100 Milliarden Euro

Spaniens Banken bleiben auf Immobilien sitzen

3. Jänner 2012, 17:29
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    foto: apa/thissen

    Zu haben: Jede Menge spanische Immobilien.

In Spanien werden die Rufe von Experten nach einer "Bad Bank" zur Sanierung des Bankensystems immer lauter

Madrid - In Spanien werden Rufe von Experten nach einer "Bad Bank" zur Sanierung des Bankensystems immer lauter. Der Präsident des renommierten Instituto Espanol de Analistas Financieros, Juan Carlos Ureta, drängt in der "Financial Times Deutschland" auf baldige Sanierungsmodelle. Ureta ist einer der führenden Finanzexperten des Landes.

Laut Ureta sitzen Spaniens Banken auf Immobilien und Grundstücken im Wert von rund 100 Mrd. Euro, deren Besitzer praktisch nicht mehr zahlungsfähig seien. Allein kleine und mittelgroße Banken hätten unverkäufliche Objekte im Wert von rund 30 Mrd. Euro in ihren Büchern, schätzt das Beratungshaus MAC Group. Bisher hätten die Banken nur für 30 Prozent des potenziellen Ausfallvolumens von 100 Mrd. Euro bilanziell vorgesorgt. Eine Risikolücke von 70 Mrd. Euro laste somit auf dem Sektor. "Das Problem ist dennoch überschaubar", sagte Ureta, "es muss jetzt nur angepackt werden."

Hinzu kommt, dass Spaniens Geldhäuser nach Angaben der Zentralbank 308 Mrd. Euro an Immobilienkrediten ausstehen haben, wobei die Hälfte der Schuldner Probleme mit Zins und Tilgung haben soll.

Nach Vorstellungen von Experten, wie auch Ureta, sollten ausfallgefährdete Vermögenswerte daher mit einem 50-prozentigen Wertabschlag in eine Bad Bank ausgelagert und über die Ausgabe staatlicher Anleihen finanziert werden. Die finanzielle Belastung sei tragbar, sagte Ureta. Der Restwert von 35 Mrd. bis 50 Mrd. Euro müsse vom Staat geschultert werden, wodurch Spaniens Schuldenquote von 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 73 Prozent erhöht würde.

Gescheiterter Sanierungsversuch

Der Versuch, Spaniens Banken durch Fusionen und das Stärken ihrer Kapitaldecke zu sanieren, gilt als gescheitert: "Spaniens Banken geht es jetzt schlechter als noch vor drei Jahren", sagte der Experte zu der seit drei Jahren laufende Reform des heimischen Finanzsektors. Auch solide Banken würden verstärkt von der Finanzkrise angesteckt, fürchtet Ureta, der zugleich Chef von Spaniens größtem unabhängigem Broker Renta 4 ist. "Der einzige Weg aus der Krise ist eine Bad Bank nach deutschem Modell", sagte er der FTD.

In Spaniens Finanzbranche wächst der Druck auf den neuen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy für ein neues Modell zur Bankensanierung. Auch Rodrigo Rato, der Chef der Großsparkasse Bankia, fordert, eine staatliche Auffangstelle für notleidende Vermögenswerte von Kreditinstituten, eine Bad Bank, zu errichten. Die beiden Großbanken Santander und BBVA lehnen eine Bad Bank allerdings ab - sie leiden viel weniger unter faulen Immobilienkrediten als kleine und mittelgroße Häuser.

"Die Reform des Bankensystems hat zu lange gedauert", findet Ureta, der als Sprachrohr der spanischen Finanzbranche gilt. Vor drei Jahren noch hätten sich die Kapitalprobleme auf eine kleine Gruppe von Banken beschränkt, die nicht mehr als 20 Prozent des Sektors ausmachten. Nun infiziere sich zusehends die gesamte spanische Bankenlandschaft, auch vermeintlich solide geführte Institute wie Santander oder BBVA würden inzwischen in Sippenhaft genommen.(APA)

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Posting 1 bis 25 von 72
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Javert
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tja, immobilien zu dem preis verkaufen, der zu erzielen ist

der markt wird das schon richten ... ist doch ein eherner grundsatz!

Dagmar Rehak Wien
 
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Ganz egal, was für kreative Tricks man sich jetzt ausdenkt, mit menschlichen Grundbedürfnissen darf nicht spekuliert werden. Ein anständiger Diktator hätte den Banken längst die Immobilien weggenommen und der Nutzung zugeführt.

der dritte Mann und das vierte Rad am Wagen
06

was die Banken für einen Flurschaden hinter sich herziehen, weil Immobilien leer stehen, ist Katastrophal.

