Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Daiki Ito hat ein Problem mit dem Fliegen. Erwiesenermaßen nicht mit dem Fliegen von Schanzen, sondern quasi im echten Leben. Den 26-jährigen Japaner, zur Halbzeit der Tournee und also vor dem Springen auf dem Bergisel am Mittwoch (13.45 Uhr, ORF 1) mit 25,5 bzw. 3,3 Zählern Rückstand der aussichtsreichste Jäger von Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler, quält der Jetlag. Stets länger, als es für einen Profisportler, der mehrmals pro Saison zwischen Europa und seiner Heimatstadt Shimokawa bei Sapporo zu pendeln hat, eigentlich erträglich wäre. Vier bis fünf Tage braucht Ito, um sich restlos von Langstreckenflügen zu erholen.
Dennoch gilt es als eines der Geheimnisse des gegenwärtigen japanischen Erfolges, dass Ito und Kollegen nach dem Weltcup in Engelberg für eine Woche heimflogen, um gestärkt zum Tournee-Auftakt nach Oberstdorf zu kommen. "Die Japaner leiden extrem unter Heimweh. Wenn sie zu lange in Europa herumhängen, verlieren sie ihre Motivation", sagt Andreas Gruber, der, weil Salzburger, der einzige Europäer im Nippon Air genannten japanischen Team ist. Der 26-Jährige betreut seit bald zwei Jahren dessen Material, war aber während dieser Zeit noch nie in Japan, "weil die Springer bei ihren Vereinen eigene Serviceleute haben".
Die Vereine sind Firmenteams. Ito wird etwa von Snow Brand, einer der größten japanischen Molkereien mit einem Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro, bezahlt. Einen noch potenteren Finanzier verlor er bald nach der Heim-WM 2007 in Sapporo, obwohl er dort, wie auch zwei Jahre später in Liberec, mit dem Team Bronze gewonnen hatte. Den Ansprüchen von Red Bull genügte die Entwicklung des Junioren-Vizeweltmeisters von 2002 nach Markteinführung im Inselstaat nicht mehr. Heute fliegt Ito, den Gruber als scheu und als einen beschreibt, "der sich kleiner macht, als er ist", ohne Helmsponsor.
Kaiser zu Dreikönig
Im Weltcup hat Ito noch nie gewonnen. Beim Neujahrsspringen gelang ihm mit Rang drei erst der sechste Podestplatz. Dass ihm große Anlagen besonders liegen, beweist sein noch bestehender Schanzenrekord in Bischofshofen (143 Meter), den er am Dreikönigstag 2006 fixierte.
Die Stärke seines Teams - in Taku Takeuchi, dem Vierten von Garmisch, schmückt ein weiterer Japaner die Top zwölf der Gesamtwertung - überrascht Experten nicht. "Sie haben ja eine gute Schule, herrliche Anlagen, etwa in Sapporo, Hakuba oder Zao, und eine ähnliche Skisprungtradition wie wir", sagt ÖSV-Sportdirektor Ernst Vettori.
Diese Tradition begann schon 1907, als ein gewisser Toshinori Ohya in Sapporo auf einem selbst aufgehäuften Schneehügel den ersten bewussten Skisprung im Land der aufgehenden Sonne wagte. Vettori erinnert natürlich an Näherliegendes, erinnert an Yukio Kasaya, der 1972 nach Siegen in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck auf den Tourneesieg verzichtete und abreiste, um Japan einen Monat später bestens vorbereitet in Sapporo im Zuge eines Dreifachsieges auf der Normalschanze das erste winterliche olympische Gold zu besorgen.
Dem Stilist vom Zuschnitt eines Anton Innauer folgten nationale Heroen wie Kazuyoshi Funaki, Olympiasieger, Weltmeister und Tourneesieger (1998), oder Weltmeister Masahiko Harada, der heute abwechselnd mit den Herren Tomoharu Yokokawa und Hideharu Miyahira den Cheftrainer gibt. Dieses Triumvirat baute rund um die 39-jährige, höchst aktive Legende Noriaki Kasai (21. Tournee!) eine Truppe auf, die nach der eher erfolglosen Ära des Finnen Kari Ylianttila die Nippon Air wieder abheben lässt.
