Rebellen sollen von Ruanda aus Dörfer überfallen haben - Zahlreiche Menschen verschleppt
Kinshasa - Im Osten der Demokratischen Republik Kongo
haben Milizen aus Ruanda nach Armeeangaben seit Jahresbeginn
mindestens 45 Menschen getötet und 13 verletzt. Ein Sprecher des
Militäreinsatzes in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu führte die Toten
auf zwei Angriffe der ruandesischen Hutu-Miliz FDLR zurück.
Ortsansässige gingen von noch höheren Opferzahlen aus. Die Angriffe
fanden nach Angaben des Sprechers in den Nächten auf Montag und
Mittwoch auf Dörfer in Süd-Kivu statt. Dabei seien unter anderem ein
Dorfvorsteher enthauptet und eine schwangere Frau aufgeschlitzt
worden. "Einen derartigen Angriff haben wir noch nicht erlebt", sagte
der Armeesprecher.
Der Präsident des kongolesischen Roten Kreuzes, Dominique Lutula,
gab an, viele Dorfbewohner seien in nahe gelegene Wälder verschleppt
worden. "Wir wissen nicht, ob sie anschließend getötet wurden", sagte
er. In einer früheren Mitteilung ging die Armee zunächst von 26
Getöteten aus. Ein ranghoher Bewohner der Region sprach indes von
mindestens 64 Toten und rund 30 Verletzten. Die Armee vermutete, dass
die Dorfbewohner angegriffen wurden, weil sie sich einer lokalen
Selbstverteidigungsgruppe angeschlossen hatten, die gegen die
Rebellen kämpft. Die Armee schickte nun nach eigenen Angaben Truppen
in die abgelegenen Gebiete, um die zur Hutu-Volksgruppe gehörenden
FDLR-Rebellen zu vertreiben. Bei einem ersten Aufeinandertreffen am
Donnerstagmorgen wurden demnach vier Rebellenkämpfer getötet.
Die FDLR wird von der Demokratischen Republik Kongo beschuldigt,
seit Jahren in der Grenzregion zu plündern, zu morden und zu
vergewaltigen. Den Rebellen wird zudem vorgeworfen, 1994 am
Völkermord in Ruanda teilgenommen zu haben, durch den nach
UNO-Angaben 800.000 Menschen getötet wurden. (APA)