Außenministerium: Harter Kurs gegenüber Südkorea "nicht dienlich"
Washington - Nach dem Führungswechsel in Nordkorea haben sich die USA mit Blick auf eine Wiederaufnahme der internationalen Gespräche zum Atomwaffenprogramm des Landes skeptisch gezeigt. Dass Pjöngjang sich weigere, mit dem Nachbarn Südkorea einen Dialog zu führen, sei einer Neuauflage der sogenannten Sechser-Gespräche "nicht dienlich", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, am Dienstag in Washington.
An den Sechser-Gesprächen hatten in der Vergangenheit die beiden koreanischen Staaten, China, die USA, Japan und Russland teilgenommen. Pjöngjang hatte die Verhandlungen im April 2009 offiziell abgebrochen und hatte einen Monat später seinen zweiten Atomwaffentest abgehalten.
Kein Kurswechsel
Vergangene Woche war der Sohn des verstorbenen Machthabers Kim Jong-il zum neuen Machthaber Nordkoreas ausgerufen worden. Die neue Führung unter Kim Jong-un hatte darauf am Freitag einen Kurswechsel und Gespräche mit der südkoreanischen Regierung des konservativen Präsidenten Lee Myung Bak strikt abgelehnt.
US-Außenamtssprecherin Nuland betonte, es gebe zwei Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Gespräche. Dies sei einmal eine "anhaltende Verbesserung" der Beziehungen Pjöngjangs zu Südkorea und andererseits der Wille der nordkoreanischen Führung, sich wieder internationalen Verpflichtungen zu unterwerfen.
In den Monaten vor Kim Jong-ils Tod hatte es Versuche gegeben, die Gespräche wieder aufleben zu lassen. Gesandte aus Washington und Pjöngjang trafen sich im Juli in New York und im Oktober in Genf, allerdings ohne einen Durchbruch zu erzielen. (APA)