Servicemann Gruber preist die zum Skisprung passende Mentalität ("verwegen, entschlossen") der Athleten, Vettori den "eigentlich allen japanischen Sportlern eigenen Stil", der "gewisse Statur-Nachteile" kompensieren helfe. Für den großen Wurf fehlt zum Beispiel Ito nur eine gediegene Landung. Denn mit dem Fliegen von Schanzen hat der Jäger erwiesenermaßen kein Problem. (DER STANDARD, Printausgabe - 4.1. 2012)
Tourneesieger Gregor Schlierenzauer könnte am Mittwoch an Weltcupsiegen mit Matti Nykänen gleichziehen
Gregor Schlierenzauer gewinnt am Vorabend seines 23. Geburtstags zum zweiten Mal en suite die Tournee
Noriaki Kasai bestreitet seine 22. Vierschanzentournee. Der Rekordhalter an Weltcupsaisonen und -starts ist mit 40 Jahren frohen Mutes, auch noch Olympia 2018 als Aktiver zu erleben
Nach seinem 44. Triumph im Weltcup führt der ÖSV-Springer vor dem abschließenden Springen in Bischofshofen um 10,7 Punkte vor Anders Jacobsen
Werner Schuster fordert im Sinne der Skifamilie eine bessere Lösung - FIS sei mit Kontrollen überfordert
Bewusst hat der ÖSV auf einen Protest gegen die neuen Skisprungschuhe des Tournee-Führenden Anders Jacobsen verzichtet. Die Lehren aus Olympia 2010 in Vancouver wurden gezogen. Norwegens Tiroler Cheftrainer Alexander Stöckl ist ein Coup gelungen.
Anders Jacobsen gewinnt mit einem fulminanten zweiten Versuch auch das Neujahrsspringen. Gregor Schlierenzauer verpasst seinen vierten Sieg in Garmisch-Partenkirchen nur knapp. Die Sprungstiefel der Norweger sind das Geheimnis des Erfolges
Der in bestechender Form springende Norweger landet in Oberstdorf vor dem ÖSV-Adler - Freund als Dritter am Podest - Kofler disqualifiziert
Privatier Anton Innauer analysiert die 61. Vierschanzentournee im deutschen Fernsehen - ohne Wehmut und Betriebsblindheit
Die Vierschanzentournee sollte ein Duell zwischen Deutschland und Österreich werden. Severin Freund fordert die ÖSV-Adler. Dabei hat er auf Facebook kaum Freunde
Er bricht Rekorde wie kein Zweiter - Mit nur 22 Jahren hat der Tiroler fast alles erreicht, was ein Skispringer erreichen kann
ÖSV-Cheftrainer sieht vor allem die deutschen Springer in der Favoritenrolle und warnt vor Überheblichkeit
Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer über Adrenalinrausch, den Nykänen-Rekord und eine Entscheidung mit dem letztem Sprung in Bischofshofen
Bei Ito ist es nicht überraschend, dass er vorne dabei ist, sondern warum es erst jetzt passiert. Ist schon jahrelang auf dem Sprung zur absoluten Weltspitze.
2010 hat er sogar den Sommer-GP gewonnen und zusammen mit Stoch dominiert. Während Stoch ab Hälfte der letzten Saison seinen endgültigen Durchbruch schaffte, trat Ito leider wieder auf der Stelle.
Es wurde also höchste Zeit, da dieser Mann viel Potential hat.
in den 80ern dürfte skispringen noch eine gewisse bedeutung in den usa gehabt zu haben, wie dieser ausschnitt einer scheinbaren live-übertragung zeigt:
http://www.youtube.com/watch?v=tFs7jVgUeDo
Kulm 86. Ein Juwel.
Einerseits der eingestellte WK von Felder, anderseits ein paar böse Stürze von Findeisen, Akimoto und Berg.
Die beiden letzteren haben danach ihre Karriere beenden müssen.
Aber so war Schifliegen in den 80ern. Drei Schwerverletzte an einem WE waren gar nicht so selten. Da hat sich Gott sei Dank vieles geändert.
Siehe Vikersund 2011: Genau 0 Stürze. Nicht mal im Auslauf.
mickey hat recht:
nord. kombi mit spillane, lodwick, demong.
biathlon mit hakkinen, burke, dazu z.b. leguellec (kanada).
langlauf mit damen wie randall, dazu renner u. crawford (kanada). männer: kris freeman, weiters kershaw+harvey (kanada).
da sind mehrere goldmedaillengewinner dabei.
Und vergessen wir nicht die Schispringerinnen wie Van, Hendrikson etc.
In den 80ern waren sie bei den Herren mit Holland und Hastings auch nicht schlecht. Und Bulau bzw. Collins darf man nicht vergessen. :-)
Aber seit Alborn und Jones ist da leider nix mehr da.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.