Vize-Minister: Kongress-Partei übte Druck auf Staatschef aus
Sanaa - Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh hat seine
geplante Reise in die USA abgesagt. Der stellvertretende jemenitische
Informationsminister Abdo al-Janadi sagte am Mittwoch, ranghohe
Vertreter von Salehs Kongress-Partei hätten Druck auf den aus dem Amt
scheidenden Präsidenten ausgeübt. Demnach sollte er bis zur Wahl
seines Nachfolgers im Februar im Land bleiben. Al-Janadi wies
Gerüchte zurück, denen zufolge es Probleme mit den USA bezüglich der
Einreise Salehs gebe.
Seit Jänner 2011 hatte es Proteste gegen den seit drei Jahrzehnten
herrschenden Saleh gegeben, bei gewalttätigen Auseinandersetzungen
starben seither hunderte Menschen. Ein Ende November geschlossenes
Abkommen sieht Salehs Machtverzicht vor und räumt ihm und seiner
Familie im Gegenzug Straffreiheit ein. Bis zur Wahl am 21. Februar
soll er als Ehrenpräsident formell im Amt bleiben. Ende Dezember
hatte Saleh angekündigt, bald in die USA zu reisen. Das
US-Außenministerium erklärte am Dienstag, es prüfe noch Salehs
Visumantrag. (APA)