Die ständige Sehnsucht des letzten Jägers

Sigi Lützow aus Innsbruck, 3. Jänner 2012, 17:49

Wohl nur noch der Japaner Daiki Ito kann bei der 60. Tournee den vierten österreichischen Gesamtsieg en suite verhindern. Dieses Resultat und die neue Stärke der Nippon Air ist keine Überraschung

Daiki Ito hat ein Problem mit dem Fliegen. Erwiesenermaßen nicht mit dem Fliegen von Schanzen, sondern quasi im echten Leben. Den 26-jährigen Japaner, zur Halbzeit der Tournee und also vor dem Springen auf dem Bergisel am Mittwoch (13.45 Uhr, ORF 1) mit 25,5 bzw. 3,3 Zählern Rückstand der aussichtsreichste Jäger von Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler, quält der Jetlag. Stets länger, als es für einen Profisportler, der mehrmals pro Saison zwischen Europa und seiner Heimatstadt Shimokawa bei Sapporo zu pendeln hat, eigentlich erträglich wäre. Vier bis fünf Tage braucht Ito, um sich restlos von Langstreckenflügen zu erholen.

Dennoch gilt es als eines der Geheimnisse des gegenwärtigen japanischen Erfolges, dass Ito und Kollegen nach dem Weltcup in Engelberg für eine Woche heimflogen, um gestärkt zum Tournee-Auftakt nach Oberstdorf zu kommen. "Die Japaner leiden extrem unter Heimweh. Wenn sie zu lange in Europa herumhängen, verlieren sie ihre Motivation", sagt Andreas Gruber, der, weil Salzburger, der einzige Europäer im Nippon Air genannten japanischen Team ist. Der 26-Jährige betreut seit bald zwei Jahren dessen Material, war aber während dieser Zeit noch nie in Japan, "weil die Springer bei ihren Vereinen eigene Serviceleute haben".

Die Vereine sind Firmenteams. Ito wird etwa von Snow Brand, einer der größten japanischen Molkereien mit einem Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro, bezahlt. Einen noch potenteren Finanzier verlor er bald nach der Heim-WM 2007 in Sapporo, obwohl er dort, wie auch zwei Jahre später in Liberec, mit dem Team Bronze gewonnen hatte. Den Ansprüchen von Red Bull genügte die Entwicklung des Junioren-Vizeweltmeisters von 2002 nach Markteinführung im Inselstaat nicht mehr. Heute fliegt Ito, den Gruber als scheu und als einen beschreibt, "der sich kleiner macht, als er ist", ohne Helmsponsor.

Kaiser zu Dreikönig

Im Weltcup hat Ito noch nie gewonnen. Beim Neujahrsspringen gelang ihm mit Rang drei erst der sechste Podestplatz. Dass ihm große Anlagen besonders liegen, beweist sein noch bestehender Schanzenrekord in Bischofshofen (143 Meter), den er am Dreikönigstag 2006 fixierte.

Die Stärke seines Teams - in Taku Takeuchi, dem Vierten von Garmisch, schmückt ein weiterer Japaner die Top zwölf der Gesamtwertung - überrascht Experten nicht. "Sie haben ja eine gute Schule, herrliche Anlagen, etwa in Sapporo, Hakuba oder Zao, und eine ähnliche Skisprungtradition wie wir", sagt ÖSV-Sportdirektor Ernst Vettori.

Diese Tradition begann schon 1907, als ein gewisser Toshinori Ohya in Sapporo auf einem selbst aufgehäuften Schneehügel den ersten bewussten Skisprung im Land der aufgehenden Sonne wagte. Vettori erinnert natürlich an Näherliegendes, erinnert an Yukio Kasaya, der 1972 nach Siegen in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck auf den Tourneesieg verzichtete und abreiste, um Japan einen Monat später bestens vorbereitet in Sapporo im Zuge eines Dreifachsieges auf der Normalschanze das erste winterliche olympische Gold zu besorgen.

Dem Stilist vom Zuschnitt eines Anton Innauer folgten nationale Heroen wie Kazuyoshi Funaki, Olympiasieger, Weltmeister und Tourneesieger (1998), oder Weltmeister Masahiko Harada, der heute abwechselnd mit den Herren Tomoharu Yokokawa und Hideharu Miyahira den Cheftrainer gibt. Dieses Triumvirat baute rund um die 39-jährige, höchst aktive Legende Noriaki Kasai (21. Tournee!) eine Truppe auf, die nach der eher erfolglosen Ära des Finnen Kari Ylianttila die Nippon Air wieder abheben lässt.

