IBM-PC-Sparte aus Gefälligkeit an China verkauft

3. Jänner 2012, 18:03

Ex-Chef Palmisano: Zuschlag für Lenovo, um IBM Wohlwollen des Staats zu sichern

Noch kämpft China darum, sich auf dem Weltmarkt als eigenständiger Player und nicht nur als verlängerte Werkbank großer Konzerne zu etablieren. Erst in wenigen Bereichen ist dies gelungen, bei Telekom-Ausrüstungen mit Huawei und ZTE und bei PCs mit Lenovo. Dafür legte IBM das Fundament, als es seine PC-Sparte 2004 an den damals noch wenig bekannten chinesischen Computerhersteller verkaufte.

Geschäftsbereich

Jetzt stellt sich heraus, dass strategische Gründe für den Verkauf an Lenovo ausschlaggebend waren, trotz lukrativer Angebote des US-Herstellers Dell sowie von Privatinvestoren. IBM wollte sich damit das Wohlwollen der chinesischen Regierung für seinen Einstieg in andere lukrative Geschäftsbereiche in der boomenden Volksrepublik sichern, erklärte der damalige IBM-CEO Sam Palmisano in einem Gespräch mit der New York Times.

Umstritten

Seinerzeit war der Verkauf aus zwei Gründen umstritten: Einerseits machte IBM mit der Sparte Gewinne, und der Ausstieg führte dazu, dass es seinen IT-Spitzenplatz an Hewlett-Packard verlor - das selbst im Vorjahr kurzfristig auf IBMs Spuren wandelte und den Verkauf des PC-Geschäft ankündigte. Wenige Wochen später wurde der HP-Chef abberufen, seine Nachfolgerin Meg Whitman vollzog eine Kehrtwende.

Andererseits galt die Übernahme durch einen chinesischen Konzern als Frage der nationalen Sicherheit, da IBM einer der PC-Hauptlieferanten der US-Regierung und ihrer Streitkräfte war. Ähnliche Diskussionen wiederholen sich derzeit im Mobilfunk, wo Huawei und ZTE zwar weltweit an der Spitze liegen, aber in den USA nicht zum Zug kommen.

Erfolgreicher Deal

Für IBM wie für Lenovo war der Deal erfolgreich. Dem chinesischen IT-Hersteller diente er als Sprungbrett in vorher unerreichbare Märkte, 2011 erreichte der Konzern mit einem weltweiten Marktanteil von fast 14 Prozent den zweiten Platz hinter HP.

IBM wandelte sich unter Sam Palmisano, der nach zehn Jahren als CEO zu Jahresbeginn an Virginia M. Rometty übergab, vom Hardwarehersteller zum unbestrittenen Marktführer bei IT-Lösungen, der Unternehmen wie öffentliche Bereiche dabei unterstützt, gewinnbringender und effizienter zu werden. Die Strategie ging auf, IBM hat heute den vierfachen Marktwert als HP. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 4. Jänner 2012)

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IBM

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Posting 1 bis 25 von 50
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tp600
01
Warum wird eine gewinnabwerfende Sparte überhaupt verkauft?

Hab auch erst gebraucht, bis ich es verstanden habe. Zumindest befürchte ich, dass es tatsächlich so ist:

Als Unternehmen an der Börse, noch dazu Blue Chip Aktie (d.h. da steck so ziemlich jeder Pensions-Fond drin), musst du halt deine Zahlen präsentieren. So ziemlich alle Finanz-Zahlen von IBM sind in den letzten 10 Jahren gestiegen und das soll so weitergehen. Man möchte ja unendlich wachsen...

Angenommen: IBM hat 20% GP. Wenn die Notebook-Sparte 2% GP abwirft dann soll die Sparte weg; die drückt das Gesamt-Bild. Das Target für Manager: Schaffst du's, dass der Gesamt-GP von IBM steigt, gibts unendlich viel Kohle.

Und damit die Zahlen weiterhin steigen, wurde strategisch offenbar für China entschieden...

Gibt es nicht
01
nur den Aktionären verpflichtet

das ist die Devise von IBM. Dabei gibt es keine Skrupel, nicht was Menschenrechte betrifft, nicht was Mitarbeiter betrifft ... eine Geldwalze ohne Rücksicht auf Menschen...

