"Operation Blitzkrieg"

FP-Abgeordneter und Polizisten finden sich auf Nazi-Leaks

3. Jänner 2012, 20:48
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    foto: ap

    Das Anonymous-Markenzeichen - eine Guy Fawkes Maske. Die Betreiber von nazi-leaks.net nutzen Twitter (@OpBlitzkrieg) zur Kommunikation.

    Am Dienstag wurden weitere Daten auf der Webseite veröffentlicht.

Website "Stoppt die Rechten" hat einige Daten ausgewertet

Netzaktivisten - rund um Anonymous - haben ein gegen die rechte Szene gerichtetes Enthüllungsportal gestartet. Auf der Website nazi-leaks.net sind unter anderem Listen mit angeblichen NPD-Spendern sowie Kunden von einschlägigen Versandhäusern veröffentlicht worden - der WebStandard berichtete.

"Operation Blitzkrieg"

Das Portal ist Teil der seit mehreren Monaten laufenden "Operation Blitzkrieg", bei der Anonymous-Hacker die Web-Auftritte rechtsgerichteter Organisationen angreifen. Kenner der rechten Szene gehen davon aus, dass die veröffentlichten Informationen echt sind.

Daten durchforstet

Die von den Grünen betriebene Website "Stoppt die Rechten" hat einige der Daten ausgewertet. "Neben einigen älteren Datensätzen wie einer SpenderInnen -Liste der NPD, Adressen von Blood & Honour usw. werden auch sehr aktuelle Hacks - wie der beim Odin-Versand - gelistet".

Kundschaft

Demnach haben „50 ÖsterreicherInnen ihre Nazi-Devotionalien" beim einschlägigen „Odin-Versand" erworben. Das Unternehmen bietet „so ziemlich alles, was das Neonazi-Herz begehrt", beschreibt „Stoppt die Rechten" das Angebot des Versandes.

In der Kundendatenbank von "Thor Steinar"

Auch in älteren Datensätzen von nazi-leaks.net wurde man fündig. Und zwar in der 2009 im Netz veröffentlichten Kundendatenbank von "Thor Steinar". So soll der Neo-FP-Abgeordnete Mathias Venier ein Kunde der Textilkette gewesen sein. Der Tiroler Politiker trat kürzlich die Nachfolge von Werner Königshofer im Parlament an. Dieser war unter anderem wegen eines Vergleichs des Massakers von Anders Behring Breivik in Norwegen mit der Fristenlösung aus der FPÖ ausgeschlossen worden.

Donnergott und Waffen-SS

Der Name der Modekette, die in rechtsextremen Kreisen wegen der Verwendung "nordischer" Symbole und Stilelemente auf den Kleidungsstücken beliebt ist, soll auf den nordischen Donnergott Thor und auf Felix Steiner, General der Waffen-SS, anspielen. In Deutschland sind die Textilien mit altdeutschen Schriftzeichen und nordischen Symbolen mittlerweile in den Stadien mehrerer Bundesliga-Vereine, an Universitäten und im Bundestag verboten.

Einkaufen mit der "polizei.gv.at"-Mailadresse

„Stoppt die Rechten" meint ergänzend, dass „neben weiteren FPÖ-Funktionären" offensichtlich auch Polizisten, ersichtlich an der  Mailadresse "@polizei.gv.at", bei "Thor Steinar" Kleidung bestellt haben sollen.

Derartige Einkäufe verstoßen nicht gegen Gesetze, aber ...

Für die "Kleine Zeitung" werfen diese Einkäufe "zumindest ein schiefes Licht auf die Betroffenen - vor allem, weil alle vier deshalb "aufflogen", weil sie bei der Anmeldung ihre polizeilichen Mail-Adressen angaben." Konsequenzen werden "die Beamten ohnehin kaum zu befürchten haben - die Daten lösten schon bei ihrer ersten ... Veröffentlichung keinerlei Reaktionen des Innenministeriums aus", so das Resümee der Zeitung.

Rechtlich gedeckt

Update 11:22: Gegenüber dem WebStandard betonte Sonja Jell, Sprecherin des Innenministeriums, dass die Nutzung einer @polizei.gv.at- Mail-Adresse bei Online-Bestellungen rechtlich gedeckt sei. "Solange keine Signaturen verwendet werden". Auch betonte Jell, dass nicht jeder "Thor Steinar"-Kunde gleich ein Rechtsextremist sei. Jene Beamten, deren Namen sich auf nazi-leaks.net finden, sollen in den kommenden Tagen kontaktiert werden.  (red)

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linker
00
Und weil die rechten Recken

sich am WKR-Ball in der Hofburg vernetzen! Heraus zur Demonstration am 27.1.2011! WKR-Ball verhindern!
https://www.facebook.com/events/16... 179901638/

erkelteter tiger
00
nicht jeder thor steinar kunde ist gleich rechtsextremist

stimmt

das sind wohl eher trottelige neonazis

celesto
00

dass ein nazi versandhaus überhaupt erlaubt ist!!!! ja, ich bin für meinungsfreiheit, aber wir reden hier über neonazis...

Animation
 
01
sollen kontaktiert werden

herst franz, moch da doch a gmx adress fia sowos...

anton muffl
01

"Thor Steinar: Szenetypische Polizisten?" http://www.stopptdierechten.at/2012/01/0... olizisten/

das kann noch spannend werden:

"Wie hält es das Innenministerium generell mit Kontakten seiner Beamten zu rechtsextremen oder neonazistischen Organisationen und Versandhändlern? Ist es auch möglich, als Polizist etwa mit Blood & Honour zu kommunizieren: privat über die dienstliche Mailadresse? Fragen, die das Innenministerium demnächst wird beantworten müssen!"

daemeth
00

die b&h daten sind ein jahr alt und sicher nicht mehr aktuell.

btw, ist b&h im vergleich in österreich verboten und wird vom verfassungsschutz sehr wohl beobachtet.

m0nk
03
Polizisten dürfen keine Kleidungsstücke von rechten Marken wie Thor Steinar tragen. Wer solche Vorfälle bemerkt, solle Meldung erstatten.

