Wien - Einkaufen ist in Wien im Durchschnitt um zehn Prozent teurer als
in der deutschen Hauptstadt Berlin. Das hat eine Erhebung der Arbeiterkammer in
Supermärkten bzw. bei Diskontern ergeben. Untersucht wurde ein Warenkorb mit den
40 günstigsten Lebensmitteln.
Besonders auffällig waren demnach die Preisunterschiede bei unverarbeiteten
Produkten wie Fleisch, Milch, Zucker oder Mehl. Hühnerkeulen kosten in Wien laut
AK sogar mehr als doppelt so viel wie in Berlin. Zum Vergleich herangezogen
wurde das jeweils günstigste Lebensmittel - wodurch die Differenz mit
Qualitätsunterschieden alleine nicht mehr zu erklären sei, hieß es.
"Es gibt also nach wie vor einen Österreich-Aufschlag", vermutete
AK-Präsident Herbert Tumpel: "Solche Unterschiede sind nicht einfach zu
erklären. Der Wirtschaftsminister sollte überprüfen, wo solche Preisaufschläge
zustande kommen: Schon beim Bauern, bei den Zwischenlieferanten oder erst im
Handel wegen der hohen Supermarktkonzentration in Österreich."
Erstaunlich ist laut AK der Unterschied auch deswegen, weil die Lebensmittel
in Wien zuletzt im Durchschnitt um rund 4 Prozent billiger geworden sind. In
Berlin gab es hingegen einen Anstieg um rund ein Prozent. (APA)