Schuldenkrise

Papademos warnt vor griechischer Pleite im März

5. Jänner 2012, 10:42

Griechenland braucht laut dem Ministerpräsidenten eine Einigung mit der Troika aus EU, IWF und EZB sowie weitere Gelder

Athen - Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hat erneut eindringlich vor einer "unkontrollierbaren Staatspleite" gewarnt und die Gewerkschaften zu mehr Sparanstrengungen aufgefordert. Die Arbeitnehmer müssten weitere Lohnkürzungen hinnehmen, um die Sparziele zu erfüllen. Andernfalls "laufen wir Gefahr bald nichts mehr zu haben", sagte Papademos bei einem Treffen mit Vertretern der Gewerkschaften. Die Angst ist in Athen groß, denn Mitte Jänner kommen die internationalen Finanzkontrolleure erneut nach Athen, um über die Sparfortschritte zu befinden - als Voraussetzung für weitere Milliarden-Kredithilfen.

Papademos machte nach Angaben seines Büros vom Donnerstag keinen Hehl daraus, dass eine "unkontrollierbare Staatspleite" die Konsequenz wäre, wenn nicht sofort neue Sparmaßnahmen beschlossen werden. Griechenland müsse dringend wieder konkurrenzfähig werden.

Weniger Einkommen

"Wir müssen kurzfristig eine Minderung unseres Einkommens akzeptieren. Sie ist notwendig für unsere Wettbewerbsfähigkeit", sagte Papademos. Er hat seinem Büro zufolge klargestellt, dass die Warnungen begründet seien und kein politischer Trick, um die Arbeitnehmer zu Zugeständnissen für weitere harte Maßnahmen zu bewegen. Um ein "katastrophales Ende" abzuwenden, müssten die Griechen Opfer bringen. Es gebe "keine Zeit zu verhandeln", Athen müsse "jetzt handeln", sagte Papademos.

Der Präsident des Gewerkschaftsverbandes des privaten Sektors (GSEE), Giannis Panagopoulos, lehnte Lohnkürzungen aber weiter ab. Er sprach sich auch gegen die Abschaffung des Mindestlohnes und des Weihnachtsgeldes sowie der in Griechenland noch bestehenden 13. und 14. Monatsgehälter im privaten Sektor aus.

Papademos hatte angesichts einer neuen anstehenden Kontrolle durch die internationalen Geldgeber die Führungen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände zu sich gerufen. Die Arbeitgeber forderte er zur Sicherung der Arbeitsplätze auf. Die aus Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) bestehende Experten-"Troika" wird Mitte Jänner in Athen erwartet. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Auszahlung einer "Supertranche" der Finanzhilfe für Griechenland bis Mitte März in Höhe von 89 Milliarden Euro. Die "Troika" hat nach Informationen der griechischen Presse die Forderung gestellt, dass es Lohnkürzungen auch im privaten Sektor geben soll. (APA, Reuters)

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derunbestechliche
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Ich frage mich wirklich was die Griechen getan haben, seitdem sie Nettoempfänger, hineingelogenes und -betrogenes €-Mitglied sind oder das Desaster vor ca. 2 Jahren in Griechenland für "alle" "offensichtlich" wurde?

Eine selten dämliche Volksbefragung des letzten Staatschefs über die von der €-Zone geforderten Sparmaßnahmen entspricht offensichtlich deren Mentalität. Aber soll man jemanden einen Vorwurf machen, wenn sie so sind wie sie sind und über die Jahre zu keinen Lerneffekten fähig waren und all die Hilfsgelder der letzten Jahre im Olymp versandet sind?

Diejenigen Regierungschefs und Finanzminister/-experten diverser Staaten und die Organe der EU, die Griechenland trotz besseres Wissens aufgenommen haben, gehören ausgepeitscht.

derunbestechliche
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Freiwillig scheiden die Griechen niemals aus der €-Zone aus

und die weitsichtigen Granden Finanzexperten aus Brüssel, Regierungschefs und Finanzminister diverser Länder haben trotz der langjährigen Planung des € sich keine Exit-Strategie maroder Länder oder für das Überleben des € selbst überlegt. Offensichtlich sieht kein Vertrag sieht vor, solche Sünder oder Pleitestaaten aus der €-Zone hinauszuwerfen. Was also tun? Griechenland (Ungarn, etc.) über die nächsten Jahre mitschleppen und weiter durchfüttern (wie die letzten Jahre auch), sich von den Briten jedes Mal aufs Neue brüskieren lassen oder die EU neu gründen und die alten Verträge auslaufen zu lassen? Es wird Ersteres passieren und wir können nur hoffen, dass Griechenland lernwillig ist, denn mit einer Pleite Gr.lands ist der € wohl tot.

