Im Deutschen Bundestag und an etlichen Unis ist das Tragen von Thor-Steinar-Zeug verboten
Schon einmal auf der Website des Versandhauses Thor Steinar vorbeigeschaut? Da gibt's urgeile T-Shirts, Sporttaschen etc. mit einem Logo, das wie eine stilisierte SS-Rune aussieht. Die männlichen Models tragen Skinhead, und das Ganze nennt sich "nordic company". Die Firma gilt als Designmarke des Vertrauens für Rechtsextreme und Neonazis (seit sie an einen Araber verkauft wurde, wird sie allerdings von einigen nordischen Recken boykottiert). Im Deutschen Bundestag und an etlichen Universitäten ist das Tragen von Thor-Steinar-Zeug jedenfalls verboten.
Für die Sprecherin des österreichischen Innenministeriums ist allerdings nicht jeder Thor-Steinar-Kunde "gleich ein Rechtsextremist". In einer Bestellliste des Versandhauses scheinen nämlich vier österreichische Polizisten mit vollem Namen und einer @polizei.gv.at-Mail-Adresse auf. Die Hacker von Anonymous haben Thor Steinar gehackt und die Kunden-E-Mail-Adresse auf http://nazi-leaks.net veröffentlicht. Ein Besteller ist ein Mathias Venier, der es inzwischen zum FPÖ-Nationalratsabgeordneten gebracht hat.
Schön, dass sich unsere Polizei gern mit coolen Klamotten eindeckt. Die Beamten, deren Namen sich auf der Liste befinden, dürfen zwar die Ministeriumsadresse verwenden, sollen aber demnächst vom Ministerium kontaktiert werden, sagt die Sprecherin. Um sich modische Tipps zu holen? (DER STANDARD, Printausgabe, 5.1.2011)