Interventionsversuch

"Bild" will Telefonat veröffentlichen, Wulff lehnt ab

5. Jänner 2012, 15:38
  • "Zusammenfassende Stellungnahme zu den Medienanfragen an Christian Wulff" der Anwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs.

  • Das gestrige TV-Interview des Bundespräsidenten.

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    Das visualisierte Interview, sozusagen.

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    Ein Blick in die heutige Printmedienlandschaft.

Bild-Chefredakteur schrieb Brief an Wulff - Stellungnahme von Wulffs Anwälten: "Private Freundschafte haben Amtsführung nicht beeinflusst"

Berlin - Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff lehnt eine Veröffentlichung der Abschrift seines Anrufs bei der Chefredaktion der "Bild"-Zeitung zur Berichterstattung über seinen Privatkredit ab. Das Präsidialamt veröffentlichte am Donnerstag ein Schreiben Wulffs an "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, in dem Wulff darauf hinweist, dass er sich bei ihm persönlich bereits entschuldigt habe. "Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben", schrieb Wulff.

"Bild" hatte um die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Abschrift ersucht, nachdem Wulff am gestrigen Mittwoch in einem TV-Interview behauptet hatte, der Anruf habe nur dazu gedient, eine Verschiebung der Kreditaffären-Geschichte zu erreichen. Die "Bild"-Zeitung widersprach dieser Darstellung und betonte, der Präsident habe die Geschichte überhaupt verhindern wollen.

Stellungnahme veröffentlicht

Einen Tag nach dem Fernsehinterview hat Bundespräsident Christian Wulff eine Stellungnahme seiner Anwälte (steht zum Download links bereit) zu seiner Kreditaffäre und seinen Urlauben veröffentlichen lassen. In der sechsseitigen "zusammenfassenden Stellungnahme" kommt die Anwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs zu dem Schluss, dass Wulff als Ministerpräsident von Niedersachsen nicht gegen das Ministergesetz verstoßen habe. "Die privaten Freundschaften von Herrn Wulff haben seine Amtsführung nicht beeinflusst", heißt es in dem am Donnerstag auf der Internetseite der Kanzlei veröffentlichten Text. Anhaltspunkte für die Tatbestände der Vorteilsnahme oder Vorteilsgewährung oder steuerrechtliche Verstöße hätten sich nicht ergeben.

Mit dem Papier will die Kanzlei die Antworten auf etwa 450 Fragen von Medienvertretern zusammenfassen. "Unser Mandant strebt bei der Beantwortung dieser Fragen größtmögliche Transparenz an, soweit diese Sachverhalte betreffen, die in Beziehung zu seinen öffentlichen Ämtern stehen", heißt es darin. Die Kanzlei behält sich vor, dass "aufgrund des verständlichen Zeitdrucks" die Antworten teilweise noch ergänzungs- oder korrekturbedürftig sein könnten: "Sollte dies erforderlich sein, werden wir unseren Bericht aktualisieren."

Heftige Kritik an Interview

Dennoch gehen deutsche Medien mit dem Präsidenten hart ins Gericht. "Habt Nachsicht, ich bin Anfänger" ist in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meint: "Der Zweifel bleibt". Spiegel Online schreibt gar: "Das war nichts". Auch für die Opposition waren diese Antworten zu wenig. Die SPD hält die Debatte um Wulffs Zukunft nicht für beendet. Die Beschädigung des Amtes sei nicht aus dem Weg geräumt worden, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Donnerstag dem Sender ARD. Es gebe weiter offene Fragen, die auch im niedersächsischen Landtag geklärt werden müssten. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte in der "Bild": "Wulff hat nur über seine Gefühle geredet, aber keine der Fragen beantwortet, die das Land beschäftigen." Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Erwin Lotter sagte, es habe sich um einen "weiteren Akt in dem quälenden Staatsdrama" gehandelt. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zeigte sich dagegen überzeugt, dass Wulff durch die weitere Aufklärung erfolgreich Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen werde.

"Bild"-Zeitung widerspricht Wulffs Darstellung im TV und will Telefonat veröffentlichen

Nun kommt auch noch hinzu, dass die "Bild"-Zeitung Wulffs Darstellung im gestrigen TV-Interview widerspricht. Wulff war in dem Interview gefragt worden, ob es nicht für einen Bundespräsidenten tabu sein müsse, unliebsame Berichterstattung verhindern zu wollen. "Ich habe nicht versucht, sie zu verhindern. Ich habe darum gebeten, einen Tag abzuwarten", sagte er dazu. "Das haben wir damals deutlich anders wahrgenommen. Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden", sagte Nikolaus Blome, Leiter des Berlin-Büros der "Bild". Ob der Anruf als Drohung verstanden werden könne oder nicht, sei vielleicht eine Geschmacksfrage, sagte Blome. "Aber klar war das Ziel dieses Anrufes, die Absicht und das Motiv, nämlich: diese Berichterstattung, diesen ersten 'Breaking'-Bericht über die Finanzierung seines privaten Hauses, zu unterbinden."

Die "Bild"-Zeitung will sogar die Abschrift des Anrufs veröffentlichen. Das Blatt verbreitete am Donnerstag ein Schreiben von Chefredakteur Kai Diekmann, in dem er Wulff um Zustimmung zur Veröffentlichung bittet. Die Zeitung habe "mit Verwunderung" Wulffs Aussage im Fernsehinterview am Mittwochabend zur Kenntnis genommen, bei seinem Anruf auf Diekmanns Mailbox sei es nicht die Verhinderung von Berichterstattung, sondern um eine Verschiebung um einen Tag gegangen. "Um Missverständnisse auszuräumen, was tatsächlich Motiv und Inhalt Ihres Anrufes angeht, halten wir es deshalb für notwendig, den Wortlaut Ihrer Nachricht zu veröffentlichen", heißt es in dem Schreiben.