Javert
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hmm, ungarn ist in der eurozone?
da habe ich doch glatt etwas verpennt - asche über mein haupt!

derunbestechliche
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Nein, Ungarn ist nicht in der Euro-Zone. Das macht es aber nicht wesentlich besser, schließlich ist Ungarn in der EU und war praktisch Anwärter zur Einführung des Euro - bis Orban und seine Vettern alles heruntergewirtschaftet haben. Über diverse Kanäle, z.B. über den IWF zahlt Österreich (in)direkt auch mit, falls Ungarn durchgefüttert werden muss bzw. verzichtet bei einer etwaigen Pleite auch auf viel Geld.

Javert
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warum argumentieren sie dann mit ungarn?
unseriös

österreich würde bei ungarn in jedem fall kräftig zahlen - denn wir hatten enorme kredite und staatshaftungen dort reingesteckt um gierig so viel als möglich rauszusaugen.

sskm

derunbestechliche
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Mein Gott, dann habe ich zufälligerweise und etwas ungeschickt zusätzlich mit Ungarn argumentiert. Ob unseriös oder nicht ist mir grundsätzlich wurscht, denn ich bin ja nicht bei einer Vorlesung für Finanzwirtschaft oder Volkswirtschaft und sehe es nicht wirklich so eng, wenn ich ein Posting nicht perfekt passt. Mit einem roten Strichlein oder mit einer berechtigten Kritik, wie in diesem Fall, geht die Welt nicht unter - im Gegenteil.

Beste Grüße.

computermaster
00

Der Griechische Staat ist unregierbar und das Parlament läuft völlig aus dem Ruder -sie ist Tod. Die Revolution der Straße hat keine neue Regierung gebracht, da diese nur den Bankrott des Staates bestätigen könnte. Danach wäre die neue Regierung wiederum von einer Revolution vertrieben worden und, wie es in Phasen von Regierungswechseln vorkommt, durch einen Despoten/König ersetzt oder der kommunistischen Partei die Macht gegeben worden.

Mit dem Geld der EU kann Zeit gewonnen werden um ein Failstate zu verhindern. Genau deshalb wird es Geld von der EU wieder geben.

Mir als Christ ist es verboten den Schuldigen zu suchen, um ihn gegenfalls zu kreuzigen. Als Systemanalytiker weiß ich, dass ich auch keinen finden kann - komplexer Ablauf.

NicoPelikan
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Sind eigentlich die 200 Mrd. griechischer Schwarz-Euros

aus der Schweiz schon zurückgeholt worden ?

Franko Pizza
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ja das hat man längst gemacht.
Die schweizer Banken sind sehr offen, ehrlich und Auskunftfreudig. sie arbeiten sehr eng mit Steuerbehörden diverse länder zusammen

derunbestechliche
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Köstlich.

Ein paar Links zu möglicherweise interessanten Artikeln:

Griechen retten ihre Euros mit viel Kreativität...
http://goo.gl/EsQfI

Griechenland ist ein Fass ohne Boden
http://goo.gl/EWncP

Griechenland gibt zu, dass es eigentlich gar nicht existiert
http://goo.gl/zQby7

Interessant ist, dass trotz dieses brisanten Themas (Milliarden an griechischen Euros bei Schweizer Banken) es fast keine Artikel hierzu gibt.

Maryvel
00
Bester Kommentar, den ich seit ewigen Zeiten gelesen habe...

... danke für ein paar Minuten schallendes Gelächter! :D

jesus mohammed
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Das dient einzig und allein zur Erpressung der Bevölkerung

Als die national-"sozialistische" Regierung installiert wurde, haben noch alle davon gelogen, daß keine weiteren Sparmaßnahmen nötig sein werden. Außerdem versucht man schon mal darauf vorzubereiten, die für Februar angekündigten Wahlen - eine weitere(!) Vorraussetzung für Papandreous Rücktritt - solange verschieben zu können, bis die Ergebnisse passen. Denn zusätzlich zu den 37%, die den radikal linken bis stalinistischen Parteien bereits vorhergesagt werden, könnte eine ganze Menge Nichtwähler kommen, die den frisch gegründeten Piraten eine Chance geben wollen und plopp kämen alle Parteien links von Pasok auf über 50%. Verhindern kann das weder EU, IWF noch die Banken. Zum Glück gibt's keinen Zivildienst.

Sahin's Zahnlücke
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Liebe Griechen, GO HOME!

mike sierra
01

Sind ja eh zu Hause: in Griechenland.

