"Jetzt darf ich daheim ganz oben stehen"

4. Jänner 2012, 14:49

Andreas Kofler triumphiert erstmals im Heimspringen der beiden Stubaier - Gregor Schlierenzauer hat mit Rang zwei auf dem Bergisel die Chance auf den Grand Slam vertan - Die Vierschanzentournee ist wieder offener

Noch immer 17 Punkte oder 9,4 Meter trennen Schlierenzauer vor dem Abschluss der 60. Vierschanzentournee am Dreikönigstag von seinem Verfolger und engeren Landsmann. Der zerdrückte am Mittwoch ein paar Freudentränen. "Jetzt darf ich daheim ganz oben stehen", sagte Kofler, der davor in Innsbruck noch nie das Podest erklommen hatte. Die diesbezügliche Premiere gelang dem 27-jährigen Weltcupführenden in einer schwierigen, weil windgebeutelten Konkurrenz.

Schlierenzauer lag zunächst als Zweiter recht klar hinter dem polnischen Quali-Dominator Kamil Stoch, der Kofler nur als Lucky Loser ins Finale fliegen ließ. Kofler hatte von Platz vier aus aufzuholen und vollbrachte das nach einer längeren, wetterbedingten Pause mit aller Routine. 131,5 Meter reichten dem Zweiten von Oberstdorf und Garmisch, weil erst Schlierenzauer (123 m) und - noch stärker - Stoch (108 m) abbauten. Schlierenzauer betonte nach der Niederlage tapfer, welch gewaltige Sache doch ein Stubaier Doppelerfolg sei, kritisierte aber die regelkonforme, jedoch für ihn zu geringe Punktekompensation für schwierige Verhältnisse.

Sven Hannawald, der 2002 als bisher Einziger alle vier Tourneespringen en suite gewonnen hatte, ist ein Stein vom Herzen gefallen. Ebenso den Verantwortlichen jener Assekuranz, die im "Schadensfall" die Sonderprämie für den Grand Slam (820.000 Euro) zu zahlen gehabt hätte. Und Schlierenzauer versicherte glaubhaft, dass ihm der Gesamtsieg ohnehin viel wichtiger als das Geld sei. Der bleibt wahrscheinlich, wenn auch sein Vorsprung auf der Großschanze zu Bischofshofen, zumal bei den vorhergesagten Verhältnissen (Schneefall, Wind), schnell dahin sein könnte.

Kofler, der sich wie sein 21-jähriger Konkurrent der Spezialbetreuung Markus Maurbergers erfreut, traut sich den zweiten Tourneesieg nach 2010 zu, "weil ich das alles sehr genieße". Eine Prüfung war das Springen dagegen für den Japaner Daiki Ito (27.), ein Opfer der Verhältnisse. Neuer Dritter ist Titelverteidiger Thomas Morgenstern nach Platz sechs. (Sigi Lützow aus Innsbruck, DER STANDARD Printausgabe 04.01.2012)

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Danke Herr Kofler, dass Sie dem sich selbstüberschätzenden und arroganten Herrn Schlierenzauereinen Strich durch seine Millionenrechnung gemacht haben!!!

Danke Herr Kofler, dass Sie dem sich selbstüberschätzenden und arroganten Herrn Schlierenzauereinen Strich durch seine Millionenrechnung gemacht haben!!!

Schlierenzauer und Kofler sind seit Jahren Trainingspartner, Zimmerkollegen und persönlich befreundet. Keiner von beiden ist arrogant. Der Unterschied ist, dass Schlierenzauer seit seiner zeit in Stams als "Wunderkind" gilt und deswegen einem viel höheren Druck durch die Medien ausgesetz war, während Kofler als "Nur-Fast-Olympiasieger" immer etwas unter Wert gehandelt wurde.

sushi!!!

sushi!!!

jaja, wird alles wieder gut.

Schön langsam nerven

die eingetrichterten Phrasen der fliegenden Textautomaten:
Herr Morgenstern ist trotz seines für ihn mäßigen Abschneidens glücklich, dass alles so gut lief.
Herr Schlierenzauser verläßt angefressen den Auslauf, um Minuten später zu verkünden, dass der Grand-Slam ihm sowieso egal ist.
Das einzig Ehrliche war die Freude von A. Kofler.
Vielleicht sollten ehrliche Emotionen wieder erlaubt sein. Hoffentlich gewinnt einmal ein Nicht-Textautomat.

