Der Prüfling und die Eiszeit in den Dolomiten

5. Jänner 2012, 16:57
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    Der Kia Sportage zwischen Valparola und Falzarego.

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    Denn winters haben sich die Testautos der Sportredaktion in den Dolomiten zu behaupten. Also dort, wo der Allradantrieb kein Luxus ist.

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In diesem Winter durfte der Kia Sportage, ein Südkoreaner aus der Slowakei mit deutschen Zügen und österreichischen Ingredienzien, zum Skiweltcup nach Südtirol

Der Testzyklus ist alljährlich der Gleiche und bietet auf rund 1200 Kilometern eine ausgewogene Mischung aller Tempi und Bedingungen. Die vorweihnachtliche Reise pflegt im morgendlichen Stoßverkehr in Wien anzuheben und eine Woche später ebendort in den Stockungen des Abends zu enden. Dazwischen liegen zunächst die Westautobahn mit dem deutschen Eck, der Brenner und das Geschlängel hinein ins Grödnertal. In Sankt Christina ruht das Auto und arbeitet der Chauffeur, schließlich gibt der Skizirkus seine Vorstellungen auf der Saslong am Fuße des Langkofels (ladinisch Saslonch).

Der diesjährige Prüfling hört auf den Namen Kia Sportage 2,0 CRDi AWD Aktive Pro, hat vom Parkassistenten über die Bergabfahrhilfe bis zum Navi so ziemlich alle möglichen Helferlein eingebaut und ist internationalen Wesens. Er gehört zur Gattung Kompakt-SUV, wurde in Rüsselsheim in Hessen entwickelt, für seine Züge zeichnet der Bayer Peter Schreyer, seit 2006 Chefdesigner bei Kia Motors, verantwortlich, den Allradantrieb Dynamax ersannen die Magna-Techniker in der Steiermark, auf die Welt kam er in Zilina in der Slowakei.

An den Start aber geht er als Südkoreaner. Und traut sich allerhand zu. Kia gibt sieben Jahre (oder 150.000 Kilometer) Werksgarantie, in den ersten drei Jahren fällt sogar die Kilometerbeschränkung weg.

"Ich wollte ein Auto kreieren, das in erster Linie ein Objekt der Begierde ist", wird Schreyer, der weiland etwa den Audi TT zeichnete, im Prospekt zitiert. Nun ja, Begehrlichkeiten sind was höchst Individuelles und Geschmäcker über jeden Streit erhaben.

Die erste Etappe erledigt der Sportage mit seiner Sechsgangautomatik völlig unaufgeregt. Sieht man von jenem Piepsen ab, das vor Glatteis warnt und bei fünf Grad plus ertönt. Die Temperatur schwankt ständig zwischen vier und sechs Grad.

Bei der ersten wirklichen Prüfung handelt es sich um das Grödnerjoch (2121 m), das zu überwinden hat, wer rüber will zur Gran Risa nach Alta Badia (Marcel Hirscher!): Schnee, Eis, Serpentinen, bergauf, bergab und also keine Straße, auf der Allradantrieb Luxus ist. Das Joch verbindet zwar, doch das Trennende ist für die einschlägig Kundigen nicht zu überhören. Das Ladinische im Gadertal unterscheidet sich etwas vom Ladinischen im Grödnertal.
Handsortiert

Abgesehen davon ist es ratsam, dem Sportage die Hoheit über das Getriebe wegzunehmen und die Gänge per Hand zu sortieren, was vor allem bei der Bergabfahrt auf rutschigem Terrain lebensnotwendig ist. Man glaubt einfach, dass das elektronisch gesteuerte und dem Vernehmen nach intelligente Dynamax-System, welches im Normalfall zwecks Spritersparnis die Kraft zu den Vorderrädern leitet, diese im Spezialfall allen Rädern spendiert. Man merkt das nicht, aber man spürt, dass man, auch ohne das ABS zu bemühen, ohne jeglichen Rutscher über den Berg kommt.

Hinter diesem ist es noch kälter als vor diesem. Minus 14 Grad zeigt das Thermometer in der Früh, und der Passagier, der im Fond wohnt, ist dankbar, dass alle Sitze zu beheizen sind.

Die nächsten Prüfungen heißen Valparola (2192 m) und Falzarego (2105 m), zwei Pässe zwischen dem Gadertal und der Olympiastadt Cortina d'Ampezzo (Toni Sailer!), die einen, der vom Grödnerjoch kommt, naturgemäß auch während der Eiszeit in den Dolomiten nicht schrecken können. Dann wird es sanfter, geht weiter nach Toblach, Sillian und Lienz (Marlies Schild!), ehe in Spittal an der Drau die Landstraßenpartie endet, die Autobahn beginnt, um in einen herzhaften Stau in der Triester Straße zu münden.