DirtyHarry
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Let Griechenland fail! - Besser spät, als die ewige Handaufhalterei der jeweiligen griechischen Regierung.

mike sierra
00

Auch unsere Regierung (oder auch die deutsche) hält immer wieder die Hand auf, allerdings bei den Banken.

edurkheim
14
Man hätte Griechenland von Anfang an nicht retten sollen und die Märkte ihre ohnehin nicht zu stoppenden Weg gehen lassen sollen

So wären die Märkte für das Sparen in Griechenland verantwortlich gemacht worden, weil Griechenland kein Geld mehr bekommen hätte und so wären die Banken von den Märkten durch Ausleihenausfall dafür bestraft worden dass sie gegen jegliche Wirtschaftsdaten so viel Geld verliehen haben.

Aber heute wird Deutschland und (weniger) wir von der griechischen, italien etc Bevölkerung dafür verantwortlich gemacht, dass die Sparen müssen und wir werden die PIGS verantwortlich machen dafür dass wir mehr sparen und steuern zahlen werden müssen.

Eine Spaltung die die europ Integration um Jahrzehnte zurückwirft und die die am besten verdient haben, verdienen immer noch am besten.

Die Rettungsschirme waren der größte politische Fehler nach dem WKII

Friedman Tobin
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Nein, das stimmt nicht. Es braucht Zeit bis sich zB die griechischen Rentner darauf einstellen, dass sie sich nur noch Grundnahrungsmittel kaufen können (Rentner in der Ost-EU kennen sowas längst), es braucht Zeit bis sich gr. Bevölkerung darauf einstellt, dass sie ganz einfach nicht mehr soviel Geld haben werden wie zB in Deutschland, es braucht Zeit bis sich Banken usw. im Westen Einiges abschreiben und den Verlust "verdauen" usw. usf. Die Idee, dass man Änderungen am besten nach dem Hau-Ruck-Prinzip ohne Rücksicht auf Folgen durchführt, sind in der Wirtschaft erfahrungsgemäß ex post betrachtet immer falsch. JETZT darf GR ruhig den Euro verlassen und/oder pleite gehen (ich fürchte aber, dass die EU inzwischen andere Sorgen haben wird).

Sonata
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Wieso zahlen eigentlich die reichen Griechen ihre Steuern nicht nach?

Wieso wird nicht nach dem im Ausland geparkten Geld gefahndet? Wieso sollen immer nur die kleinen Leute zahlen?

edurkheim
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Weil die Griechen nicht dumm sind und die EU als solidarische Einbahnstraße ausnützen seit dem es sie gibt

Es ist natürlich günstiger wenn der Norden zahlt, als wenn sie selber zahlen.

Human factor
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Ich denke viel mehr Menschen sollten sich mal den Film "Inside Job" von Charles Ferguson zu Gemüte führen, um zu Verstehen das diese Krise kein Phänomen ist, sondern an dem System selber liegt.

http://www.youtube.com/watch?v=FzrBurlJUNk

ichbinsofrei.net
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Hier kann man auch einiges lernen

http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#71

Ein Klassiker. Auf derselben Seiten finden sich daran anschließende aktuellere Vorträge.

Rent a Democracy
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Ein Viertel der Griechen lebt bereits unter der Armutsgrenze

Durch die im Rahmen der "Hilfe" verordneten Sparmaßnahmen sinken Löhne und Renten, bricht das Gesundheitssystem zusammen, wächst die Arbeitslosigkeit und verarmen die Menschen, während die Politiker weiter ihre Ränkespiele aufführen.

Während die sechs Global-Player des amerikanischen Bankenwesens für 2012 um bis zu 57 Prozent steigende Rekordgewinne erwarten, gehen am Südzipfel Europas immer mehr die Lichter aus. Bereits knapp ein Viertel der Griechen lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Lesenswert: http://www.heise.de/tp/artike... 190/1.html

Alpendollar
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Griechenland ist viel zu verkrustet um irgendwelche Reformen nur annähernd zeitgerecht umzusetzen. Das wird 20 Jahre dauern!

Vera Rschung
 
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Deswegen Staatsbankrott JETZT!

Man muss diese korrupten Strukturen, die Klientelwirtschaft und die fetten Gewerkschaftsbosse einfach krachen lassen.

Die Griechen sind sture Wirklichkeitsverweigerer. Und solange Deutsche und Österreicher diese Haltung auch noch subventionieren, wird sich daran nichts ändern.

Einfach krachen lassen. Wer nicht hören will, muss fühlen.

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