Manchmal darf es auch ein bisserl mehr sein

4. Jänner 2012, 16:56

Der Mitsubishi Pajero kombiniert Offroad-Qualitäten mit gehobener Straßenschauklerei samt Wohnwagen

Der Pajero ist ein Auto für Pferdebesitzer, Waldarbeiter und Wohnwagen-Urlauber. Er blickt nicht auf die gern erzählte Geschichte eines Wrangler zurück. Da ist nur die Sache mit dem Namen und den Spaniern. Aber diesen Stolperstein hat der Pajero genommen wie er sonst auch durch unwegsames Gelände pflügt, als wäre es eine Autobahn.

Er kombiniert die Nehmerqualitäten eines echten Geländewagens mit den Annehmlichkeiten eines modernen Autos. Im Innenraum findet man alles, was man sich in einem Fahrzeug heutzutage wünscht - und dazu noch jede Menge Stauraum.

Im Stadtverkehr nickt der Pajero freundlich der Welt entgegen. Die langen Federwege und das selbst im Gelände komfortable Fahrwerk lassen beim Bremsen die Front absinken, als wollte sich der riesige Mitsubishi freundlich verneigen (Japaner tun das). Im Stoßverkehr auf der Südosttangente schlummern die Beifahrer weg, als wären sie auf Bachblüten.


Wenn schon, dann steht der Pajero am liebsten im Gelände. Weil in der Stadt findet er nicht so schnell einen Parkplatz.

Pajero-Fahren bringt eine gewisse Gelassenheit mit sich. Man sieht den Verkehr wie von einem Hochsitz aus, überblickt das Geschehen und fühlt sich geborgen. Damit wird selbst die Urlaubsanreise mit dem Wohnwagen zum Genuss. Apropos: Eine Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen zieht der Kraftlackl gut und gerne.

Und im Gelände? Bitte sehr: Bis zu 35 Grad kraxelt der Pajero hinauf, 45 Grad schräge Hänge nimmt er der Länge nach - und wenn anderen Autos mit 70 Zentimetern das Wasser schon bis zum Hals steht, fährt dieser Riese immer noch. Fürchten, dass er aufschwimmt, muss man sich bei einem Gewicht von weit über zwei Tonnen nicht. Und wenn der Bachgrund schlammig ist, schaltet man einfach die Geländereduktion zu und sperrt Mittel- wie Hinterachs-Differential.

Gleich vier Schaltstufen von 2H bis 4LLC bietet der Pajero. Und nicht nur damit sticht er den oben erwähnten und beliebten Wrangler aus. Manchmal darf es einfach auch ein bisserl mehr sein. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/Automobil/31.12.2011)

Kommentar posten
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Raymond Domenech
00
Ein Bild vom Innenraum wär nett gewesen

außer ist er leider keine Schönheit geworden.

oblomow II
06
waldarbeiter?

ein auto 41 000 +?

HAHAHAHA

man sieht, an manchen fährt der bezug zur realität im auto vorbei. in einem auto mit dunklen scheiben ...

Der Tod
00

Fikal bleibt da weit weniger übrig und dann noch leasing.. ist überschaubar

H. K.
04
Na klar ...

... ein Leasing-Fahrzeug wird dir ja quasi geschenkt!
oida voda!

Der Tod
00

Oida Bam geh google dich mal durch
Stichwort : Bilanzneutralität

oblomow II
00
11.1.2012, 19:25
bilanz?

waldbauer?

Cucumuch
21
als einziges Minus wird hier der Name

angeführt? Mir würden da auf Anhieb etliche mehr einfallen!

mfg

Der Tod
01
so ganz dürften

die Marketingabteilungen das noch nicht begriffen haben.
Selbst Audi hat beim gut und gerne 50 000€ teuren A4 Allroad begriffen das Plastik lackiert in Wagenfarbe rundum unter der Grütellinie bei einem "Allwegeauto" Schwachsinn ist.
Beim Wrangler ist wenigstens noch Vorne und seitlich wartungsarmer schwarzer Kunststoff dran. ..

aber hier. Der ist weder für Stadt noch Wald geeigent, weil in beiden Regionen finden sich der Ast mit Dornen oder der Einkaufswagen von Anderen welcher lackierten Teilen gut und gerne zu Leibe rückt.