Javert
00

das hat tradition - man half ja schon seinerzeit beim holocaust und später basierte die sowjetische luftabwehr auf zwei IBM-großrechnern.

da ist dieser spartenverkauf richtig harmlos dagegen

Siegmund Heindl
 
02
Schon interessant

IBM hat beim Verkauf von Sun , Novell und Palm mit geboten.
Sun wurde aber von Oracel, Novell von Attachmate
und Palm von HP gekauft.

yoda3
33
sie lachen als hätten sie keine verantwortung

doch gibt täglich es todesurteile in china. und ibm trägt mitschuld, weil es das regime arsc*fic*t um sich das wohlwollen zu sichern.

egal9
01

IBM ist in den USA beheimatet. Wie war das doch gleich mit den Todesurteilen?

h 90
00

IBM ist eine US Firma wo es auch Todesurteile gibt.
Also ich denk es ist ihnen einfach egal.

don't follow me
01

"IBM ist eine US Firma wo es auch Todesurteile gibt. "

Interessant formuliert. :D

h 90
00

ojegerl....das ist sehr schraeg fomuliert...da bin ich aber froh nicht fuer IBM zu arbeiten....

Ich meine natuerlich in der USA gibt es Todesurteile.

Mein Grossvater hiess Israel Blank
00
Wuerde jemand ernsthat einen Firma kaufen, welche keine Gewinne abwirft?

Wenn ja, dann nur um einen symbolischen Cent.

h 90
00

Klar tut man das?
Um die Patente oder Know How zu bekommen.
Falls man Lieferant von Beuteilen ist um diese weiter verkaufen zu koennen.
Weil man sich denkt diese Firma in die Gewinnzone zu bringen
etc etc

h 90
00

Klar tut man das?
Um die Patente oder Know How zu bekommen.
Falls man Lieferant von Beuteilen ist um diese weiter verkaufen zu koennen.
Weil man sich denkt diese Firma in die Gewinnzone zu bringen
etc etc

K 3
40

Seinerzeit hatte China nur mit Indonesien, Singapur, Malaysia, Südkorea, Argentinien, Kasachstan, Neuseeland, Usbekistan und Weissrussland ein Währungsabkommen neben den USA und 85% der Fremdwährungstransaktionen mit China waren bis damals in US-Dollar gewesen. IBM ist seit 1937 in Indonesien und der berühmteste indonesische Popsong in Europa und den USA wurde in Jugoslawien geschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=YhEZp5poiCw

K 3
40

Es gibt ein Buch eines indonesischen Ministeriums aus dem Jahre 1958 über die Beziehungen zwischen Indonesien und Jugoslawien:
http://books.google.at/books/abo... edir_esc=y
und nachdem US-Kampfflugzeuge am 27. März 1999 über Jugoslwien abgeschossen worden waren gab es auch einen Artikel am 1. April 1999, welcher Indonesien direkt mit Jugoslawien verglichen hatte:
https://www.decideamerica.com/indonesia... yugoslavia

TheJester
01

wahninns fakten die sie da aufbereitet haben, aber was hat das mit dem artikel zu tun?

Daruma-San
04

???

Postingname 2.0
010

"Seinerzeit war der Verkauf aus zwei Gründen umstritten: Einerseits machte IBM mit der Sparte Gewinne […]"

Was? Wir machen Gewinne?!?! Smithers! Feuern Sie die Hälfte des Personals! Wer ist der Mann mit dem Donut?

Mohl
 
10
Ähm.

Wenn man eine Sparte verkauft, mit der man Gewinne fährt, kann man dass durchaus als umstritten bezeichnen - warum sollten sie etwas hergeben das Geld abwirft (und zwar nicht schlecht)?

AlliGator
01

Wenn Sie bei Ihrer Bank 1% Zinsen auf ihr Sparbuch bekommen - würden Sie das Sparbuch verkaufen und ihr Geld woanders anlegen, wo Sie sich 8% erwarten?

tomart3
00
Artikel...

...lesen.

ehschowissen1
01
Ganz einfach

der Verkauf bringt im Hintergrund noch viel mehr Gewinn.

Hannes31
05

Vor allem einen fetten Bonus fürs Management ;-)

665
00
ja ja ja

endlich versteht jemand, wie US Konzerne funktionieren!!

aceFruchtsaft
11

Weil Gewinn allein nichts aussagt. Die Frage ist, wie die Rentabilität ausschaut und wie viel Kapital in der Sparte gebunden ist.

ehschowissen1
00
Auf jeden Fall

sagt Gewinn mehr aus als Umsatz. Zum schön reden wird Umsatz verwendet.

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