Servicemann Gruber preist die zum Skisprung passende Mentalität ("verwegen, entschlossen") der Athleten, Vettori den "eigentlich allen japanischen Sportlern eigenen Stil", der "gewisse Statur-Nachteile" kompensieren helfe. Für den großen Wurf fehlt zum Beispiel Ito nur eine gediegene Landung. Denn mit dem Fliegen von Schanzen hat der Jäger erwiesenermaßen kein Problem. (DER STANDARD, Printausgabe - 4.1. 2012)

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gibt es einen livestream?
der vom ORF funktioniert nicht!

orf geht

aber ruckelt ab und zu! (kann aber auch an meiner Verbindung liegen)

orf geht nicht und zdf hängt bei mir immer wieder :-(

orf funkt nicht...

....genauso wie all die anderen livestreams beim orf der letzten tage. da fragt man sich, was die t**pen treiben????

Der neue Büroleiter wird sich ehestmöglich darum kümmern!

Sehr gut!

Wollt ich auch schon posten *lol*

Und, Live-Bericht? Bitte!

gewinnt morgen daki ito?

grün - ja
rot - nein
=======================================

is leicht morgen auch ein springen?

Heut gewinnt gar niemand.

Und wenn doch, dann ein Zufallssieger.

Die heutigen Sieger werden Sturm, Regen und Schnee.

das wäre echt mehr als ärgerlich.

für B'hofen...

... wird er gefährlicher...

Bei Ito ist es nicht überraschend, dass er vorne dabei ist, sondern warum es erst jetzt passiert. Ist schon jahrelang auf dem Sprung zur absoluten Weltspitze.

2010 hat er sogar den Sommer-GP gewonnen und zusammen mit Stoch dominiert. Während Stoch ab Hälfte der letzten Saison seinen endgültigen Durchbruch schaffte, trat Ito leider wieder auf der Stelle.

Es wurde also höchste Zeit, da dieser Mann viel Potential hat.

den japanern ist es zu verdanken, dass der skisprungweltcup nicht zu einem "europäischen skisprungcup" mutiert. die öffentliche reflexion des skirsprung in kanada und in den vereinigten staaten liegt ja nahe zu bei -11000000 °C

du wirst ja immer kälter

unten warens noch 5000

skispringen in den usa

in den 80ern dürfte skispringen noch eine gewisse bedeutung in den usa gehabt zu haben, wie dieser ausschnitt einer scheinbaren live-übertragung zeigt:

http://www.youtube.com/watch?v=tFs7jVgUeDo

Kulm 86. Ein Juwel.

Einerseits der eingestellte WK von Felder, anderseits ein paar böse Stürze von Findeisen, Akimoto und Berg.

Die beiden letzteren haben danach ihre Karriere beenden müssen.

Aber so war Schifliegen in den 80ern. Drei Schwerverletzte an einem WE waren gar nicht so selten. Da hat sich Gott sei Dank vieles geändert.

Siehe Vikersund 2011: Genau 0 Stürze. Nicht mal im Auslauf.

was komisch ist, da die nordamerikaner ja sonst im wintersport fast überall in der weltspitze mitmischen.

na dann zählen sie mal auf...

Selbst in Skifahren haben sie nix lange nix auf die reihe gebracht bis die Österreicher als Tainer gekommen sind. Ein paar snowboarder gibts aber sonst.

mickey hat recht:

nord. kombi mit spillane, lodwick, demong.

biathlon mit hakkinen, burke, dazu z.b. leguellec (kanada).

langlauf mit damen wie randall, dazu renner u. crawford (kanada). männer: kris freeman, weiters kershaw+harvey (kanada).

da sind mehrere goldmedaillengewinner dabei.

Und vergessen wir nicht die Schispringerinnen wie Van, Hendrikson etc.

In den 80ern waren sie bei den Herren mit Holland und Hastings auch nicht schlecht. Und Bulau bzw. Collins darf man nicht vergessen. :-)

Aber seit Alborn und Jones ist da leider nix mehr da.

bei den nordischen (alle disziplinen) aber so gut wie gar nicht!

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