Vergleich mit Menschen

Forscher gehen Empathie von Hunden auf den Grund

10. Jänner 2012, 12:17

Internationales Projekt soll klären, ob und wie weit sich Hunde in andere Lebewesen einfühlen können

Wien - Können sich auch Hunde in die Gefühlswelten von Menschen oder ihrer Artgenossen einfühlen? Und inwieweit stimmt dies mit den menschlichen empathischen Fähigkeiten überein? Wissenschafter der Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität (VetMedUni) Wien wollen zur Beantwortung dieser Fragen Verhaltensexperimente entwickeln, die sowohl Menschen als auch Hunde absolvieren können.

In dem Projekt unter der Leitung von Ludwig Huber, der die Messerli-Professur für Naturwissenschaftliche Grundlagen des Tierschutzes und der Mensch-Tier-Beziehungen an der VetMedUni innehat, widmet sich der Neurowissenschafter Claus Lamm vom neu gegründeten Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden als Ko-Projektleiter dem Verständnis der Fähigkeit, die Emotionen anderer wahrzunehmen und zu verstehen, also der Fähigkeit zur Empathie. Oft würde angenommen, dass nur der Mensch über diese Fähigkeiten verfüge, sagte Lamm, es gebe aber Hinweise darauf, dass auch Tiere dazu fähig sind. In einer Vergleichsstudie wollen die Wissenschafter nun das empathische Verhalten von Hunden jenem von Menschen gegenüberstellen.

Pionierarbeit

Es handle sich "sozusagen um Pionierarbeit in diesem Bereich", sagte Lamm, der darauf verweist, dass es vor allem darum gehe, "grundsätzlich festzustellen, ob die Tiere fähig sind empathisch auf andere zu reagieren". Aufgrund der langen gemeinsamen Entwicklungsgeschichte sei anzunehmen, dass die Tiere Strategien entwickelt haben, die es ihnen erlauben, auch menschliches Verhalten empathisch zu deuten.

Die Forscher wollen nun Methoden entwickeln, mit denen solche Fähigkeiten gemessen werden können. Zur Zeit gebe es keine ausreichend etablierten objektiven Methoden, mit denen festgestellt werden kann, in welchem Gefühlszustand ein Hund gerade ist. Solche Einschätzungen seien nicht so einfach, da beispielsweise sogar das Wedeln mit dem Schwanz nicht eindeutig einer Emotion zuordenbar ist. Es gebe aktuell erste Hinweise darauf, dass eine asymmetrische Schwanzbewegung nach rechts einen positiven Zustand anzeigt, wogegen die gleiche Abweichung in der Bewegung nach links eher einem negativen Gefühlszustand entspreche, so der Forscher. Diese Befunde wurden aber bisher noch nicht ausreichend bestätigt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Um den Vergleich herzustellen müssten Menschen und Hunde sehr ähnliche Verhaltensexperimente durchlaufen. Den Menschen wollen die Forscher während der Bewältigung der Aufgaben auch mittels Magnetresonanztomographie "ins Gehirn schauen". Beim Hund sei das momentan noch nicht möglich. Der Vorteil des Ansatzes, den die Forscher in diesem Projekt verfolgen sei, dass hier Spezialisten für die Forschung am Menschen mit Wissenschaftern, deren Fokus auf Tieren liegt, interdisziplinär zusammenarbeiten, so Lamm.

