Führung und Ethnologie

Wie wild kann Führung sein?

6. Jänner 2012, 17:49
  • Artikelbild
    foto: standard/hendrich

    Der Kultur- und Sozialanthropologe Andre Gingrich wird im Executive Club der Uni Wien einen Diskurs zum Wilden, Rationalen und dem Mächtigen im Führen anleiten.

Kultur- und Sozialanthropologe Andre Gingrich sieht drei Hauptmomente für Führungskräfte: Neugier, Improvisation und Spaß

Lange Zeit war das Wilde eine Koketterie mit dem Exotismus, sagt Andre Gingrich, Professor am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien sowie Direktor des Instituts für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Und nicht viel mehr sei es das heute unter veränderten Rahmenbedingungen. "In einer globalisierten Welt gibt es das Wilde außerhalb von uns immer weniger, sondern vielmehr in unseren Begegnungen miteinander", so Gingrich weiter. Das Wilde sei für ihn das Spontane, das nicht oder kaum von Regeln Vorstrukturierte, das Unsystematische, das sich mit Systemen schlägt und trotzdem mit ihnen koexistiert.

Mit Andre Gingrich tritt ein weiteres Aushängeschild der Uni Wien als Vortragender vor Top-Managern im Rahmen des Executive Club des Postgraduate Center an. Das nunmehr sechste Colloquium steht unter dem Titel "Das Wilde und die Führung - Führung und Ethnologie". Dabei sei es ihm, Gingrich, wichtig aufzuzeigen, dass Führung eine kulturelle Komponente hat. "Wenn in einer bestimmten Kultur die wohlgesetzte Rede total wichtig ist, dann kann gutes Führen nicht ohne gute Rhetorik auskommen", sagt er. "Wenn in einer anderen Kultur die operettenhafte Selbstinszenierung viel wichtiger ist als die wohlgesetzte Rede, dann ist es dies, was auch für Führung besonders beachtet werden muss", so Gingrich weiter. Im Übrigen sei er mit Hannah Arendt einer Meinung, dass Österreich im Prinzip eine operettenhafte Staatskultur aufweise, in der das zweite und weniger das erste eine große Rolle spiele, grinst er.

Darf's ein bissl wilder sein?

In einer globalisierten Welt entwickeln sich zudem auch transkulturelle Annäherungsprozesse. Das sei eine Frage der Lebenserfahrung und eben auch einer Einsicht, dass es - auch angesichts jener Probleme, mit denen man auch als Führungskraft dauernd zu kämpfen habe - notwendig ist, aus dem eigenen Schrebergarten der nationalen Besonderheiten herauszutreten, um mit anderen kommunizieren zu können.

Gingrich sieht das durch drei Hauptmomente angetrieben: Neugier, Improvisationskunst und eine vernünftige Form von Spaß. A priori glaube er nämlich nicht daran, dass Vernunft und Spaß, wie oft behauptet wird, einander ausschließen. Aber: Wie viel Wildheit kann sich denn eine Führungskraft dieser Tage überhaupt erlauben? Gingrich: "Sie könnte als Kollektiv so wild sein, sich 50 Prozent Frauen ins Unternehmen zu holen. Sie könnte so wild sein, dass sie auch unterschiedliche, mehrsprachige Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher spiritueller oder religiöser Hintergründe hereinlässt", grinst er. Gerade die Führungskräfte haben ja die Möglichkeit, so Gingrich weiter, auch die visionären Werte einer globalen Welt im Kleinen auszuüben, auch auf einer Organisationsebene, die selbst noch nicht global sei.

Dass im Rahmen des sechsten Colloquiums des Executive Club, am 12. Jänner wohl neugierigste Führungskräfte sich einer solchen Auseinandersetzung stellen, zeige ihm, dass man willens ist, nach alternativen Wegen Ausschau zu halten. (Heidi Aichinger/DER STANDARD; Printausgabe, 7./8.1.2012)

Kommentar posten
15 Postings
ziegenhals
 
00

ein artikel mit genau null aussage. liegt aber nicht am herrn gingrich (der übrigens nicht institutsvorstand ist!), sondern an der artikelschreiberin. frau aichinger, lernen sie sinnzusammenhängendes schreiben!

cupertino
10
aussage egal

es geht nur um ein bisserl werbung, damit sich genuegend "topmanager" finden, die sich das gequassele zu horrenden preisen anhoeren.

ziegenhals
 
00

mitdenken wär angebracht, gell.
meine null-aussage bezog sich auf den artikel, nicht auf den herrn gingrich. der hat vielleicht viel vernünftiges gesagt, aber die frau artikelschreiberin hat käse daraus fabriziert.

cupertino
00
leseverstaendnis hilft auch

ich habe mich auch auf die nullausage des artikels bezogen, der offensichtlich nur dazu dient, leute fuer den kurs zu finden.

dieweise
53
merkwürdiger typ, komischer artikel

ausser grinsen nichts gewesen !?
ziemlich konfuse belanglosigkeiten, die sich der herr professor da abgrinst.
und derstandard ist von qualitätsjournalismus sowieso schon längst weit weg, da passen spassplattheiten gut...

sauerkraut1
10
Ihr Standpunkt

Interessant, Ihr Standpunkt. Übrigens:
Standpunkte entstehen, wenn der geistige Horizont den Radius Null erreicht - ist das bei Ihnen auch der Fall?

17+4
00
Sauerkraut verführt zum Rülpsen

Fermín Salvochea
01

Der typ ist im positiven sinn "merkwürdig", weil der kann eigentlich schon was.
vielleicht grinst nur er weil die fragen so blöd waren.
tatsächlich kommt in dem artikel sein wissen nicht rüber, schade....

El Chó
11

Nicht verstanden? Naja, nicht so schlimm. Sie sind wohl auch nicht wirklich die Zielgruppe...

Carlos Clementin
12
Aha wusste ich es doch

Die Führungskräfte sind Elemente der Spassgesellschaft - naja auch nix neues . Macht Spass Leute zu Schikanieren Treten Auszunehmen ..
Passt nur auf - aus Spass wurde schon oft Ernst ..

sauerkraut1
10
Ihr Weltbild

Wenn das Ihre Vorstellung einer guten Führungskraft ist, dann hoffe ich, dass Sie weder Mitabeiter noch Kinder haben, die Sie ertragen müssen.

Carlos Clementin
00

Nien,. wer spricht hier von guten Führungskräften ... diese seltenen Exemplare bekommen Sie erst nach vielen jahrennund Jobwechsel eventuell mal zu Gesicht.

The Real Zet
 
03

Pardon, ist das ein PR Atikel oder was macht den eigentlich symphatisch wirkenden Herrn irgendwie relevant? Seine Thesen sind jedenfalls zahm, wenn nicht gar überflüssig. Cie Erkenntnis dass operettenhafe Selbstinszenierung in Ö vorkommt, lockt mich noch zu keinem Vortrag.

El Chó
01

Naja, er ist halt der Institutsvorstand des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie der Uni Wien und auf jeden Fall kein Dummer. Ich finde es durchaus interessante, was solche Leute zum Thema Führung zu sagen haben. Gerade weil er ja den absoluten Großteil der Führungskräfte intellektuell überrundet.

17+4
00
"auf jeden Fall kein Dummer"

das sollte man nicht so genau nehmen

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.