Weitere fünf österreichische Produktionen in Doku- und Kurzfilm-Sparten des Nachwuchsfestivals
Saarbrücken/Wien - Gleich sieben österreichische
Produktionen sind im Wettbewerb des 33. Filmfestivals Max Ophüls
Preis in Saarbrücken (16. bis 22. Jänner 2012) vertreten. Mit
"Michael" von Markus Schleinzer und "Stillleben" von Sebastian Meise
rittern dabei gleich zwei österreichische Debüts um den mit 18.000
Euro dotierten Preis für den besten Langfilm. Unter ihren 14 Konkurrenten um den Max Ophüls Preis
sind u.a. "Der Fluss war einst ein Mensch" von Jan Zabeil mit
Alexander Fehling, "Die Farbe des Ozeans" von Maggie Peren,
"Snowchild" von Uta Arning sowie die Schweizer Produktion
"Manipulation" von Pascal Verdosci mit Klaus Maria Brandauer und
Sebastian Koch in den Hauptrollen.
Die Veranstalter
würdigen am Freitag in einer Aussendung die "bemerkenswerte
Selbstverständlichkeit", mit der junge Regisseure ihren eigenen Stil
entwickeln und heben dabei auch "die Klaustrophobie des Films
'Michael'" hervor. "Michael" wie auch "Stillleben" behandeln das Thema Pädophilie und
waren vergangenes Jahr bei international renommierten Festivals
vertreten. Während Schleinzer sein Debüt über die letzten Monate im
Zusammenleben eines Pädophilen und seines zehnjährigen Opfers im Mai
2011 in Cannes vorstellte, feierte Meises Film über die pädophilen
Gedanken eines Vaters und den folgenden Zusammenbruch der Familie
beim Internationalen Filmfestival in San Sebastian seine
Uraufführung.
Nebenbewerbe
Auch im Wettbewerb für mittellange Filme finden sich zwei
österreichische Produktionen. "In Our Hands" von Peter Brünner
verbindet in 30 Minuten die Geschichten dreier Charaktere - Hannah,
Ethan und ein Pastor - auf einer Zugfahrt von Los Angeles nach San
Diego wenige Stunden vor einem verheerenden Unglück. Alexandra
Makarova erzählt im 30-Minüter "An einem anderen Tag" von zwei
Stiefgeschwistern, die nach der Flucht der Mutter auf sich alleine
gestellt sind. Im Sommerhaus "finden sich beide in einer noch nie
dagewesenen Situation aus erotischer Anziehung, gegenseitiger
Fürsorge und Freundschaft wieder", heißt es im Programm zum
Wettbewerb.
Im Rennen um den besten Dokumentarfilm findet sich neben Christoph
Mayrs Energiespar-Doku "Bulb Fiction" auch Sobo Swobodniks
Schwarz-Weiß-Porträt über Hermes Phettberg, "Der Papst ist kein
Jeansboy". Im Kurzfilmbewerb gibt es ein Wiedersehen mit
"Michael"-Hauptdarsteller Michael Fuith, der in Michael
Rittmannsberger "Abgestempelt" neben Sami Loris und Hadis Yasar zu
sehen ist. In dem Zehnminüter geht es laut Programm um "Vorurteile -
und über den schmalen Grat zwischen Gut und Böse" anhand der Busfahrt
eines jungen Arabers und seines Sohnes.
"Summe meiner einzelnen Teile" zur Eröffnung
Wie bereits am Mittwoch bekannt wurde, wird das Festival in diesem
Jahr mit dem Psychodrama "Die Summe meiner einzelnen Teile" von Hans
Weingartner eröffnet. Der neue Film des österreichischen Regisseurs
("Die fetten Jahre sind vorbei") und früheren Wettbewerbssiegers
feiert bei der Eröffnungsveranstaltung am 16. Jänner
Deutschlandpremiere. Ebenfalls zu sehen sind der erste
Schweiz-österreichische 3D-Film "One Way Trip 3D" mit Sabina Reiter
in der Hauptrolle sowie der 19-minütige Kurzfilm "Hatch" von
Christoph Kuschnig in der Reihe "Spektrum".
Das Festival Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten
Foren für Nachwuchsfilmer im deutschsprachigen Raum. Im diesjährigen
Wettbewerb konkurrieren rund 90 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme um
mehr als ein Dutzend Preise. Die Jury im Langfilmwettbewerb setzt
sich heuer aus dem österreichischen Regisseur und Produzenten Franz
Novotny sowie Hans W. Geißendörfer, Vorjahressieger Johannes Naber
und den Schauspielern Dominic Raacke und Anna Thalbach zusammen.
Peter Payer ist in der Kurzfilmjury vertreten und zeigt im Rahmen der
"Saarbrücker Premieren" sein vergangenen Sommer in Österreich
gestartetes Psycho-Roadmovie "Am Ende des Tages". (APA)