Dem Fotopionier droht der Rauswurf aus der New Yorker Börse, der Aktienkurs ist auf unter ein Dollar eingebrochen
Rochester - Für den angeschlagenen Fotopionier Kodak wird die Lage
immer brenzliger. Dem US-Konzern, der unter dem Wandel von der analogen zur
digitalen Fotografie leidet, droht der Ausschluss von der New Yorker Börse.
Grund ist, dass der Aktienkurs infolge der finanziellen Probleme auf unter 1
Dollar (0,768 Euro) eingebrochen ist. Der Börsenbetreiber NYSE duldet derartige
"Penny Stocks" nur für begrenzte Zeit.
Kodak erklärte, von der NYSE am Mittwoch über den möglichen Rauswurf
informiert worden zu sein. Der Fotokonzern hat nun sechs Monate Zeit, sich
wieder zu berappeln, ansonsten muss sich Kodak nach alternativen Handelsplätzen
umsehen. Das dürfte weitere Anleger verprellen.
Viele Investoren sind bereits geflüchtet. Zuletzt hatte die Kodak-Aktie am 7.
Dezember über der 1-Dollar-Marke geschlossen. Am Mittwoch beendete sie den
Handel bei 0,655 Dollar. Vor einem Jahr war Kodak noch fast zehnmal soviel wert.
Es folgten hohe Verluste und die Barbestände schmolzen rasant dahin.
Die Eastman Kodak Company, wie das Unternehmen vollständig heißt war früher
einer der bedeutendsten Fotokonzerne der Welt und scheffelte vor allem mit
Kleinbild-Filmen jede Menge Geld. Der Markt ist jedoch mit dem Aufkommen der
Digitalkameras zusammengebrochen, überdies sah sich Kodak plötzlich neuen
Wettbewerbern aus der Unterhaltungselektronik-Branche gegenüber. Bei Kodak kamen
in den vergangenen Wochen wiederholt Insolvenzgerüchte auf. (APA)