Neuneinhalb Liter Diesel, erzählt der Bordcomputer, hat sich der 184 PS starke Sportage, dessen Normverbrauch kombiniert bei 7,1 Litern liegt, auf dieser Tour im Schnitt pro 100 Kilometer gegeben. Das ist nicht wenig, denn traktiert wurde der Koreaner aus der Slowakei, der ansonsten erledigte, was zu erledigen war, nicht einmal im deutschen Eck. (Benno Zelsacher/DER STANDARD/Automobil/5./6.1.2012)

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Edelpiefke
20
11.1.2012, 11:09

Dreckskarre.

Aber tolle Landschaft!

Mike Webman
00
Beim Normverbrauch schummeln alle...

...Hersteller, auch die deutschen.
Der Glaube an den Weihnachtsmann ist ebenso weit verbreitet wie der Glaube an den Normverbrauch.
In der Realität spielt's beides net.

Utrillitn
01

Mit dem Normalverbrauch gehört der Tüf beauftragt.

M.Honeybee
00

+Ich fand alte TDI / PD-Motoren v. VW fein (ruppig, aber ca. 1 L. Bandbreite zw. Schonung u. Vollgas). Heutige Commonrails (3+L.). Verstehe ich bis heute nicht.

Parkschwein
00
12.1.2012, 12:22

ich kenn mich mit dieselmotoren nicht aus aber generell tendenzieren effizientere motoren dazu empfindlicher auf den fahrstil zu reagieren.

Raymond Domenech
00
Die strengeren Euro Normen kann man mit einem PD System nicht mehr erreichen.

Trevor Goodchild
02
Ich kauf mir doch kein Auto...

...mit 184 Ps - wofür denn???

Cynicism
00
Sehe ich genauso.

Mein Motorrad hat ja schon über 200 PS und ist gerade mal ausreichend motorisiert. Das wiegt aber auch nur 260 kg.

(°)(°)
03

Weils steuerlich viel günstiger ist als 306PS.

Raymond Domenech
14
Ein bissl mehr sollts schon sein

da stimm ich zu.

cyber ferkel
00

9,5 Liter Diesel? Da kann man gleich ein Antriebsaggregat aus den 70er Jahren einbauen.

Nein danke!

Cynicism
00

Polemik kann ja mal gar nichts. Vor allem, wenn sie so billig ist.

(°)(°)
00

Mach dir mal den Spass und fahr einen Kilometer hinter einem Auto aus den 70ern her...

Roky Erickson
01

Damals waren Autos auch nur halb so schwer.

Raymond Domenech
02
...

und bei Unfällen flogen 100e Staniol- und Fahrerfetzen herum - von dem Giftgas was hinten beim Auspuff rauskam brauchen wir gar nicht erst reden.

(°)(°)
00
Fesches Heck!

Schöne Seitenlinie, von hinten.

Fast ein wenig VW artig.

Von vorn gfallt er mir nicht.

sakreplo
00
...Von vorn gfallt er mir nicht....

...etwa weil er nicht wie ein golf aussieht?

(°)(°)
00
10.1.2012, 21:23

Nein, sondern weil er mir nicht gefällt...

Yvonne Girard
32
187 g CO²

...deutet mE nicht auf einen modernen Motor hin. Da sollten Werte zwischen 120g und 140g stehen...

wer?
00
leider nein

Aber nicht mit 184 ps

Raymond Domenech
00
Mir fallen auf Anhieb auch keine wirklich guten Dieselmotoren eines asiatischen Herstellers ein

aber wer weiß schon woher der verbaute Motor tatsächlich stammt.

Cynicism
21
Die asiatischen Hersteller

behandeln den Diesel zum Glück recht stiefmütterlich und arbeiten dafür an anderen Konzepten wie Hybridfahrzeugen. Da stinken die Deutschen dafür gnadenlos ab.

ravenna
21

Dann nennen Sie doch ein vergleichbares (!) Auto mit einem "modernen Motor", der Ihre CO2-Werte erreicht.

Phantast....

Yvonne Girard
06
Nicht ganz...

... aber mein X3 ist etwas länger, schwerer und begnügt sich bei ebenfalls 135KW mit 147g. 120 - 140g liegen nicht sehr ferne.

Ihre Phantastin.

Raymond Domenech
00
Lustig ist

daß der X3 einen um Längen besseren (sparsameren) 2l Diesel verbaut hat als der X1, und so als größeres Auto weniger verbraucht.

Der X1 ist wohl tatsächlich das Abzockermodell.

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