Staatsanwaltschaft: Mubarak mitschuldig für Tod von Demonstranten

4. Jänner 2012, 21:12

Gestürzter Präsident muss möglicherweise mit Todesstrafe rechnen

Kairo - Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft direkt für den Tod von Demonstranten während des Umbruchs im vergangenen Jahr verantwortlich. Es gebe solide Beweise dafür, dass der damalige Staatschef, der damalige Innenminister Habib al-Adli und sechs andere Regierungsvertreter für tödliche Schüsse auf Demonstranten verantwortlich seien, sagte Staatsanwalt Mustafa Suleiman am Mittwoch während des Prozesses gegen Mubarak in einer Polizeiakademie am Rande von Kairo.

Das Verfahren gegen Mubarak, der am 11. Februar 2011 nach drei Jahrzehnten an der Macht aufgrund heftiger Proteste sein Amt aufgeben musste, hatte am 3. August begonnen. Mubarak werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei den Aufständen vor einem Jahr waren rund 850 Menschen getötet worden. Die Staatsanwaltschaft könnte ihre Strafforderung am Donnerstag vortragen. Laut ägyptischen Zeitungsberichten will sie die Höchststrafe, also die Todesstrafe, beantragen.

In dem Prozess traten mehrere Polizisten als Zeugen auf, nach deren Aussagen es keinen direkten Schießbefehl von der Staatsspitze gab. Mubaraks faktischer Nachfolger, Militärratschef Hussein Tantawi, wurde im September unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört. In dem Verfahren stehen auch Mubaraks Söhne Gamal und Alaa vor Gericht. Die Mubarak-Söhne müssen sich wegen mutmaßlicher Korruption verantworten. (APA)

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