Die Experten erhoffen sich, im Zuge des Projekts tiefere Einblicke in das emotionale Erleben der Tiere zu erhalten, was im Hinblick darauf, dass Hunde oft als Helfer bei Rettungseinsätzen oder als Blindenhunde eingesetzt werden, relevant sei. An dem Vorhaben beteiligen sich auch Partner aus Belgien, Italien und Großbritannien in beratender Funktion. Die Zusammenarbeit beziehe sich in der ersten Phase vor allem auf die Entwicklung geeigneter Experimente. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren anberaumt, der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) fördert das Vorhaben in diesem Zeitraum mit 500.000 Euro. (APA, red)

=> Hintergrund: Neues Institut an reorganisierter Fakultät für Psychologie

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Kommentar posten
23 Postings
Herr Plumm
00
18.1.2012, 08:26

für sowas wird unser steuergeld verschwendet! bravo.

peter schmidt
 
10
11.1.2012, 14:03
Hier noch ein Video

die Musik geht halt arg auf die Tränendrüsen. Aber Hunde sind schon treue Burschen.

http://www.youtube.com/watch?v=w... re=related

Sabine Werner
00
11.1.2012, 09:04

meine güte, wer haustiere hat, weiß das doch. wenn ich niedergeschlagen bin oder krank, kommt sofort mein hündchen daher, und legt seinen kopf auch meinen schenkel, stupst mich mit der pfote usw.
ist doch klar das tiere empathie empfinden, als rudeltiere kümmern sie sich auch in freier wildbahn um ihre genossen.

Lilith Boessse
 
00
11.1.2012, 10:27
da gabs mal in salzburg einen fall:

ein hund war in die salzach gestürzt und ein dackel ist ihm nach ins wasser gesprungen um ihn zu retten, um ihn ans ufer zu holen.

für mich ist die frage nicht, besitzen tiere empathie, sondern warum kann der mensch bei seiner (vermeintlichen) intelligenz nicht seine fähigkeit zu empathie gegenüber seiner art (und tier- und pflanzenwelt) vermehrt anwenden?

IncontinentIceweasel
00
11.1.2012, 10:27
Jeder Haustierbesitzer weiß das:

Das liebe Tier kommt auch, wenns einem gut geht, oder sich nicht speziell irgendwie fühlt. Und auch, wenn man das grad nicht will und es als lästig empfindet.

Ist man sich seiner selektiven Wahrnehmung bewusst, relativiert sich Einiges.

Lilith Boessse
 
00
11.1.2012, 11:10
selbstverständl. bekommt ein tier mit,

in welcher stimmung man ist.

das braucht man weder mystifizieren, noch idealisieren!

ich gehe mal davon aus, dass das eine "grundbedingung" für/bei rudeltieren ist. ein einzelgänger braucht das natürlich nicht zu haben ....

opryde
00
11.1.2012, 10:34

natürlich kommen hunde auch "so", sie sind nicht nur emphatisch, ihnen kann auch fad sein und manchmal wollen sie zuneigung haben. :)

Lilith Boessse
 
01
10.1.2012, 22:46
?

bei rudeltieren ist das doch so, wenn sich eines verletzt, kommen die anderen herbei, um es "zu trösten" und die wunden zu lecken.

das hätt ich jetzt unter empathie verstanden. falsch?

also ich meine, das muss man nicht mehr untersuchen, wer haustiere hat, bzw. mit tieren arbeitet, weiß das.

ich hatte nie einen hund und werde auch nie einen haben, aber klar sind die fähig zu empathie - wenn's jemandem aus dem (menschen)rudel schlecht geht, wird sich der hund genau zu dem/der hinlegen (und manchmal sogar winseln, also "mittrauern") ...

katzen machen das auch, papageien, ratten, pferde die eine enge beziehung zu ihrer besitzerin haben....

Stuff
83
10.1.2012, 21:42
Ganz schön viel Aufwand

um Umsätze der Haustiernahrungsindustrie zu retten ;-)
Angesichts der Verschmutzugen durch gebrauchte Hundenahrung ein hehres Unterfangen!

Ansonsten erwarte ich demnächst die Entdeckung der Empathie bei Katzen…

sandor gjalski
00
12.1.2012, 20:58

es kommt heraus das hunde menschen sind bzw. menschen auch tiere sind! wow...aufregend

opryde
03
11.1.2012, 10:33

die sensation wäre eigentlich, sowas bei menschen wie dir zu finden.

