Causa Immofinanz

Petrikovics brachte Einspruch gegen Anklage ein

4. Jänner 2012, 11:26

Wien - In der Causa Immofinanz hat Ex-Chef Karl Petrikovics wie angekündigt Einspruch gegen die erste Teilanklage der Staatsanwaltschaft Wien erhoben. Seine Anwälte Wolfgang Brandstetter und Otto Dietrich begründeten dies am Mittwoch in einer Aussendung mit "zahlreichen Fehlern in der Anklage selbst, vor allem aber mit schweren Unzulänglichkeiten im Vorverfahren". Sie werfen der Anklagebehörde einseitige und unvollständige Ermittlungen vor. Die ebenfalls Beschuldigten Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsrat) und Christian Thornton (Ex-Vorstand) wollen laut "Wiener Zeitung" die Anklage nicht beeinspruchen.

Petrikovics und vier weitere Beschuldigte - für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung - sind im Zusammenhang mit Aktienoptionsgeschäften u. a. wegen Untreue angeklagt; sie sollen einen Schaden von rund 32 Mio. Euro angerichtet haben.

Frist lief Mitternacht ab

Die Frist für Einsprüche gegen die Teilanklage ist heute um 0 Uhr abgelaufen. Da das Poststempeldatum vom 3. Jänner gilt, ist es theoretisch möglich, dass in Kürze noch weitere Einwände beim Landesgericht Wien einlangen. Bis dato liegt aber nur Petrikovics' Antrag auf Zurückweisung der Anklageschrift vor, wie Gerichtssprecher Christian Gneist der APA am Mittwoch bestätigte. Der Akt wandert nun zum Oberlandesgericht (OLG) Wien. Wie lange die Entscheidung über die Anklage bzw. den Einspruch dauert, ist unklar.

Petrikovics' Rechtsvertreter orten in der Anklage zahlreiche Mängel. "Wesentliche Beweisanträge wurden bis dato schlicht ignoriert, von einer sachlichen und für eine Hauptverhandlung bei Gericht ausreichenden Aufbereitung der Materie kann keine Rede sein", behaupten sie. Es wäre "für alle Prozessbeteiligten unzumutbar, erst in der Hauptverhandlung mit ungleich größerem Aufwand all das nachholen zu müssen, was die Staatsanwaltschaft im Vorverfahren verabsäumt hat." Statt die offenen Beweisanträge und Ermittlungsschritte zu erledigen, habe man sich in eine "vorschnelle Anklage" geflüchtet - "vielleicht auch, um weiteren Rechtsmitteln gegen die Nichtbehandlung von Beweisanträgen und auch weiteren Beweisanträgen zuvorzukommen."

Ex-Immofinanz-Manager Thornton indes will sich "der Hauptverhandlung stellen und in Richtung nicht schuldig plädieren", sagte sein Strafverteidiger Lukas Kollmann der "Wiener Zeitung". "Der damalige Informationsstand und die damaligen Hintergründe waren für Herrn Thornton massiv anders gelagert als nach der Durchsicht des Strafaktes." Thornton sei mit "Nicht-Informationen" versorgt worden, so sein Anwalt.

Neben Petrikovics, Thornton und Schwager sind noch Ex-Vorstand Norbert Gertner und der ehemalige Steuerberater Ernst Hable angeklagt. Alle fünf haben die Vorwürfe bisher bestritten. (APA)

iPhone4
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Thornton

Also der Thornthon ist ein armes S..... Er war eigentlich der Oberbuchhalter und hat das ausgeführt, was Petrikovics ihm befolen hat. Er hatte mMn den Durchbick, was da gelaufen ist, aber nicht die Macht, es zu ändern. Ich hoffe, er muß nicht für die Fehler anderer büssen.

Erwin Wolfram
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...

cool petrovic zieht voll davon wie immer...

wahnsinn mit methode
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10.1.2012, 07:26

die liebe grüne petrovic ist aber wirklich unschuldig!

DD1981
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Da glaubt wohl wieder jemand über dem System stehen zu können bzw. gscheiter zu sein als die Justiz "das haben die aber nicht richtig gemacht, da ist ein Fehler".

Wohl ein Problem vieler Manager die gewohnt sind das Zepter in der Hand zu halten und nur herummotzen zu müssen.

Soll ers aussitzen wie ein Mann und nicht am letzten Tag vor irgendwelchen Fristen eine "mimih" Brieferl schicken...pff

Günther Seehofer
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Aber das Recht, auf (aus seiner Sicht) Fehler hinzuweisen, hat ein Bürger hoffentlich schon noch.

Es wäre nicht das erste mal, es mit einer Husch-Pfusch Anklage zu tun zu haben. Kulterer lässt grüßen.

Wolfgang Lederbauer1
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..."zahlreichen Fehlern in der Anklage selbst, vor allem aber mit schweren Unzulänglichkeiten im Vorverfahren"....

Ich wette darauf, dass die nächste Instanz die Meinung vertreten wird, dass die notwendigen Ermittlungen auch im Zuge der Hauptverhandlung anzustellen sein werden.

Was passiert eigentlich, wenn die Staatsanwaltschaft die Bestimmungen der Strafprozessordnung nicht einhält?

http://so-for-humanity.com2000.at

Robu
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Einspruch abgelehnt!

Böotier
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Das wird voraussichtlich so kommen. Ein Einspruch bringt eigentlich nicht wirklich viel, insbesondere weil die Instanz sich ja schon (irgendwie) präjudiziert. Ist eher ein Schuss ins eigene Knie.

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