"THOR-STEINAR-ZWISCHENFALL BEI BERLINER POLIZEI
"Die Antifa soll sich melden"

Berlins Polizeipräsident Glietsch stellt klar: Polizisten dürfen keine Kleidungsstücke von rechten Marken wie Thor Steinar tragen. Wer solche Vorfälle bemerkt, solle Meldung erstatten.

taz: Herr Glietsch, kann sich ein Polizist zu Recht darauf berufen, er wisse nicht, was die Marke Thor Steinar bedeutet?

Dieter Glietsch: Polizeibeamte sollten wissen, dass es sich um eine Modemarke handelt, die von Rechtsextremisten bevorzugt wird."

http://www.taz.de/!25979/

auti
02

"Auch betonte Jell, dass nicht jeder "Thor Steinar"-Kunde gleich ein Rechtsextremist sei."

Hm, die Aussage waere doch ein Fall fuer die MythBusters! -> ist das wirklich plausibel??

Auch ohne Jamie und Adam kann sich ja jeder selbst seine Gedanken machen...

Keohane
03

Super Aktion von Anonymous!! Dieser verdammte braune Sud! Mir graust so vor diesem elendigen Menschenpack! Raus mit dem Nazidreck! Scheiße wird schließlich im Klo runtergespült!

Karl Heinz Grasser1
02

es gilt die Unschuldsvermutung...

Kummerl1
06
"Update 11:22: Gegenüber dem WebStandard betonte Sonja Jell, Sprecherin des Innenministeriums, dass die Nutzung einer @polizei.gv.at- Mail-Adresse bei Online-Bestellungen rechtlich gedeckt sei."

Verstehe ich das richtig: es ist rechtlich gedeckt, wenn Bundesbedienstete während ihres Dienstes mit Dienstgeräten private Bestellungen tätigen?!?

Garfield 78
00
17.1.2012, 12:44

vielleicht ists ein zitatfehler und es sollte heißen ... von rechts gedeckt ...

Horstl Schorschl
00
Sicher sowie...

Pornos am Arbeitsplatz schauen, das gehört auch zum Beamtendienstrecht... !!!

Das hat System
10

wer sagt während dem dienst?

Freund der Sanktionen
12
Es ist einmal davon auszugehen,

daß die Beamten auf ihren Privatrechnern eine @polizei.gv.at-Email nicht abfragen können...

dlang
01

das können sie mit sicherheit

Freund der Sanktionen
11
Ah ja?

Abgesehen davon, daß kaum anzunehmen ist, daß jemand, der so blöd ist, mit einer Firmenadresse und noch dazu von der Polizei bei einer faschistischen Fetzenbude einzukaufen, in der Lage sein dürfte, einen Emailaccount einzurichten ist eher nicht davon auszugehen, daß die Administratoren die entsprechenden Parameter dazu gross herumposaunen.
(Unabhängig davon, daß ich mir auch nicht vorstellen kann, daß sich der Mailserver polizei.gv.at von jeder beliebigen IP einfach kontaktieren lässt. Auf der anderen Seite muss ich einräumen, gerade bei staatlichen IT-Einrichtungen schon viel grössere Sicherheitslöcher gesehen zu haben...)

Hudri Wudri
04
@polizei.gv.at

... ist keine Privatadresse - korrekt?
Dies bedeutet, dass die Nutzung - egal wann und wo - sehr wohl fuer das Unternehmen von Relevanz ist, besonders die Art.

Wenn ich zB unter einem Firmenaccount private Bestellungen mache, die das Firmen-Image ev. belasten, habe ich genau eine Stunde Zeit, meinen Arbeitsplatz zu raeumen, bei einer Bestellung in einer faschistischen Bude noch dazu eine entsprechende Mundpropaganda, die in meinem zukuenftigen Berufsleben ein treuer Begleiter bleiben wird.

Sollten diese Fakten auf den Bundesdienst nicht zutreffen, sei dies einmal mehr registriert. Die OesterreicherInnen koennen sich auch hier vor Augen halten, wie ganz unsubtil zugegeben wird, was diese Art von Symbolik bei polizei.gv.at bedeutet.

Fritz Wald
014
das nazi-gesindel bei der polizei hat anscheinend schon die macht übernommen

sonst könnte sowas ned so einfach unter den teppich gekehrt werden.

nazis raus!

Da Mossad wor's
03
das letzte mal

als ich in einer polizeiwachstube war (wien karlsplatz), um einen diebstahl anzuzeigen, musste ich das formular mit einem strache-kuli ausfüllen...

werwolfi
05

Das Innenministerium betont, jaja.
Aber eine schiefe Optik sieht dort natürlich keiner... Es ist zum genieren.

bAuminger
014
Mir grausts!!

Eine paar Tierschützer werden wie Massenmörder behandelt und das Nazi-Gesindel in Polizei und Politik wird vom Innenministerium auch noch schöngeredet.

Ehrlich, langsam macht mir das echt Angst. Aber da ich nicht viel zu verlieren habe, werde ich bis zuletzt gegen dieses Unrecht ankämpfen.

boyblue
05
achtung

wenn ihr post oder mails von der polizei bekommt immer peinlich genau auf die signatur achten. vielleicht ist es nur privat :(

Lang lebe Hütteldorf
02

4 User mit polizei.gv.at Adressen!

diskdusk
 
01

Die anderen Bullen waren immerhin klug genug, ihre private Adresse zu verwenden.

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