Max Ophüls Preis

"Michael" und "Stillleben" im Hauptbewerb von Saarbrücken

6. Jänner 2012, 22:31

Weitere fünf österreichische Produktionen in Doku- und Kurzfilm-Sparten des Nachwuchsfestivals

Saarbrücken/Wien - Gleich sieben österreichische Produktionen sind im Wettbewerb des 33. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken (16. bis 22. Jänner 2012) vertreten. Mit "Michael" von Markus Schleinzer und "Stillleben" von Sebastian Meise rittern dabei gleich zwei österreichische Debüts um den mit 18.000 Euro dotierten Preis für den besten Langfilm. Unter ihren 14 Konkurrenten um den Max Ophüls Preis sind u.a. "Der Fluss war einst ein Mensch" von Jan Zabeil mit Alexander Fehling, "Die Farbe des Ozeans" von Maggie Peren, "Snowchild" von Uta Arning sowie die Schweizer Produktion "Manipulation" von Pascal Verdosci mit Klaus Maria Brandauer und Sebastian Koch in den Hauptrollen.

Die Veranstalter würdigen am Freitag in einer Aussendung die "bemerkenswerte Selbstverständlichkeit", mit der junge Regisseure ihren eigenen Stil entwickeln und heben dabei auch "die Klaustrophobie des Films 'Michael'" hervor.   "Michael" wie auch "Stillleben" behandeln das Thema Pädophilie und waren vergangenes Jahr bei international renommierten Festivals vertreten. Während Schleinzer sein Debüt über die letzten Monate im Zusammenleben eines Pädophilen und seines zehnjährigen Opfers im Mai 2011 in Cannes vorstellte, feierte Meises Film über die pädophilen Gedanken eines Vaters und den folgenden Zusammenbruch der Familie beim Internationalen Filmfestival in San Sebastian seine Uraufführung. 

Nebenbewerbe

Auch im Wettbewerb für mittellange Filme finden sich zwei österreichische Produktionen. "In Our Hands" von Peter Brünner verbindet in 30 Minuten die Geschichten dreier Charaktere - Hannah, Ethan und ein Pastor - auf einer Zugfahrt von Los Angeles nach San Diego wenige Stunden vor einem verheerenden Unglück. Alexandra Makarova erzählt im 30-Minüter "An einem anderen Tag" von zwei Stiefgeschwistern, die nach der Flucht der Mutter auf sich alleine gestellt sind. Im Sommerhaus "finden sich beide in einer noch nie dagewesenen Situation aus erotischer Anziehung, gegenseitiger Fürsorge und Freundschaft wieder", heißt es im Programm zum Wettbewerb.

Im Rennen um den besten Dokumentarfilm findet sich neben Christoph Mayrs Energiespar-Doku "Bulb Fiction" auch Sobo Swobodniks Schwarz-Weiß-Porträt über Hermes Phettberg, "Der Papst ist kein Jeansboy". Im Kurzfilmbewerb gibt es ein Wiedersehen mit "Michael"-Hauptdarsteller Michael Fuith, der in Michael Rittmannsberger "Abgestempelt" neben Sami Loris und Hadis Yasar zu sehen ist. In dem Zehnminüter geht es laut Programm um "Vorurteile - und über den schmalen Grat zwischen Gut und Böse" anhand der Busfahrt eines jungen Arabers und seines Sohnes.

"Summe meiner einzelnen Teile" zur Eröffnung

Wie bereits am Mittwoch bekannt wurde, wird das Festival in diesem Jahr mit dem Psychodrama "Die Summe meiner einzelnen Teile" von Hans Weingartner eröffnet. Der neue Film des österreichischen Regisseurs ("Die fetten Jahre sind vorbei") und früheren Wettbewerbssiegers feiert bei der Eröffnungsveranstaltung am 16. Jänner Deutschlandpremiere. Ebenfalls zu sehen sind der erste Schweiz-österreichische 3D-Film "One Way Trip 3D" mit Sabina Reiter in der Hauptrolle sowie der 19-minütige Kurzfilm "Hatch" von Christoph Kuschnig in der Reihe "Spektrum".

Das Festival Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten Foren für Nachwuchsfilmer im deutschsprachigen Raum. Im diesjährigen Wettbewerb konkurrieren rund 90 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme um mehr als ein Dutzend Preise. Die Jury im Langfilmwettbewerb setzt sich heuer aus dem österreichischen Regisseur und Produzenten Franz Novotny sowie Hans W. Geißendörfer, Vorjahressieger Johannes Naber und den Schauspielern Dominic Raacke und Anna Thalbach zusammen. Peter Payer ist in der Kurzfilmjury vertreten und zeigt im Rahmen der "Saarbrücker Premieren" sein vergangenen Sommer in Österreich gestartetes Psycho-Roadmovie "Am Ende des Tages".  (APA)

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