Wulff verliert in Umfragen an Zustimmung

Einer vor dem Interview geführten Umfrage zufolge verliert der Präsident in der Bevölkerung kontinuierlich an Zustimmung. Am Mittwoch sprachen sich laut ARD-Deutschlandtrend 47 Prozent der Deutschen für einen Verbleib des Politikers im Amt aus. Am Montag waren es noch 63 Prozent. Auch die Glaubwürdigkeit ging in der Einschätzung der Befragten von 36 Prozent am Montag auf 27 Prozent am Mittwoch zurück. Dass Wulff ehrlich ist, glaubten demnach 22 Prozent der Deutschen. Eine Mehrheit war der Ansicht, dass Wulff kein würdiger Bundespräsident mehr sei. (red/derStandard.at, Reuters)

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F G
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Da bin ich ja wirklich überrascht!

Und ich hab immer geglaubt die BILD Zeitung erpresst. Und der Wulf schaut so harmlos aus, ein Wulff im Schuffspelz sozusagen.

Gunslinger
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theater für das volk

mehr gibt's dazu nicht zu sagen...

skip it
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das aufzeigen einer vorteilsnahme im amt...

...ist "theater fuer das volk"?

sie sind ein guter oesterreicher. sie ahben ihre lektion aber seeeehr brav gelernt.

alecs garwin
00
"Am 13. Dezember 2011 sind gegenüber Christian Wulff öffentlich Vorwürfe erhoben worden, die zeitlich in seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident liegen"

für diesen blütenreichen ersten satz muss man eine ganze kanzlei von anwälten beschäftigen ?

wenn die juristisch soviel draufhaben wie sprachlich, dann isser nächste woche weg...

Helmut71
00
ein Bundespräsident

der die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit der Presse derart massiv in Frage stellt, sollte SOFORT zurück treten oder abgesetzt wreden!

NONE
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Der ist eben korrupt UND feig.

Traurig für Deutschland.

Kaiser Merkel regiert nach Lust und Laune.

suboptimal
 
02
jeder anderen Zeitung würde ich Recht geben,

aber das mieseste Schmierblattl BILD mit seinen Gossen-Methoden als neuer Hüter der Transparenz?
na sicher niiicht ...

skip it
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ich hoer immer BILD, BILD, BILD? na, und SPIEGEL und WELT und die SUEDDEUTSCHE...

...was ist mit denen?

lesen sie nix anderes als BILD? ka wunder, dass sie leicht verbloedet wirken.

skip it
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es geht hier um sonderkonditionen fuer einen kredit aufgrund des ausgeuebten amtes...

...auf deutsch: vorteilsnahme.

was hat "bild" DAMIT zu tun?

suboptimal
 
02
falsch, es geht um eine alte BILD-Story vom 11. Dezember,

die also bereits seit 4 Wochen bekannt ist und von BILD seither nur noch exzessiv ausgezuzelt wird.
Das sind nur aufgeregte Schein-Neuigkeiten.

Anlage 2
http://www.bild.de/politik/i... .bild.html

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sie vermischen da was: das eine ist die story an sich,...

...das 2. wulffs persoenliche intervention und bedrohung eines redakteurs mit strafrechtlicher verfolgung.

was bitte wird da "ausgezuzelt"? haett er die gosch'n g'halt'n.

www.stattnetz.de
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Christian Wulff looking at things...

http://christianwulfflookingatthings.tumblr.com/

081547112
02
netz-spott über den bundespräsidenten

http://www.sueddeutsche.de/digital/n... -1.1251255

Trollblume
04

Wer erinnert sich noch an die verlorene Ehre der Katharina Blum? - frage ich resigniert.

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katharina blum erhielt einen besonders guenstigen kredit...

...aufgrund ihres amtes?

hab' ich glatt was ueberlesen.

goldameir
02

absolut. das skupellose bild-medium als moralapostel, unpackbar, und alle fallen darauf rein.

skip it
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SPIEGEL, WELT, SUEDDEUTSCHE redaktionen...

...alles anfaenger-naivlinge, oder was, oder wie?

Gilgamesch
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"Einen Tag nach dem Fernsehinterview hat Bundespräsident Christian Wulff eine Stellungnahme seiner Anwälte (steht zum Download links bereit) zu seiner Kreditaffäre und seinen Urlauben veröffentlichen lassen. In der sechsseitigen "zusammenfassenden Stellungnahme" kommt die Anwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs zu dem Schluss, dass Wulff als Ministerpräsident von Niedersachsen nicht gegen das Ministergesetz verstoßen habe".
na, wenn seine eigenen anwälte sagen, es sei nix passiert ... - für wie dumm hält der mann eigentlich seine indirekten wähler?

der burli
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ja bitte das telefonat veröffentlichen und der lüge überführen. und dann weg mit dem pfuscher und her mit dem gauck

Ex und sonst?
01
ich bin auch für Gauck

erinnere an seine Festspielrede anläßlich der Salzburger Festspiele 2011 !!!

USB .
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Jetzt haben die Deutschen, nach dem Problembären

auch einen ProblemWulff!

alexanderletten
 
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Nein, die Bild hat ein Problem mit ihm und will dieses Problem in Eigenregie massentauglich machen.

NONE
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Wer so wie Wulff lügt, der ist untragbar.

derfnam
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wenn die bild zeitung....

glaubwürdiger als der bundespräsident ist,stimmt was nicht.
bitte herr wulff,gehen sie!

Trollblume
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das ist sie nicht
manche dinge sind aber privat
oder wollen sie nächstens auch mithören, wenn herr wulff ...
siee sollen die verschriftlichung veröffentlichen, aber nicht den mitschnitt!

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