Und auf der anderen Seite, genug Menschen ohne Wohnraum.

Was ist das für ein krankes System?

Nestor Machno
 
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Privateigentum ... was ganz was Heiliges

slartibartfaß der Umwandler
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eines das gestürzt gehört und durch ein system für den menschen ersetzt wird. heißt, jeder mensch soll wohnen, essen und medizinische betreuung haben. alles andere ist völlig zweitrangig.

Santino Corleone
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So wie in der udSSR, DDR, Nordkorea, Kuba,

"alles andere" z.B. Freiheit und Eigenverantwortung, (OK, für ein paar Meinungsabweichler halt auch die körperliche Unversehrtheit, aber na mei) sind da wirklich zweitrangig.

jodaflo
 
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es fehlt bildung, diese würde auch die kosten für medizinische versorgung relativ niedrig halten. gebildete menschen kaufen gesünder und ethisch korrekter (klimarelevante gase, produktionsfaktoren, nährwertdichte)

verdienen mehr! also insgesamt ein volkswirtschaftlicher nutzen.

ob dadurch die sich immer weiter abkapselnde schicht der gigantomanisch vermögenden erhalten bleibt, sei dahingestellt. psychisch kranke sollten dadurch auch profitieren.

Gunslinger
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ein äußerst krankes...

Whistleblower1
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Österreich haftet dafür mit 15 Mrd

Bravo und Gratulation an die politisch Verantwortlichen, dass wir Österreicher mit 15 Mrd für diese Malversationen haftet und den Wohlstand in diesen heruntergewirtschafteten Regionen fördern; damit wir uns diese Wohltat auch leisten können, müssen wir in Ö jetzt intensiv sparen und am besten bei jenen, die sich am wenigsten wehren können wie bei den Familien

jodaflo
 
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neid hat in einer globalen krise noch nie jemanden geholfen. ich bitte an den marshallplan zu denken. wo wäre nachkriegseuropa heute ohne dieses geld?

higgs - wozu?
03

das es gebaut werden mußte war systembedingt - nur durch ständigen kreditfluß kann das system am leben gehalten werden - das das klumpat jetzt unverkäuflich ist, ist natürlich auch systembedingt - wer soll sich das den kaufen, wenn man sein einkommen zur zinstilgung für staatsschulden aufwenden muß?

Andreas Prucha
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Najo, aber zuerst war die Bankenkrise - dann kamm erst die Staatsschuldenkrise. Die Staatsverschuldung von Spanien ist gemessen am BIP niedriger als die Österreichs, Deuschlands, etc. Aber sie haben nach dem Platzen der Immo-Blase eine wackelige Bankenlandschaft und eine Wirtschaftskrise. Meiner Ansicht nach gehen deswegen einfach die Steuereinnahmen zurück und der Radikalsparkurs verschräft die Situation noch.

higgs - wozu?
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es gab weder eine bankenkrise noch eine staatsschuldenkrise bzw. immobilienkrise - es gab immer nur eine systemkrise, deren ursache eine äußerst simple ist: verzinstes geld - und der durch die verzinsung ausgelöste, mathematische effekt der permanenten geldvermehrung - das ist der einzige grund für alle oben genannten krisen - nach ca. 70 jahren kracht dieses system immer, geht gar nicht anders, weil dann die geldmenge exponentiell ansteigt und das geld dann immer wertlos wird.
das system brauchte:
- die subprimekredite zur geldschöpfung
- die staatsverschuldung zur geldschöpfung
- die geldschöpfung wiederum braucht es, damit genug geld vorhanden ist um die zinsen jener zu bedienen die das meiste geld haben.
schuldenperpetuummobile

Adolf Ogi
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kurze Online-Recherche

bezüglich meinem früheren Urlaubsort. Ergebnis: nix is billig dort. Jeder Geissstall 15 km vom Strand entfernt, mit Lage direkt neben einer Hauptverkehrsstraße kostet noch mehr als 100.000,-

Nestor Machno
 
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Die Preise werden so hoch gehalten, damit die Bankbilanzen nicht noch ärger ausschauen.

