen sie arbeiten :)

Was man nicht späht abends auf dem Grund des Bierglases findet und zu Worte bringt...

Ich glaube nicht das es heutzutage noch möglich ist überhaupt noch zu sagen das ist Generation xyz.
Das war noch in den gleichgeschalteten vorherigen Jahrzehnten möglich als die Medien klein waren und die Jungend das Vorgekaute so hin nahm. Heute herrscht eine riesige Vielfalt die man kaum beschreiben kann.

... ist das tatsächlich so?

Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie mit Ihrem letzten Satz und Ihrer Kritik an meinem Beitrag recht hätten.

Nur:

Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob früher die vielzitierten "68er" der Studentenbewegung wirklich mehr "Vorgekautes" einfach hinnahmen, als es (trotz Social Media) die braven Vertreter der heutigen Studentengeneration gegenwärtig tun.

Auch darüber, ob wir durch Internet etc. mehr reale Meinungsvielfalt haben, kann man heftig diskutieren:

Oft springen gerade Vertreter der Multi-Media-Generation rasch und kollektiv auf vorgekaute Positionen auf.

(Deshalb wechseln immer mehr Journalisten in Kommunikationsabteilungen und Kommunikationsberatungen: Denn wo Manipulation möglich ist, kann man damit gut Geld verdienen.)

Ja, mich würde auch interessieren, wie man zu doch so konkreten Aussagen wie "Generation Z ist cleverer als Generation Y, lässt sich aber leichter beeinflussen als die Generation X" kommt.

Cleverness & Beeinflussbarkeit

Danke für Ihre implizite Frage zu meinem Beitrag.

„Cleverness” bezieht sich unter anderem auf die Fähigkeit, Gehaltsgespräche zu führen, die eigene Karriereentwicklung zu steuern und vor allem seine eigene Work-Life-Relation zu optimieren. Da haben viele in den letzten Jahren dazu gelernt – beeinflusst auch durch „Vorbilder” aus Politik, dem oberen Management sowie durch Profiteure der Finanz- und Wirtschaftskrise.

„Beeinflussbar“ bedeutet manipulierbar. Hier zeigen empirsche Forschungen, dass gerade Vertreter der Multi-Media-Generation manchmal sehr rasch kollektiv Positionen aufgreifen und akzeptieren, wenn sie kommunikationstechnisch optimiert sind.

... und damit wünsche ich Ihnen einen schönen Abend (mit oder ohne leerem Bierglas)

was erspähst du spät abends im bierglas?

gg

x=1 und y=2
manchmal kann y aber auch 1 sein und x ist vielleicht auch anders

jedenfalls ist das so, und jetzt schreib ich einen standardkommentar darüber

und was kommt nach Z? 'lol'

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