Trübe Aussichten

Investment-Banken verdienen weniger

4. Jänner 2012, 18:22

Unternehmen legen Übernahmen und IPOs aus Eis, Beratungsgebühren sinken 2011 um sechs Prozent - Abbau von fast 130.000 Stellen angekündigt

Frankfurt - Die Schuldenkrise in Europa hat den Investment-Banken das abgelaufene Jahr vermasselt. Wegen schwankender Märkte legten viele Unternehmen Übernahmen, Börsengänge und die Ausgabe von Anleihen seit dem Sommer auf Eis. In der Folge sanken die Beratungseinnahmen der Investmentbanken 2011 um sechs Prozent auf 81 Mrd. Dollar (62,6 Mrd. Euro), wie aus Daten des Nachrichten- und Informationsanbieters Thomson Reuters hervorgeht. Dies ist der niedrigste Stand seit drei Jahren und lässt nichts Gutes für die Bilanzen der Banken erwarten, die den Großteil ihrer Einnahmen im Investmentbanking einfahren.

Auch 2012 dürfte für die Branche Experten zufolge ein hartes Jahr werden, da die Investmentbanken hart um die wenigen Mandate kämpfen müssen. Viele Institute in Europa, den USA und Asien bauen angesichts der trüben Aussichten Stellen ab - unter anderem Credit Suisse, Bank of America und Nomura. Insgesamt wurde 2011 laut Reuters-Zahlen der Abbau von fast 130.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Von den sinkenden Beratungseinnahmen waren 2011 nahezu alle großen Investmentbanken betroffen. Spitzenreiter JP Morgan verdiente zwei Prozent weniger, der drittplazierte Konkurrent Morgan Stanley sechs Prozent weniger und Goldman Sachs sogar elf Prozent weniger. Bei der Deutschen Bank sanken die Beratungsgebühren um acht Prozent.

Beratung

Bei der prestigeträchtigen Beratung von Fusionen und Übernahmen eroberte Goldman Sachs seinen Spitzenplatz zurück. Die "Goldmänner" hatten im abgelaufenen Jahr weltweit bei angekündigten Transaktionen mit einem Volumen von 648 Milliarden Dollar die Finger im Spiel und verwiesen den Vorjahressieger Morgan Stanley damit auf Platz zwei. Morgan Stanley kam auf 511 Milliarden Dollar, das drittplatzierte US-Institut JP Morgan auf 462 Milliarden. Die Deutsche Bank rutschte mit 273 Milliarden vom fünften Platz 2010 auf den achten Rang ab.

In Deutschland gab es im Vergleich zu den Mitte Dezember veröffentlichten vorläufigen Daten deutliche Veränderungen, da die Deutsche Telekom den 39 Milliarden Dollar schweren Verkauf von T-Mobile USA an AT&T kurz vor Weihnachten wegen des Widerstands der US-Kartellbehörden abblies. Da auch die zweitgrößte angekündigte Transaktion mit deutscher Beteiligung - die Fusion von Deutscher Börse und Nyse - wegen Bedenken der EU-Kommission und der hessischen Börsenaufsicht auf der Kippe steht, könnten sich die Zahlen in den kommenden Wochen nachträglich noch einmal ändern.

Bisher hat JP Morgan hauchdünn bei Transaktionen mit deutschen Unternehmen die Nase vorne - die US-Bank war 2011 an solchen Geschäften im Volumen von 31,21 Milliarden Dollar beteiligt. Auf Platz zwei folgt die Deutsche Bank mit 31,16 Milliarden vor Credit Suisse mit 29,68 Milliarden. Vorjahressieger Goldman Sachs rutschte auf Platz vier ab. (APA/Reuters)

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21 Postings
Roter Baron
00
schnell noch ein banksterpaket

eins geht noch....

Andreas W
01
Keine Sorge, die "verdienen" immer noch viel zu viel in Anbetracht ihrer Un-Leistungen!!!

Althase
00

wieso werden hier keine Spendenkonten veröffentlicht ?

01052004
01

ojeojeoje

weniger boni für 2011??? der weltuntergang ist nah...

und es könnte noch schlimmer kommen: wenn die staatsmänner (und -frauen) endlich anfangen würden, dem finanzsystem weitweit gültige regeln aufzudrücken, um menschen, nicht geld eine sinnvolle zukunft zu ermöglichen...

vielleicht endet am 21.12.2012 die welt - die der investmentbanker und sonstigen bankster und hedgefondsraffgeier, swaps und sonstiger zockereinrichtungen...