Wer nun auch noch Ausstattung möchte (z.b Leder weils einfacher zu reinigen ist) der kommt um die Lackierere schon garnicht herum.

gou gai
01

Jemandem den Kratzer wo auch immer stören soll sich ein Stadtauto kaufen. Oder, noch besser, seinen Wagen in der Garage lassen.

Lines Peanut
03

gibt es für die standard-automobilredaktion eig. noch autos von relevanz, die keine suvs sind?

Asperitias
22

Naja, wenngleich aktuell wirklich einige Artikel über SUVs uÄ veröffentlicht werden:
Berichte über SUVs sind allemal besser als jene über extrem unschöne Windelbomber (aka Familienvans, Kombis usw.) und Klein(st)wagen.

H. K.
13
Der Pajero ...

... ist kein SUV, wann wird der Unterschied endlich mal geschnallt?

das ist fix
01
15.1.2012, 12:04

Ja, beim Pajero kann man das Wort GELÄNDEWAGEN zurecht verwenden.

ManDi77
01

Stimmt. Aus Sicht der SUV-Hasser ist der Pajero noch schwachsinniger als ein SUV. Schwer, Hoch, viel Verbrauch,...

btw.: 215l Kofferraumvolumen bei so einem riesen Auto? Ist das ein Scherz? Ein Opel Corsa hat 285l 8-)

Fritz14
00
Oje, ein Spezialist

Hat ein Opel Corsa auch drei Sitzreihen mit insgesamt 7 Sitzen?

ManDi77
01

OK - Sorry, hab ich nicht gecheckt bzw. steht das hier aber auch nirgends. 415l beim Fünfsitzer sind jetzt aber auch nicht gerade der Bringer.

Chiricahua
12
man richtet sich nach dem markt

2011 wurden on österreich soviele neue suv s zugelassen wie nie zuvor. na und?
glaubt leicht wer das märchen, dass er die welt rettet, wenn er einen batteriebetriebenen smart kauft statt einem suv?
und soll ich mir von besitzlosen urbanen neidhammeln vorschreiben lassen, was ich kaufen soll und was nicht? die, die immer mit dem finger zeigen tun das nur, um sich selber als gut hinzustellen. aus mangel an selbstwertgefühl... ;o)

möglicherweise ulrich
02
Selbstwertgefühl und Konsumverhalten...

...stehen wohl in genau entgegengesetztem Zusammenhang, als sie hier andeuten.
Allgemeine Studien über Kaufsucht zeigen das überdeutlich. Warum sollte das bei Autos anders sein?

Dr Don Tango
00

solang meine seine kaufsucht ohne miesen finanzieren kann ist sie legitim. auf die gruft sparen ist nicht wirklich hip

möglicherweise ulrich
02

Stimmt. Nur mit gesundem Selbstwertgefühl hat das halt nichts zu tun.
Ich verstehe halt nicht, warum man sich als automobiler Pragmatiker Neidgefühle unterstellen lassen muss. Die Bedürfnisse an Spass und ästhetischem Genuss kann man durchaus anders befriedigen als mit biederem PS-Größenwahn.

Leider haben Motorjournalisten einen Tunnelblick wie siebenjährige Buben vom Land und deshalb nicht die Fähigkeiten zu kritischen Autotests.

Chiricahua
00
aber sie schon, gell?

wer suv´s ok findet und kauft ist das neue feindbild der grünen und pseudo-öko-leute. das ist fakt. bleibt aber irrational. so irrational wie das kaufverhalten. jeder marketinglehrling weiß, dass kaufentscheidungen zu 80% emotional entschieden werden.

Dr Don Tango
00

spass u. affinität sind halt subjektiv u. man sollte sie daher nicht wertend einsetzen. es macht ihnen ja wohl auch keine freud, wenn man ihre freuden und hobbies sinnfrei sieht...

möglicherweise ulrich
01

Was andere über meine Hobbies denken ist dann egal, wenn sie nicht auch Auswirkungen auf die Gesellschaft haben (Kategorischer Imperativ). Sollten da also keine berechtigten Vorbehalte gegen meine Freuden sein ist es mir herzlich wurscht, ob sie irgendwer sinnfrei sieht...

Der Autoverkehr hat aber sehr massive und komplexe Auswirkungen auf uns alle. Positive und negative.
Eine Betrachtung mit Schwerpunkt Spass des Einzelnen ist absolut unangebracht, ignorant und zynisch, aber - wie gesagt - zu viel darüber hinaus sind die genannten Journalisten garnicht fähig.

Phritz Phantom
01

ja, aber nur bayerische

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