Kaufen tut das Zeug natürlich keiner.

oink
07

in spanien stehen 3.000.000 wohungen leer.

trotzdem werden täglich über 200 familien auf die strasse gesetzt, weil sie ihren hypotekarkredit nicht mehr bedienen können. die wohnung ist weg, jedoch wird in solchen fällen sehr wohl der marktwert der immobilie herangezogen, so dass man die differenz zum überhöhten kaufpreis weiter der bank schuldig bleibt.

zigtausende "jugendliche" um die 30 jahre wohnen immer noch bei ihren eltern, weil eine eigene wohnung für sie unerschwinglich ist.

experten und politikern fällt nichts besseres ein als steuergeld in die banken zu pumpen, um den preis weiter künstlich hoch zu halten? warum können das nicht einfach jene bezahlen, die bewusst mit immobilien spekuliert haben?

jodaflo
 
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part of the game. menschen sind individuell durch leid und schmerz bis zu einem gewissen grad belastbar und dann nicht mehr. ein globales system kennt diese individuell belastungsgrenze nicht. eine kleine gruppe von 150 individuen schon.

was ich damit sagen will:

es ist ganz normal, das im system erde wie wir es uns kreirt haben menschen unter die räder geraten. dieses system von seinen mängeln zu befreien sollte die hauptaufgabe der zukünftigen generationen sein.

festgefahrene denkstrukturen gilt es aufzuweichen, zu reflektieren und manche davon zu beseitigen.

herausforderungen sind dazu da um gemeistert zu werden. seine eigene individuelle belastbarkeitsschwelle zu kennen, ja sogar zu trainieren, sollte eine jedem menschen innewohnende tugend sein.

oink
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dieses system von seinen mängeln zu befreien sollte JETZT die hauptaufgabe sein.

klar sind herausforderungen da um gemeistert zu werden. jedoch sollten die rahmenbedingungen für alle gleich sein.

jene die kapital und somit einfluss besitzen werden derzeit massiv bevorzugt.

jodaflo
 
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JETZT passiert viel. rom wurde auch nicht an einem tag erbaut. wenn sie aber das gefühl haben JETZT...

...etwas ändern zu wollen, fangen sie am besten SOFORT damit an!

ob affekthandlungen zielführend sind um gordische knoten zu lösen, lesen sie am besten in geschichtsbüchern nach.

Conchita Kaslaberl
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wenn die Immobilien zu einem niedrigeren Preis angesetzt würden, würden sie mit Sicherheit einen Käufer finden. Bekannte, die in Spanien leben, erzählten uns, dass die Preise weiterhin aberwitzig hoch seien und sich auf dem Niveau von Deutschland befänden. Euro sei Dank.

Marquis de Sade
 
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ich kenn wieder jemanden, der täglich an etlichen zum Verkauf stehenden Objekten vorbeifährt. Die Preise purzeln laut Erzählung und sind angeblich weit unter jedem normalen Niveau, nur stehen die Dinger jetzt schon so lange leer, dass bereits Verfallsspuren ersichtlich sind. Und wer kauft eine Bruchbude?

Wir reden von der Gegend nahe Gibraltar

jodaflo
 
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wäre ich windsurfer würde ich die gegend nahe gibraltar bevorzugen ansonsten nicht

Nestor Machno
 
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Sie waren vielleicht auch gar nicht zum Bewohnen gebaut,

sondern nur als Spekulation auf steigende Immo-Preise.

Gerade an der Costa del Sol war das recht üblich. Dadurch, und weil sie vielleicht auch nie bewohnt waren, verfallen die Bauten auch schneller.

Hannes31
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Das ist eine typische Immobilienblase (warum Euro?! siehe USA)...
Jeder Idiot (und dazu gehören auch "Bankmanager") glaubte, dass Immobilien unendlich an Wert gewinnen werden.
Tja, die letzen sind halt dann die Dummen - und wenns fremdfinanziert ist bleiben die Banken drauf sitzen.

Aber warum nach Spanien schauen?
Dieser Trend ist ja in Wien auch zu beobachten - da werden mittlerweile Eigentumswohnungen zu aberwitzigen Preisen gekauft.

Und komischerweise (ok, kurzfristig will jede Bank mitspielen) finanzieren Banken diese Wohnungen auch noch!
Aber wenn dann die Preise fallen, schauts vor allem für Banken blöd aus (dann kriegt man für den anfänglichen 400k Kredit nur mehr 250k am Markt, wenn mans verkaufen muss)...

CEEIT
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In A ists etwas anders. das geforderte EK ist bei uns

wesentlich höher. Und in normalen Lagen haben Sie im Wohnbereich wenig leerstehende Wohnungen.

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