Stuff
00
13.1.2012, 01:48
Meine Empathie für

Nahrungsmittelkonzerne, die ihren Sondermüll in Haustierfutterdosen verpacken hält sich in Grenzen. Ziehen Sie - probehalber und nur so 10 Sekunden - diese Aussage als gegeben und nicht als sozialen Defekt in Betracht. Auch erwägen Sie die Konsequenzen, was das bedeuten könnte, dass nach einschägigen EU-Agrar-Richtlinien dieses Haustierfutter an Nutztiere nicht verfüttert werden darf…

Sabine Werner
10
11.1.2012, 09:05

wieder so ein d... hundehasserkommentar - bloß weil manche besitzer wirkliche ferkel sind, und die hinterlassenschaft ihrer tiere nicht wegräumen, muß man nicht alle in einen topf werfen.

Stuff
00
13.1.2012, 01:42
Ich mache zart darauf aufmerksam

dass Ihre Assoziation meines Bedauerns der leichten Erreichbarkeit abgelagerten, gebrauchten Hundefutters durch menschliche Füsse mit Hundehassern eine doch sehr prolomässige Boulevard-Kurzschlussfolgerung vermuten lässt.
Was "cui bono" heissen möge, überlasse ich Ihrer Google-Expertise.

sandor gjalski
04
10.1.2012, 20:46
empathietest 2.0

nimmt statt hunde bitte in einen gruppe; korrupte politiker, lobbyisten, manager, konzernbossen etc.

in der anderen; krankenpflegerinnen, sterbebegleiterinnen, krankenschwester, kindergärtnerI.etc.

wäre spannend was herauskommt hirnmässig die eine seite wäre wahrscheinlich empathielosen psychopathen, die andere aufopfernde altruisten etc.

Preger
61
10.1.2012, 16:57
Die Faoascha

sollen lieber dem Gestank der Hundstruemmerl auf den Grund gehen und ihn gegen z.B. Rosenwasserduft ersetzen.

derderbenutzer
00
10.1.2012, 13:59

Wie schade, dass diese Erkenntnisse über die Bedeutung asymmetrischer Schwanzbewegungen nicht auf Menschen anwendbar sind.
Ist eine Bewegung nach oben eigentlich asymmetrisch?

pox vobiscum
02
10.1.2012, 19:49

Von leicht seitlich unten nach oben schon. :)
Wie ist denn das mit schwanzlosen Hunden, wackeln die dann asymmetrisch mit dem Hintern und wäre dies eventuell auf den Menschen anwendbar?

sandor gjalski
00
10.1.2012, 20:48

das erinnert mich an diese nlp experimente wer nach links oben/ unten schaut lügt etc.

lächerlich das ganze

derderbenutzer
01
10.1.2012, 20:05

Bei weiblichen Exemplaren von Homo Sapiens dürfte jedenfalls Hinternwackeln mit positiven Emotionen korrelierbar sein - beim Beobachter ...

Wobei hier sogar Kausalität vorliegen könnte.

pox vobiscum
00
10.1.2012, 20:11

Das positive nach-rechts-Wackeln - ist das jetzt von vorne oder hinten gesehen rechts?
(Nur damit es zu keinerlei Missverständnissen kommt...)

derderbenutzer
00
10.1.2012, 20:41

Typische Beschreibungen modernerer Hinternwackel-Versuche werden stets auf den Hintern von Hinten gesehen bezogen.

Die jeweiligen Beobachtungen protokollieren Werte wie: Amplituden der ausladenden Hinternbewegungen, deren Frequenz sowie Vektoren der Hinternbewegung im Raum anhand von definierten Messpunkten, die hinten am Hintern angebracht sind.

Diese Daten sind überdies Grundlage für eine computergestützte 3D-Simulation dieser Vorgänge, die in nicht allzu ferner Zukunft bahnbrechende Erkenntnisse bringen soll.

pox vobiscum
00
10.1.2012, 20:49

Verbindlichsten Dank, dann kann ich ja beruhigt mit meiner Feldforschung starten. :)

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