Die Frage des Reporters an Schlierenzauer lautete, ob er der verlorenen Million nachtrauert. Daraufhin hat der gesagt, der Grand Slam ist ihm egal. Dass ihm die Million egal ist glaub ich ihm sofort - er ist 22 und steht finanziell sowieso gut da, damit rechnen können hat ersowieso nicht. Aber ich glaub, dass er den Grand Slam als Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Aktiven schon gern gehabt hätte.

das problem ist ,wenn schlierenzauer ehrlich gesagt hätte was er sich denkt, wäre er erst recht kritisiert worden und als schlechter verlierer dagestanden.

denn er ist einer der wenigen, die ihre meinung sagen und dafür ständig kritik einstecken muss, dass er nicht verlieren kann, dass er aufmüpfig ist usw..

jetzt reisst er sich zusammen und den leuten passts auch nicht.kann einem schön langsam leid tun.

und -no na-wird sich kofler ehrlich freuen.

ich bin froh, wenn ich daheim unten liegen kann.

bin gespannt

wie die das morgen mit dem wind lösen

ich gebe dem schlierenzauer recht

dass die kompensationen nicht gerecht erscheinen; besonders die abzüge wenn du unter dem k-punkt landest, was in manchen fällen unausweichlich ist wenn du bescheidene verhältnisse hast ... siehe auch 1. springen, wo gleich ein paar favoriten draussen gewesen wären, hätte man den 1. dg nicht wiederholt... ich frage mich warum uns heute der wind eine derart wichtige rolle spielt gegenüber früher? es muss wohl eine sache der wahrnehmung sein.. früher hat man es einfach geschluckt und mit der ungerechtigkeit gelebt, oder wie seht ihr das?

Also in Innsbruck

hats, meiner Meinung nach, viel damit zu tun, dass etliche Bäume nicht mehr stehen.

das hängt zum einen mit der wind/gate regel zusammen.man denkt, man kann springer auch bei widrigen verhältnissen springen lassen und die windpunkte gleiche das wieder aus, was natürlich nicht stimmt. bis zu einem gewissen grad passt es sicher und ist eine sehr gute sache. aber wenn es zu extrem ist, hast du -bonuspunkte hin oder her,-einfach keine chance.früher wurde dann so ein springen gar nicht durchgeführt oder nach einem dg. abgebrochen. der ansatz ist gut, bei der ausführung haperts.dann oft die gateschieberei,wo der anlauf plötzlich verkürzt wird wie in oberstdorf und dann kommt rückenwind-ebenfalls chancenlos trotz pluspunkten.und noch das windanfällige material,allen voran die ammann-bindung.hier sollte man sich was überlegen.

in einer befreiten gesellschaft ... wird es kein schispringen mehr geben. unnötig wie formel eins, gewehre und musikantenstadel!

Gut, dann sind wir leute wie sie auch los.

der Kogler sagt ehh zu jedem Sprung

dass der sehr gut ist. Außer einer stürzt total ab. Dann war der Wind schuld.

verhunzte Hymne

Immern hin hat diesmald er ORf nicht nur die Moderatoren darüber sinnieren lassen, ob die Spriger die neue, verhunzte Hymne geübt haben sondern tatsächlich einen Gesang eingeblendet! Kasperltheater

Mir werden die holprigen Reime

niemals über die Lippen kommen.- Immerhin gibt es in der Europahymne auch die 'Brüder' und den 'Lieben Vater', ohne Schwestern und Mütter;-)

Der Kofler hat dem Schlierenzauer also EUR 820Tsd. versaut?

Das lässt sich bestenfalls nach B'hofen sagen. Auch dort muss er erst mal gewinnen. Vielleicht hat ak ihm sogar einen Gefallen getan. Hätte gs gewonnen, wäre der Druck in B'hofen natürlich gewachsen. Selbst wenn er selbst das wirklich nicht so ernst nimmt, die permanente Fragerei führt allein zu erheblichem Stress. Jetzt kann er gelassen auf Tournee Sieg springen. Wünsch ihm, dass ers auch schafft.
Und Andy hat sich den Sieg insgesamt wohl verdient, wenngleich er natürlich vom Glück begünstigt war.

gleicht sich alles aus, gestern hatte andi windglück, im zweiten dg in oberstdorf hatte er windpech. die beiden springen auf augenhöhe und es gehört eben auch etwas glück dazu. abgerechnet wird-wenn es dazu kommt-in bischofshofen.

wie du auch sagst, verdient hätten es beide und ich auch ich bin für schlierenzauer, da er eben an siegen bei der tournee der rekordhalter ist, aber dafür noch nie belohnt wurde. hoffe er kann den vorsprung halten.

bin aber auch nicht böse wenn kofler gewinnt.

nein, der schlierenzauer hat sie sich selbst verhaut. hätte einfach nur weiter springen müssen.

bin ja nur froh, dass es nicht zum grandslam gereicht hat, sonst hätten wir uns wieder ganz böse verschwörungstheorien anhören können. schlierenzauer kommt drüber hinweg und hannawald kann wieder ein jahr gut schlafen.

ja, der hannawald scheint ein ganz schönes kind zu sein...

Ich fand die ORF-Übertragung gestern sehr gut

Das Windinsert, das über die Schanze gelegt wurde, und auch das Einspielen des "Boxenfunks" (der Kommunikation zwischen Tepes und Hofer) waren gut gemacht. Und die Superzeitlupen, die der ORF zeigt (im Gegensatz zu den Übertragungen aus Deutschland), waren wirklich lässig anzusehen.

Und allgemein find ich auch das Kommentatorenduo im ORF beim Schispringen recht gut, auch wenn mir der Goldberger als "Co" besser gefällt als Armin Kogler, der sich recht gerne wiederholt.

Aber so oft, wie (oft auch berechtigt) über den ORF geschimpft wird: Für die Schisprungübertragungen haben sie sich ein Lob verdient.

ORF - mieserabligst

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