Roter Baron
00

keine sorge
die boni werden wir schon zahlen.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
Dazu passend, geschehen vor ca. 6 Jahren:

Investmentbanker in Wien engagiert Berater.
Grund: seine Firma geht gut, das Klima ist gut, die Leute sind gut, aber irgendwann laufen sie ihm dennoch davon.

Ergebnis der Analyse:
Er zahlt zu gut!

Seine Leute fangen in ihren 20ern nach dem Studium bei ihm an, mit Anfang 30 bekommen sie 7-stellige Prämien und mit Mitte-Ende 30 ziehen sie sich mit ihren Millionen in ein ruhigeres Leben zurück.
Sie hatten sich vorher nicht vorstellen können, dass sie so schnell so viel verdienen würden!

Kuh Yvonne
02

Sobald sich meine Weinkrämpfe gelockert haben, werde ich eine Plattform für Spenden einrichten!
Geht doch nicht, dass man diese Leistungsträger vor die Hunde gehen lässt.

chistyle .at
00

Die Sendung mit der Maus?
Ok wenn dir die besser gefällt, ist das natürlich auch ok...
Das eine Doku niemals die Komplexität eines so weitreichenden Themas erfassen kann ist mir klar. Trotzdem habe ich viel Wissenswertes in diesem Film erfahren.

Art Vandalay
01

Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf den 'antworten' link rechts oben ueber jedem Posting richten?

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit
02

grundsätzlich ist der gesamte finanzsektor stark aufgebläht. es gibt theoretische modelle, die die entwicklung des finanzsektors von mitte 19. jhr. bis ende 20 jhr. mit all seinen schwankungen nachzeichnen. für das wachstum zwischen 2001 und 2006 gibt es aber keine rationale erklärung.

wir werden in den nächsten jahren eine marktbereinigung erleben - ich halte das auch für eine gute sache. wichtig ist nur, dass die realwirtschaft davon nicht beeinträchtigt wird.

neeeed
00

"für das wachstum zwischen 2001 und 2006 gibt es aber keine rationale erklärung."
ähm, jein - das kam weil die usa ihre gesetze gelockert hatten (=fehler, wegen dem es zur immobilien-krise kam, was wiederum der startschuss für die globale wirtschaftskrise war)

Politiker sind Gauner!!
01
da bin ich aber

beruhigt.... die tun mir überhaupt nicht leid

chistyle .at
01

Schaut's euch mal den Film inside Job an...

01052004
00

und zur ergänzung: margin call

Schwedenbombe
 
00
Ja darin

Wird die gesamte Komplexität erfasst :)

Da wäre wohl die Sendung mit der Maus eine bessere Empfehlung

Kahuna
01
Ich mache mir ernstlich Sorgen um diese Leute...

Daniel Stampf
117
Das allerbeste ist schon mal der erste Satz:

Die SCHULDENKRISE in Europa hat den Banken das Jahr vermasselt.

Entschuldigung aber ist nicht die Wahrheit, dass die seit Jahren anhaltende BANKENKRISE uns die letzten Jahre vermasselt hat und die Banken aka Fässer ohne Boden uns den Staatshaushalt vermasselt haben?

Ist es nicht so, dass unsere Politiker dermaßen dumm sind diese Leute, deren Job es ist ein Geschäft mit uns zu machen, auch noch die Politik diktieren lassen?

Stop the Propaganda!
Es gibt keine Schuldenkrise, die es rechfertigt die Wünsche der Finanzindustrie nach Abbau des Sozialstaats zu erfüllen sondern eine Bankenkrise!

Kuh Yvonne
00

Die Banken sind die Schuldenkrise!
Nur will es Politik und Finanzwirtschaft nicht begreifen,
besser gesagt, sie wollen gar nicht.

Flotsam
 
010

Wie schon Volker Pispers treffend gesagt hat: das sind die echten Schmarotzer in diesem Land. Anderer Leute Geld gassi führen.

Kein funken Mitleid.

01052004
00
ich würde nicht schmarotzer sagen

ich würd den mafia-paragraphen bzw terrorismus-gesetze anwenden...weil genau das machen diese verklüngelten banden: staatsschädigend unter einhaltung eigener gesetze sich auf kosten anderer bereichern...

ich hab gar nicht gewußt, daß man mafia auch lernen kann...gibts bei humbug schon kurse??? weil dann schreib ich mich mal für den paten eins zwei und drei ein...ok, volkshochschule geht auch, im notfall auch wifi ("mit anerkanntem zertifikat"; da aber nur, wenn man als voraussetzung nicht die erfolgreiche absolvierung des astrologiekurses braucht)...

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