Drittgrößte Kulturveranstaltung des Landes mit vergleichsweise niedrigen Subventionen
Salzburg - Das Winterfest hänge an einem seidenen Faden. Wenn die Subventionen bis März dieses Jahres nicht deutlich erhöht werden, dann sei das Zirkusfestival 2012 infrage gestellt. Mit dieser Botschaft wurden die Kulturjournalisten heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz von der Geschäftsführung und vom Vorstand der Winterfest-GmbH konfrontiert. Und das, obwohl das Winterfest 2011 rund 26.600 Besucher angelockt und finanziell ausgeglichen, sogar mit leichtem Plus, bilanziert hat.
Die vier künstlerisch erfolgreichen und von der Fach-Kritik mit überwiegend euphorischen Rezensionen bedachten Zirkus-Produktionen aus Kanada und Frankreich waren zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. Das Publikum kaufte Karten um 750.000 Euro. Sponsoren trugen 230.000 Euro zum etwas mehr als 1,1 Mio. Euro schweren Budget bei. Von der öffentlichen Hand kommen 121.000 Euro oder gut zehn Prozent. "Zu wenig", sagte Winterfest-Impresario Georg Daxner: "Für jeden Zuschauer des Winterfestes gibt die öffentliche Hand 4,55 Euro aus. Vergleichbar große Festivals wie die Styriarte bekommen für ihre 33.000 Zuschauer je 43,58 Euro, die 15.000 Besucher des Karinthischen Sommers werden mit je 34,40 Euro subventioniert, und die Salzburger Festspiele sogar mit 43,60 Euro pro Zuschauer. Das Winterfest braucht zehn Euro pro Zuschauer an öffentlicher Unterstützung. Anders ist eine Fortsetzung des Festivals unverantwortlich", argumentierte Daxner und betonte, dass von den 121.000 Euro Subvention allein mit der Umsatzsteuer fast der gesamte Subventionsbetrag wieder zurückgezahlt werde.
"Das permanente Arbeiten am wirtschaftlichen Abgrund nagt an unseren Gemütern", sagte Daxner. "Es darf absolut nichts passieren, sonst rutschen wir in die Katastrophe. Wenn es heuer im Schnitt um fünf Grad kälter gewesen wäre, hätten uns die Heizkosten ins Gesamt-Minus gedrückt. So kann man nach elf Jahren erfolgreichem Winterfest auf Dauer nicht arbeiten."
Tatsächlich seien die Strukturen schlank, und die 46 Mitarbeiter verdienten samt und sonders wenig. Und die bis zu 44 Euro teuren Eintrittskarten könnten und dürften nicht noch teurer werden. "Wir wollen keinen Salzburger vom Winterfest ausschließen. Daher können wir auf die insgesamt 100.000 Euro Rabatte und Ermäßigungen definitiv nicht verzichten", so Daxner, der darauf hinwies, dass das Winterfest nach den Festspielen und nach dem Adventsingen an Zuschauern gemessen die drittgrößte Kulturveranstaltung in Stadt und Land Salzburg sei. (APA)